Tropensturm-Situation weltweit 17. August 2012

Von Hurrikansaison
Atlantische Hurrikansaison

Tropensturm GORDON hat etwas abgeschwächt und zieht momentan ein klein wenig südlicher als gestern prognostiziert seine Bahn. Dabei sieht der Wirbelsturm inzwischen etwas besser strukturiert aus.
Erwartete Zugrichtung ist nach wie vor Europa. Auf dem Weg dorthin könnte GORDON am Samstag kurzzeitig noch zu einem Hurrikan werden.
Voraussichtlich am Montag nach Überschreiten des 35. nördlichen Breitengrades sollte der Tropische Sturm dann außertropisch (extratropisch) werden und am Mittwoch - noch weit westlich von Portugal - zu einem außertropischen Tief degradiert werden.
Wenn ein Tropensturm seine tropischen Eigenschaften verliert, beginnt er aufgrund anderer Faktoren zu existieren als ein Tropischer Sturm. Im Normalfall verliert er seine runde Struktur und seine Zirkulation. Im Satellitenbild sieht es meist so aus, als ob es den Zyklon "zerreisst", in vielen Fällen nimmt der Sturm eine Pilz- oder Quallenform an. Hohe Eigengeschwindigkeit ist bei Zugrichtung Europa auch fast immer zu beobachten.
Fazit: Niemand in Europa muss sich Sorgen wegen GORDON machen. Seine Überreste könnten in Form von etwas Wind und Niederschlägen mit möglichen Gewittern in Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark und noch ein paar mehr Ländern ankommen, aber auf gar keinen Fall sind irgendwo Tropische Sturmbedingungen zu erwarten.
Ex-Tropisches Tief 7 im südlichen Golf von Mexiko wird immer wahrscheinlicher zum Tropischen Sturm HELENE. Das NHC sieht inzwischen 70% Wahrscheinlichkeit für das Entstehen eines Tropischen Zyklons innerhalb der kommenden 48 Stunden. Auf den ersten "beleuchteten" Satellitenbilder des heutigen Tages ist zu erkennen, dass das System dabei ist, ganz ordentlich aufzukochen. Der für heute angesetzte Besuch durch einen Hurricane Hunter wurde bisher nicht gecancelt, wird also voraussichtlich stattfinden.
Noch immer sieht es danach aus, als würde das System nahe an der mexikanischen Golfküste nach Norden ziehen wollen. Wahrscheinlichster Landfall im Moment: zentrale oder nördliche mexikanische Golfküste oder Texas.
Südöstlich der Kapverdischen Inseln, befindet sich das System 94L in Entwicklung. Bisher sieht es danach aus, als würde dieses den Spuren GORDONs folgen und NE oder N der Kleinen Antillen landen. Was danach kommt, ist noch ungewiss. Der nächste Name im Atlantik (nach HELENE) ist ISAAC.
Pazifische Hurrikansaison
HECTOR existiert noch immer als außertropisches Tief und dies könnte noch ein paar Tage so bleiben. Der Ex-Sturm zieht dabei weit draußen im Pazifik schnurstracks Richtung Norden. Keinerlei Sturmgefahr.
Taifunsaison

Taifun KAI-TAK (HELEN) befindet sich - oh Wunder - ziemlich exakt dort, wo er erwartet wurde. Zwischen Hainan und der Grenze zwischen China und Vietnam. Offiziell war KAI-TAK übrigens nie ein Taifun, denn die JMA führt den Zyklon noch immer "nur" als Schweren Tropischen Sturm. Aber praktisch alle anderen Institute bezeichnen ihn als Taifun. Bald wird KAI-TAK an der Grenze zwischen China und Vietnam an Land gehen.
Nordöstlich der Philippinen befindet sich das System 96W und deutet erste tropische Entwicklung an. Wie wir wissen, kann das im Westpazifik sehr schnell gehen.