Über eine Liebe.

Was genau macht eine gute Beziehung aus? Ab wann darf man sich selbst als absolut glücklich abstempeln und wie schafft man es, die eigene Beziehung ganz einfach so auszuleben, wie sie einem am liebsten ist, ohne dass Außenstehende den Glauben vertreten, man würde nach außen hin zwar glücklich wirken, die Probleme aber einfach vertuschen? Gibt es einen besonderen Zeitpunkt, an dem es von Dritten nicht mehr verspottet wird, wenn man offen ausspricht, dass man sich sicher ist, den Rest des Lebens gemeinsam zu verbringen? Ist es okay, glücklich zu sein, auch wenn die Leute um einen herum sich zu Neidern entwickeln? Es nicht verstehen, verstehen wollen? Wie genau muss sich eine Liebe entwickeln, damit sie akzeptiert wird?
Selbstverständlich sollte es im Idealfall so sein, dass es einem schlicht und einfach egal ist, was andere über etwas denken, von dem sie ohnehin keine Ahnung haben. Natürlich ist es einfacher gesagt als getan, wenn man davon spricht, die anderen doch einfach reden zu lassen. Es ist vor allem dann schwierig, wenn man indirekt vorgeworfen bekommt, dass man die eigene Beziehung nach außen hin viel positiver darstellt, als sie ist. Mit dem Argument, dass man nun mal gerne zeigt, wie glücklich man ist und man sich dafür nicht schämen muss, können die entsprechenden Leute in der Regel sehr wenig anfangen. Abgesehen davon, dass es ganz einfach auch absolut keinen Sinn macht, sich etwas schön reden zu wollen oder Anderen gegenüber anders darstellen zu wollen, als es wirklich ist.
Über eine Liebe.
Es gibt da eine Geschichte, die jeder Mensch wohl irgendwie fürchtet. Es ist nicht dieses ganz normale Eifersuchts-Märchen. Vielmehr ist es die Geschichte um ein Mädchen und einen Jungen, die sich viele Jahre kennen, sich füreinander verantwortlich und zueinander hingezogen fühlen, eine wirklich wichtige beste Freundschaft pflegen und einander weiter nicht "in Betracht ziehen". Wie denn auch, denn schließlich ist der feste Freund des Mädchens auch gleichzeitig der beste Freund des anderen Jungen. Viele Unternehmungen, viele Erlebnisse, viele gemeinsame Tage und verschiedene Probleme durchleben sie zu dritt. Wunderbare Momente des Glücks, des Frusts, der Enttäuschung, der Liebe und der Geborgenheit. Wahre Freundschaft, die über allem steht.
Ein paar Jahre vergehen, die Blicke untereinander verändern sich, die Berührungen verändern ihre Richtung, die Worte fehlen, die Einsicht kommt schleichend. Gemeinsame Abende hinter geschlossenen Türen, in dunklen Ecken, in verschlossenen Räumen. Nachrichten, die lieber versteckt bleiben sollten. Blicke, die lieber ungesehen bleiben sollten. Und schließlich: ein Kuss, der nicht sein darf. Das Mädchen fasst also den wirklich schwierigen Entschluss, diese wertvolle und wunderbare Dreier-Kombination zu zerstören. Es sagt sich, dass einer der Drei ohnehin zu Schaden kommen wird und ist sich sicher, dass diese Gefühle etwas zu bedeuten haben, viel zu bedeuten haben, vielleicht sogar die Welt bedeuten. Es beendet also die Beziehung zu ihrem Freund, mit dem sie nun vier ausschlaggebende Jahre verbracht hat. Vier Jahre der Entwicklung, vier Jahre voller Liebe, Zorn, Gefühle und Sicherheit. Vier Jahre, in denen eigentlich niemand diese Wendung wirklich hat kommen sehen. Sie beendet also diese große Beziehung für ihren langjährigen besten Freund, der ihr immer zur Seite stand und immer für die da war. Für eine neue Beziehung, deren Vorgeschichte nicht großartiger und intensiver hätte sein können. Selbstverständlich steht die neue Beziehung ab sofort unter Beobachtung. Dieser schmale Grad zwischen Rücksichtnahme und Zurückhaltung. Jeder möchte wissen, wie es zu dieser Wende kam, niemand glaubt an das neue Glück, gemeinsame Freunde können sich nicht entscheiden zwischen der Loyalität zum Exfreund des Mädchens und der Freude für das neue junge Glück. Freundschaften gehen auseinander, Worte werden geflüstert, Blicke werden abgewandt. Viele Menschen können mit komplexen Veränderungen nicht gut umgehen, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen - also wird gar nicht damit umgegangen, kein Verständnis gezeigt und ganz einfach nicht daran geglaubt, dass diese Beziehung eine echte Chance haben könnte. Natürlich hat sie diese nicht, da man sie als Außenstehender einfach nicht hat kommen sehen, weil die vorherige Konstellation zu tief in die entsprechenden Köpfe eingepflanzt war und diese Entwicklung ganz einfach ein Alptraum für viele Menschen ist.
Wer sich also fragt, warum man sich Gedanken um etwas macht oder aber absolut gar keinen Gedanken mehr daran verschwendet, was andere denken könnten - schließlich finden Menschen immer irgendetwas, über das es sich aufzuregen lohnt - dem möchte man doch eigentlich nur wünschen, dass er die Gründe dafür niemals wirklich kennenlernt. Einiges sollte uns aber klar sein: keine Situation ist wirklich ausweglos und nichts ist vorhersehbar, alles kann sich in nur einem Augenblick ändern und letztendlich haben wir nicht die Macht, alles zu kontrollieren; wir müssen lernen, Herz und Kopf gleichermaßen einzusetzen und damit zurechtkommen, dass es richtig ist, einfach nur glücklich zu sein, ganz egal, wie es auf die Anderen wirkt.
In Liebe, 
das Mädchen

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