Über Serious Games

Erstellt am 11. Dezember 2010 von Pyri

Neuerlicher Kommentar bei “Stigma Videospiele”: ‘@Arbol01
Das Problem ist, dass sich um Serious Games bereits eine eigene, von staatlichen Förderungen zum Teil abhängige, Industrie gebildet hat – mit eigenen Konferenzen, an Universitäten wie offensichtlich auch dieser in Karlsruhe, etc.
So werden dadurch gelegentlich zwar auch “gewöhnliche” Spiele sozusagen bereichert, aber ebenfalls eine künstliche Trennung geschafft die meiner Ansicht nach nicht sein müsste: Serious Games werden auch kaum bloß versucht verkauft zu werden, die einzig nennenswerten Serious Games die man kaufen kann sind meines Wissens nach leider die “Global Conflicts”-Spiele über dtp.
Zwar sind formal “America’s Army” und das jüngst veröffentlichte NASA-Spiel vom selben Studio auch Serious Games, jedenfalls verfügen sie eindeutig über diesen Anspruch und entspricht das auch die Form ihrer Entwicklung, doch diese ist/sind eben auch nicht kommerziell meistens: und leider entspricht das woanders auch einer Ideologie welche nicht kommerziell sein möchte, doch der Film hat sich schließlich auch nie strikt zwischen Bildung und Unterhaltung getrennt
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Früher, bei Will Wright etwa, haben die “Sim”-Spiele im Mainstream auch oft relevante Themen angesprochen – wie Leben, städtische Entwicklung, Ökonomie im Hochhausbau und Umweltschutz. Heute dreht sich bei den “Sims” vieles eher um Mode und Lifestyle: oberflächliche Dinge – jedoch wäre es aus meiner Sicht durchaus vorstellbar, dass EA die Franchise dahingehend wiederbelebt und etwas zum Klimawandel beispielsweise macht. Auch Ernährungsfragen könnten damit behandelt werden, usw. Dokufilme zu diesen Themen verkaufen sich doch ebenfalls – und nicht bloß Sachen über herzig watschelnde Pinguine
Zum Teil wird das durch diese Trennung in eine eigene Sparte aus meiner Sicht verhindert – indem etwas Eigenes geschaffen wird, mit eigenen (Gratis-)Vertriebswegen, etc.: weshalb etwas wie das kleine aber feine Action-Spiel “Food Force” der UN-Welthungerhilfe nicht auch am PSN anbieten zum Beispiel, etwa bei den Minis, auf Xbox LIVE oder über Steam, so dass es bekannter wird.
Von Tale of Tales wurde “The Graveyard” auch auf Steam veröffentlicht – ich weiß von Leuten welche es schonmal gekauft hatten und extra um es in ihrer Steam-Liste zu haben nochmal kauften. Das wäre doch eine tolle Sache würden Serious Games ebenfalls so den Weg in ein größeres Bewusstsein der Spiele-affinen Öffentlichkeit finden, weil in der gewöhnlichen Spielepresse wird darüber ja auch nicht so oft berichtet. Höchstens wiederum in einer eigenen “Serious Games”-Presse.
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Diese Trennung ist eine für mich gefährliche Illusion die gerade Ressentiments in einer deutschen Öffentlichkeit den anderen Spielen gegenüber so (auch international) noch zugute kommt, zusammen mit ganz bestimmten Vorstellungen von “Kultur” welche in der Form von Serious Games schonmal ihre Verlängerung finden.’