Top 5 denkwürdigste Filmszenen 2019

Von Pressplay Magazin @pressplayAT

Top 5 denkwürdigste Filmszenen 2019

2019 neigt sich mit riesen Schritten seinem Ende zu und somit ist es abermals an der Zeit, zwischen Vanillekipferl und Punsch, das aktuelle Kinojahr Revue passieren zu lassen. Es folgen meine persönlichen fünf Momente, die jeweils auf ihre eigene Art Kinomagie versprüht haben.

Avengers: Endgame
(Regie: Anthony Russo, Joe Russo)

Der vierte Avengers-Teil hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Handlungsstränge aus zehn Jahren MCU zu einem befriedigenden Abschluss zusammenzuführen. Stellvertretend dafür steht die Portal-Szene, die mit ihrer visuellen Aufbereitung und dem bombastischen Score von Alan Silvestri nicht nur so nebenbei einen weiteren Meilenstein des Blockbusterkinos markiert, sondern auch allen Fans der Reihe ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte. Egal wie man zu diesen Filmen steht, muss man objektiv anerkennen, wie viel Aufwand und Planung dafür nötig waren, um an diesen Punkt zu gelangen.

Once Upon a Time in … Hollywood
(Regie: Quentin Tarantino)

Quentin Tarantino bescherte uns mit seinem Ausflug in die Ära des New Hollywood sein bis dato persönlichstes Werk. Die beiden männlichen Hauptrollen seiner Geschichte sind mit Leonardo Di Caprio und Brad Pitt wieder einmal hervorragend besetzt, was sie in ihren Szenen bravurös unter Beweis stellen. Obwohl Pitt durch sein lässiges Spiel der geheime Star des Films ist, setzt Di Caprio noch eins drauf, indem eine seiner Szenen darin besteht, einen Schauspieler zu verkörpern, der für einen Film eine Rolle spielt. Klingt zuerst etwas konfus, doch das Ergebnis spricht für sich und zeigt wieder, dass dieser Mann sein Handwerk bestens versteht.

Sea of Shadows
(Regie: Richard Ladkani, Sean Bogle, Matthew Podolsky)

Mit Sea Of Shadows hat es ein ganz besonderes Projekt in diese Liste geschafft. Der packende Öko-Thriller des österreichischen Filmemachers Richard Ladkani (gemeinsam mit den Co-Regisseuren Sean Bogle und Matthew Podolsky) widmet sich dem Kampf für den Fortbestand des Vaquitas, der kleinsten Walart der Erde, und dem gesamten Ökosystem, in dem er beheimatet ist. Wäre das Thema an sich nicht bereits aufreibend genug, so appelliert Ladkani vor allem mit Hilfe einer Szene, in der Meeresbiologen um das Leben eines dieser Tiere ringen, besonders eindringlich an das Publikum und bewegt sich mit der schonungslosen Darstellung dieses Problems genau am Puls der Zeit.

Joker
(Regie: Todd Phillips)

Die geerdete Charakterstudie über den bekanntesten Comic-Bösewicht aller Zeiten zeichnet sich ohne Zweifel durch die One Man-Show von Joaquin Phoenix aus. Obwohl sich für diesen Anlass eigentlich jede einzelne Szene des Schauspielers anbieten würde, bleibt vor allem jener Moment in Erinnerung, der ganz auf das gesprochene Wort verzichtet und im Grunde dem reinen Improvisationstalent von Phoenix entsprang. In Verbindung mit Hildur Gudnadottirs düsteren Klängen erschafft der Mime eine intime Tanzszene, die einerseits etwas Wunderschönes an sich hat aber andererseits die verstörende Persönlichkeit seines Charakters gekonnt nach außen kehrt.

Parasite
(Regie: Bong Joon-ho)

Hinter dem unscheinbaren wie genialen Filmtitel verbirgt sich nichts Geringeres als der neueste Streich des koreanischen Regisseurs Bong Joon-ho, welcher mit seiner schwarzhumorigen Gesellschaftssatire einen ernstzunehmenden Anwärter auf den Film des Jahres abgeliefert hat. Der Filmemacher versteht es, protzige Ästhetik und klassische Musik so miteinander zu kombinieren, dass die betreffende Szene durch ihren Rhythmus, die dargebotene Detailverliebtheit und das geschlossen hohe Niveau des Schauspielerensembles eine nervenaufreibende Spannung erzeugt, wie es einst bloß Alfred Hitchcock beherrschte. Gleichzeitig gelingt es ihm hierbei hervorragend, das durch Skurilität ausgelöste Lachen im nächsten Moment verstummen zu lassen.