Trolle, Spitzel, Provokateure erkennen ...

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Bürgerinitiativen (BI), insbesondere die kritischer Natur, wie die Anti-Atom-Bewegung oder die Gegner von Stuttgart 21, sind Ziele von gegen sie orientierten Interessengruppen (IG)
Diese IG haben als Ziel, die kritischen BI zu diskreditieren, unmöglich zu machen, eine für die BI positive Stimmung ins Negative umschlagen zu lassen, die BI zu zerstören oder arbeitsunfähig zu machen.
Eine Haupt-IG sind die wirtschaftlichen Nutzniesser selbst. Im Falle von Atomkraft und Castoertransporten ist es maßgeblich die Energiewirtschaft, aber auch staatliche Dienste, die ein hartes Vorgehen gegen die BI ermöglichen wollen.
Ein wesentliches Mittel der IG ist neben der Agitation auch die Infiltration der BI.
Die BI stehen nun vor dem Problem, dass sie die Infiltration erkennen müssen, um sich zu schützen. Dazu muss man ersteinmal wissen, welche Infiltrationsarten es gibt.
Als erstes wäre der Spitzel zu nennen. Seine Aufgabe ist das Abschöpfen und Weiterleiten von Informationen. Der spitzel verhält sich meist unauffällig und ruhig und versucht, innerhalb der BI in den Nahkreis der Entscheidungsfindung zu kommen, was bei BI verhältnismäßig einfach ist, anders als bspw. bei Parteien oder geschlossenen Organisationen. Eine geschickte IG wird nicht nur einen Spitzel einsetzen, sondern mehrere, die sich untereinander nicht kennen. Das schützt die Spitzel vor Entdeckung und sichert breitgefächerte Abschöpfung von Informationen. Solange die Spitzel nur Informationen saugen und weiterleiten, sind sie vergleichsweise ungefährlich. Gefährlicher werden sie erst, wenn sie in der Hierarchie innerhalb der BI in den entscheiderbereich aufsteigen.

Als zweites muss der Provokateur genannt werden. dieser ist in der Regel leicht zu erkennen: Er ist ein Eiferer. Er ergreift oft das Wort, laut und theatralisch und versucht stets, mit worten und Taten Emotionen anzuheizen. Nun, solche Leute gibt es auch ohne Bezug zu IG und ohne, dass sie Trolle oder U-Boote sind.
Vorsichtig muss eine BI sein, wenn ein Neuling sich als besonders eifrig und aktiv hervortut und versucht, den Wortführer herauszukehren, ohne dabei direkt in die erste Reihe zu geraten. Praktisch muss man sich das so vorstellen, dass einer aus den hinteren Reihen einer Demo, versteckt in der anonymen Masse, den ersten Stein Richtung Polizei wirft.
Anonymität ist der Feind jeder BI. Eine BI, die ihre Mitstreiter gut kennt, ist sicherer und weniger angreifbar. Einen guten Schutz bietet auch Dezentralisierung der Verantwortlichkeiten, denn: Ein Troll kann auch nicht überall sein.
Alle drei unterscheiden sich in ihren Aufgaben.
Der Troll will mit Desinformationstaktiken zermürben. Gerade hier im Blogland eine gängige Methode. Das Spiel hat keine zeitliche Befristung, kommt mal mehr oder weniger zu Tage, oft auch unterschwellig. Diskreditierung ist auch hier ein wichtiges Ziel, das Hauptziel ist jedoch die Aufgabe des Gegners. Bei Sitzungen macht er sich durch Zwischenrufe oder Fragen auf sich aufmerksam, wo allgmein bekannt ist, dass der angegriffene diese Fragen nicht beantworten kann. In Folge dessen, wird der Troll lautstark die Unwissenheit und Inkompetenz des Angegriffenen darstellen.
Der Spitzel dagegen schöpft Informationen ab und trägt sie fleissig zum Auftraggeber, damit dieser geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen kann oder einfach nur Informationen über seine Gegner erhält, um selbst vorbereitet zu sein. Auch hier spielt der Faktor Zeit nur eine untergeordnete Rolle und zwar wenn es um die zügige Übermittlung der Information an den Auftraggeber geht. Der Spitzel selbst ist eher langfristig zu betrachten. Oftmals wird bei Spitzeln darauf wert gelegt, dass sie langsam in die Hierarchien des Gegners aufsteigen.
Ganz anders sieht es beim Provokateur aus. Dieser braucht schnelle Erfolge, denn er ist das Frontschwein für die harten Sachen. Ein Provokateur muss schnell und effektiv Leute dazu bewegen, Dinge zu tun, die er vorgibt. Bei einer Demonstration beispielsweise, hat der Provokateur nicht ewig Zeit, die Situation zu beeinflussen.
Er wird sich daher stets verbal vordergründig bewegen, während er körperlich im Hindergrund bleibt, denn auch sein Ziel ist es nicht, direkt in die Frontlinie zu geraten. Wird er erwischt, wird ein potentieller Auftraggeber ihn nicht kennen. Der Provokateur ist also bestrebt, direkt und dennoch im Schutze der Allgemeinheit zu handeln. Bei einer Demonstration z.B. wird der bezahlte Provokateur nie aus der ersten Reihe den Stein werden, sondern aus der Mitte, denn dies verteilt die Schuld und sorgt für den Schutz des Provokateurs durch Anonymisierung innerhalb der Masse. Auch durch verbale Attacken kann er versuchen, bereits vorhandene negative Stimmung in Aggressivität umschlagen zu lassen. Auch hier wird es sich eher in der hinteren Masse bewegen und versuchen, durch Rufe eine angespannte Situation zusätzlich anzuheizen.