Über die zentrale Bedeutung der Medien in meiner Erziehung.

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Klassische Bücherwürmer.

Keines meiner Kinder, bis auf die letzten beiden, durften Medien nutzen, bevor sie drei Jahre alt waren.

Ich weiß noch, wie fasziniert der kleine Riesensohn vor dem Computer klebte und die kleine “Raupe Nimmersatt” schaute.

Inzwischen hat sich seine Bandbreite erweitert.

Es gibt nichts besseres als “Hulk”,

um das Kind zum Lesen zu bewegen. “Hulk” gibt es auf JuTjub, das Lesen analog.

Offensichtlich braucht das Kind Helden als Vorbilder, denn Spiderman steht ebenfalls hoch im Kurs.

Hulk wäre jetzt nicht meine erste Wahl, und das in der 70er Jahre Comicserie vermittelte Frauenbild ist, sagen wir mal, haarsträubend fragwürdig.

Deshalb schauen wir Filme immer zusammen,

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Papa geht ja gerne zum örtlichen Fachhändler.

vor allem Dokumentar- oder Sachfilme und natürlich ethisch bedenkliche Filme mit grünen Muskelmännern mit eingeschränkter Sprachfähigkeit: “Hulk müüüde!”

Wieso mache ich das?

Ich verbiete meinen Kindern möglichst nichts, Hulk gewönne möglicherweise noch mehr an Attraktivität, wenn ihm der wohlige Schauer des Verbotenen anhaftete.

Umso wichtiger sind meine Kommentare und auch nachfolgende Gespräche etwa über Geschlechterrollen, etwa dieses:

“Findest du das gut, dass das Mädchen bei dem Abenteuer nicht mitmachen darf, großer Riesensohn?”

“Die wollte doch nicht!”

“Ich glaube, die wollte schon!”

“Ich hätte das nicht gewollt. Ich bin ja nicht blöd. Abenteuer sind doch gefährlich!”

Dass der Sohn nicht grad ein Rabauke ist, haben auch schon andere bemerkt.

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Mangels Fernseher steht bei uns der Bildschirm auf dem Stuhle und wird redlich geteilt.

 Notfälle

Notfälle sind bei uns großzügig definiert. Da gibt es zum Beispiel den Mittagsschlaf-Notfall.

Nach durchkotzten Nächten und einem Vormittag mit einem pflegebedürftigen Kind, brauche ich meinen SchönheitsSchlaf, manchmal auch, wenn alle gesund sind, aber die Kita geschlossen ist.

In solchen Fällen gibt es Filme, die wir entweder schon mal gesehen haben, oder die 100% sorgenfrei sind, etwa die “Sendung mit der Maus”, wenn sie nicht gerade das Thema “Tod” behandelt.

Wenn ich Ruhe brauche, lege ich ein Hörspiel ein.

Besonders am Abend schreit die Bande. Drei Jungs meckern sich gegenseitig an, sie plappern wirres Zeug, sie singen und kreischen, oder sie reden alle gleichzeitig.

Dann mache ich ein Hörspiel an, auch während der Abendbrotszeit. Reden ist natürlich immer erlaubt, schränkt sich aber automatisch ein, weil jeder ja zuhören will.

Das “Urmel” ist übrigens auch so eine Geschichte, die nicht dazu geeignet ist, ein modernes Frauenbild zu vermitteln. Es spielt nur ein weibliches Wesen mit und das ist ein Schwein, zudem noch eines, was den ganzen Tag putzt und sich um den Nachwuchs kümmert. Öfföff.

Bestimmte Hörspiele kaufe ich für alle, denn sie werden so oft gehört, dass ich gerne eine subjektiv pädagogisch wertvolle Vorauswahl treffe.

Bei unseren gemeinsamen Büchereibesuchen dürfen die Söhne aber ausleihen, was sie wollen. Häufig werden beliebte Objekte wie “Teufelskicker” aber nur geliehen, weil sie cool sind, aber gar nicht so gerne gehört.

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Wie das mit den Selfies geht, haben die Zwillinge ja schonmal raus.

Computerspiele

sind etwas, was ich noch nicht will, jedenfalls nicht auf der eigenen Spielekonsole.

Ab und an spielen die Jungs auf dem IPhone; als kleine Knaben gaben wir ihnen so etwas wie “Hubbles” oder “Puzzle”, jetzt fangen die ersten Logikspielchen an, und ich staune über die kreative Lösungsfähigkeit meiner Söhne.

Kino im Kopf

Ich habe Hörbücher schon immer geliebt. Ich habe sogar eine Diplomarbeit darüber geschrieben.

Diese Liebe zu erzählten Geschichten pflege ich derzeit in meiner Märchenerzähler-Ausbildung, und meine Kinder genießen es, dem freien Erzählen zuzuhören.

Manchmal liegen wir Abend alle gemeinsam im großen Bett und lauschen den Streichen von Michel, Grimms Märchen oder hören von den Abenteuern eines kleines rothaarigen Kobolds …

Fazit:

Gemeinsam, ausgewählt und keine Verbote. Und ausreichend analogen Ausgleich.

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Schöne Aussichten: Meine Kinder haben einen “Fernseher” gebaut.