Tragbares der Zukunft: Wie die Technik unsere Kleidung beeinflusst

Von Sandra Geissler @fashionsandrina

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Für zahlreiche Menschen ist es heute selbstverständlich, ein Mobiltelefon überall hin mitzunehmen. Meistens wird das Smartphone in der Hosentasche oder in der Jackentasche verstaut. Den raschen Fortschritt der Handy-Technik wollen Modeschöpfer jetzt nutzen, um mithilfe integrierter Elektronik die Kleidung noch smarter zu gestalten.

Multifunktionale Jacken und Hosen

Bereits im Sommer 2017 wurde eine von einem amerikanischen Mode-Konzern entwickelte Jeansjacke vorgestellt, die es dem Träger ermöglicht, beim Tragen gleichzeitig sein Smartphone zu steuern. Die smarte Jeans-Kollektion einer anderen US-Modemarke verzichtete zwar auf diese praktische Funktion, allerdings registrieren Jacken und Hosen der Kollektion die Häufigkeit des Tragens. Zur Belohnung für die häufige Nutzung erhält der Besitzer Punkte, die in Gutscheine umgetauscht werden können. Coole Klamotten müssen praktisch und funktional sein. Da Smartphones zum Alltag gehören, sollten Jacken- und Hosentaschen groß genug sein, um das Handy darin sicher unterzubringen, um von unterwegs auf die E-Mails zugreifen, im Internet zu surfen oder im Online-Casino spielen zu können. Printed Electronics ist eine erfolgreiche Strategie, durch die Kleidung multifunktional werden soll. Demnach können Druckstellen im Schuh zukünftig elektronisch gemessen werden und Sensoren in Sport-Shirts die Leistung und Gesundheit von Sportlern überwachen. Experten zufolge ist zudem geplant, Trägern von Fantrikots den Zugang zu ausgewählten Bereichen zu ermöglichen. Die Impulse zur modernen Gestaltung der Bekleidung kommen nicht aus der Textilbranche, sondern werden in der Elektronikindustrie entwickelt.

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Innovationen in der Mode-Industrie

Gedruckte und flexible Elektronik soll zukünftig mehr Funktionen in Stoffe integrieren als bisher. Als gedruckte Elektronik wird im Fachjargon eine Kombination aus leitfähigen Materialien mit unterschiedlichen Lack- und Farbsystemen bezeichnet. Diese Muster werden in speziellen Verfahren großflächig und in mehreren Schichten auf Textilien, Papier und Folien übertragen. Bedruckt werden die Textilien über die gängigen Druckverfahren. Die aufgedruckte leitfähige Farbe erfüllt die Funktionen der konventionellen Elektronik. Sie leitet nicht nur Strom, sondern dient ebenfalls als Reflektor, Heizelement, Antenne und als Bedienoberfläche für kleine elektronische Geräte wie Smartphones sowie als Sensor für verschiedene Messungen. Die sogenannte NFC Technologie soll unzählige Verwendungsmöglichkeiten bieten. NFC Etiketten, die bereits jetzt gedruckt werden können, sind flexibel, hautfreundlich und waschbar. Demnächst sollen auch Aufnäher und Patches entstehen, die als integrierte Schnittteile an der Bekleidung befestigt werden und verschiedene Funktionen erfüllen. Die Entwickler der NFC-Technik erwarten, dass die NFC Technologie sich zu einem wichtigen Teil des Eco-Systems entwickeln wird. Über gedruckte Elektronik lassen sich alle Vorgänge, die über chemische Prozesse messbar sind, gut darstellen. Mithilfe integrierter Sensoren kann der Schweiß von Sportlern analysiert und deren Gesundheit überwacht werden. Gleichzeitig können Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur gemessen werden, wobei das Temperatur-Management die in der Sportjacke integrierte Heizung aktiviert. Smart Clothes wurden bereits anlässlich der Olympischen Winterspiele 2018 getragen. Die US-amerikanische Mannschaft lief mit Jacken, die über Heizelemente im Jackenfutter verfügten, ins Stadion ein. Allerdings sind die multifunktionalen Jacken derzeit noch nicht überall erhältlich. Die von einem US-Modekonzern entwickelten und in limitierter Auflage zu einem Preis von 2.495 US-Dollar angebotenen Sportjacken waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.

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