Treiben lassen...

Treiben lassen...


Ist es nicht so, dass wir uns ganz oft Aufgaben gegenübersehen, die uns Angst einjagen und zu groß scheinen um sie bewältigen zu können?

In meinem Fall ist das so ziemlich alles.
Und doch habe ich beschlossen, dass das Bloggen wieder Teil meines Lebens sein wird. Und zwar in meinem Tempo.
Das ist zwar nicht kompatibel mit dem der Welt, aber es ist das Tempo, das für mich passt. An manchen Tagen rasant, an manchen so schneckenähnlich, dass es fast amüsieren könnte.

Bloggen war früher ein großes Thema für mich. Früher. Als ich es noch meisterhaft verstanden habe, Depressionen und Angststörung zu verbergen und so zu tun, als hätte ich mein Leben im Griff.

Da habe ich viel Zeit, Energie und Geld ins Bloggen gesteckt, weil es so toll abgelenkt hat von dem Chaos in mir selbst. Und es hat eine heile Welt vorgegaukelt. An diese wollte ich immer so sehr glauben.

Heute ist das anders. Heile Welt? Nein. Habe ich nicht. Aber ich muss sie auch nicht mehr erfinden! Denn ich weiss, dass es darum letztlich nicht geht. Mal ehrlich, die schönen Vorgärten, die luxuriösen Klamotten, das teure Auto, die neusten Errungenschaften, sagen doch gar nichts über das aus, was einen Menschen ausmacht oder wie es in ihm wirklich aussieht.

Deswegen ist das Bloggen für mich ab heute Neuland. Richtiges Neuland, denn ich lass die heile Welt einfach weg und schreibe auch über das, was keiner lesen will: die unschönen Seiten. Und ich lasse mich da treiben. Mal sehen, wohin meine Gedanken so führen.

Keine heile Welt zu haben, heisst aber nicht, dass das Leben furchtbar ist, wobei es das manchmal auch ist, es heisst einfach, dass man nicht vorgeben muss etwas zu sein und zu fühlen, was gar nicht real ist. Es heisst nur, das Leben anzunehmen. Mit allen Hochs und Tiefs und sich nicht dafür zu rechtfertigen, dass das Leben eben nicht immer einfach ist.

Und glaubt mir, das ist weitaus schwieriger, als es sich anhört.