Tori Amos in concert in Rom

Tori Amos, eine der einflussreichsten Sängerinnen der 90er Jahre kehrt im Rahmen ihrer Promotion Tour für ihr neues Album “Night of Hunters”, das im Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde, nach Italien zurück.

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Sie zählt zu den exzentrischsten Figuren der Popmusik aus den Zeiten vor Lady Gaga, gilt jedoch ebenfalls als eine Sängerin mit großem Talent und vielseitigen instrumentalen Fähigkeiten. Ihr Piano, welches sie begleitet, seit sie 3 Jahre alt war, war stets ihr wichtigstes Ausdrucksmedium. Schon in jüngsten Jahren machte sie im Musikumfeld ihrer Stadt (Rockville, Maryland) von sich reden, als sie 1968 mit erst 5 Jahren im Musikkonservatorium Peabody mit einem Vollstipendium aufgenommen wurde. Damit war sie die jüngste Schülerin in der Geschichte des Konservatoriums, verlor jedoch bereits nach wenigen Jahren ihr Stipendium und wurde aufgrund ihres „subversiven“ Verhaltens der Schule verwiesen: sie hatte eine Vorliebe für Rockmusik (mit 11 Jahren interpretierte sie Lieder von Led Zeppelin neu, was an dem strengen Konservatorium nicht geduldet werden konnte). Darüber hinaus spielte sie mehr aus einem Instinkt heraus, als nach den strengen Kontrollen, Regeln und Virtuositäten. Sie hasste die Partituren und verabscheute Disziplin, was sie in den Augen der strengen Professoren als eine Ketzerin erscheinen ließ.

Und so ergab es sich, dass Tori Amos schließlich in verschiedenen Bars auftrat. Die Gigs wurden von ihrem Vater arrangiert, der außerdem stetig Demotapes mit den Liedern seiner Tochter an sämtliche Plattenfirmen des Landes schickte und mit seiner bedingungslosen Hingabe und dem Glauben an das Talent seiner Tochter Recht behalten sollte. Bei einem jener Auftritte machte Tori allerdings die vielleicht schlimmste Erfahrung ihres Lebens (die sie in ihrem Song „Me and a Gun“ verarbeitete). Ein Stammgast einer jener Bars sprach sie nach einem Auftritt an, woraufhin sie ihm beim Verlassen der Bar anbot, ihn ein Stück im Auto mitzunehmen. Minuten später drohte er, sie umzubringen, wenn sie ihm nicht seine sexuellen Wünsche erfüllte. Diese Episode der Gewalt war eine schwere Probe für Amos, die sie jedoch dank ihrer Kraft und Leidenschaft in ihrer Kunst zu verarbeiten wusste.

Zu ihren bedeutendsten Werken zählen “Little Earthquakes” (ihr erstes Album, veröffentlicht im Jahre 1991), “Under the Pink” (mit dem ihr wenige Jahre später der große Durchbruch gelang), das interessante Projekt “Boys for Pele”, live aufgenommen in einer Kirche in Irland, “From the Choirgirl Hotel” (bei dem sie erstmals elektronische Töne einfließen ließ), das düstere Album “To Venus and Back” sowie “Abnormally attracted to sin” und zuletzt “Nights of Hunters”.

Ihr neuestes Album ist der klassischen Musik gewidmet und präsentiert eine Reihe von Songs des 21. Jahrhunderts, die von der Musik der vergangenen 400 Jahre inspiriert wurden. Amos liebt die Erzählungen und beschreibt mit dieser Platte eine komplexe Geschichte über Gefühle: die Hauptfigur, eine Frau inmitten der Ruinen ihrer Beziehung, durchlebt eines Nachts eine Art Initiierungsprozess, der sie sich neu erfinden lässt, wie Phönix aus der Asche.

 


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