Tollwutimpfung beim Hund: Nebenwirkungen

Die Tollwutimpfung beim Hund hat einen schlechten Ruf bekommen. Das dürfte an den Impfstoffen für Menschen liegen, die nach einer möglichen Ansteckung gespritzt werden. Außerdem haben wir schnell vergessen, wie gefährlich Tollwut noch vor wenigen Jahrzehnten war.

Denn in der Regel verläuft Tollwut tödlich. Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die durch Bisse eines erkrankten Tieres übertragen wird. Es gibt keinerlei Medikamente, die eine bestehende Infektion heilen könnten.

Trotzdem rät sogar die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) des Friedrich-Loeffler-Instituts von einer pauschalen Impfung beim Hund ab. Das hat nichts mit den Nebenwirkungen zu tun, die in Einzelfällen auftreten können. Vielmehr gelten Deutschland und alle Nachbarländer seit dem Jahr 2008 als tollwutfrei.

Ein Impfschutz für Ihren Hund ist jedoch Pflicht, wenn Sie zusammen ins Ausland reisen möchten.

Gefährliche Tollwuterkrankung

Eine Tollwut Erkrankung verläuft beim Menschen innerhalb von 15 bis 90 Tagen tödlich. Hier gibt es nur einige wenige dokumentierte Ausnahmen.

Beim Hund beginnen die Symptome rund zwei bis acht Wochen nach der Infektion. Tollwut endet beim Hund nach einem Tag bis einer Woche nach Ausbruch der Krankheit immer tödlich.

Bricht die Krankheit aus, kommt es zu Verhaltensveränderungen. Der Hund kann Nervosität oder Angst zeigen. Dies wird später in Aggression umschlagen. Dazu kommt eine allgemeine Unruhe, gefolgt von Lähmungserscheinungen. Schon kurze Zeit später stirbt der Hund sehr qualvoll.

Wie wird Tollwut übertragen?

Weltweit lassen sich 99 Prozent der Erkrankungen auf eine Übertragung durch Hunde zurückführen. Hier sind vor allem Streuner in Indien zu nennen. Die meisten Tollwut Fälle werden aus Ländern wie Indien und aus Afrika gemeldet.

In Deutschland wurde Tollwut früher vor allem durch Füchse auf Hunde und Katzen übertragen. Der letzte Fall wurde im Jahr 2006 dokumentiert. Denn in Mitteleuropa hat man Tollwut durch Schluckimpfungen von Wildtieren gut unter Kontrolle gebracht.

Weitere gefährliche Überträger sind Fledermäuse. Das Virus wird durch den Speichel der tollwütigen Tiere übertragen. Hier reicht eine Kratzwunde aus.

Der Name Tollwut stammt vom mittelhochdeutschen „toll" oder „nicht bei Sinnen" ab. Das beschreibt ziemlich gut das Krankheitsbild im Endstadium. Die Wutkrankheit oder auch Rabies genannt, wird durch das Rabies Virus ausgelöst. Infizieren können sich die meisten Säugetiere, aber auch Vögel. Pflanzenfresser trifft die Erkrankung sehr selten.

Von der Eintrittsstelle sucht sich das Virus seinen Weg bis in das Zentralnervensystem. Von hier breitet es sich auf andere Organe aus. Die Erkrankung verläuft äußerst qualvoll. Infizierte Tiere sind oft außergewöhnlich zutraulich oder aber verstärkt aggressiv und bissig. Eine weitere Übertragung ist daher leicht möglich.

Impfungen gegen Tollwut

Der Welpe kann ab der vollendeten 12. Lebenswoche gegen Tollwut geimpft werden. Hierbei reicht bei einigen Impfstoffen bereits eine Impfung. Nach drei Jahren wird dann eine Auffrischung notwendig.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Tollwutimpfung nicht mehr verpflichtend. Denn diese Länder gelten heute als tollwutfrei.

Sollten Sie mit Ihrem Hund Urlaub innerhalb Europas machen, ist eine wirksame Tollwutimpfung verpflichtend. Wirksam ist die Impfung dann, wenn sie mindestens 21 Tage zurückliegt. Gängige Impfstoffe wirken rund drei Jahre lang. Danach muss aufgefrischt werden.

Nebenwirkungen der Tollwutimpfung

In der Regel verläuft die Impfung für den Hund ohne jegliche gesundheitlichen Probleme. Trotz allem besteht die Möglichkeit von Nebenwirkungen. Diese sind meist harmlos und verschwinden von selbst wieder.

Der schlechte Ruf der Tollwutimpfung lässt sich auf die nachträgliche Impfung für Menschen zurückführen. Sie bringt gelegentlich erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Das gilt besonders für Impfungen, die nach einem Biss gespritzt werden.

Nur zu gerne vergessen die betroffenen Personen, dass eine sogenannte postexponentielle Tollwutimpfung das Leben retten kann. Früher wären sie unweigerlich gestorben.

Hunde vertragen die Impfung in der Regel sehr gut. Sollte dies nach zwei bis drei Tagen nicht der Fall sein, sollten Sie die Tierärztin zurate ziehen.

Mögliche Nebenwirkungen der Tollwutimpfung sind:

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Schwellung der Einstichstelle

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund unter diesen Nebenwirkungen leidet. Vielmehr sind es Symptome, die nach der Impfung bei wenigen Hunden unter tausenden von Tieren aufgetreten sind.

Wie lange Nebenwirkungen nach Tollwutimpfung beim Hund?

Jeder Hund reagiert anders auf eine Tollwutimpfung. Wichtig ist es, ihn nach der Impfung zu schonen.

Zum Beispiel sollten Sie mit dem Sportprogramm nach einer Tollwutimpfung einige Tage warten. Auch Baden kurz nach einer Impfung ist keine gute Idee. Damit kann gerne einige Tage gewartet werden.

Nebenwirkungen können deutlich schwerer ausfallen, wenn Tiere in krankem Zustand geimpft wird. Eine kurze Untersuchung durch die Tierärztin sollte daher selbstverständlich sein. Jede verantwortungsbewusste Ärztin wird das sowieso machen, selbst wenn Sie nicht ausdrücklich darauf bestehen.

Soll ich meinen Hund gegen Tollwut impfen lassen?

Bis vor wenigen Jahren wurde allen Hundebesitzerinnen dringend empfohlen, ihre Haustiere gegen Tollwut impfen zu lassen. Dafür gab es gleich mehrere Gründe.

  • Die Tollwutimpfung kann im Ernstfall nicht nur das Leben des Hundes retten. Sie kann auch andere Tiere und sogar Menschen vor einer Übertragung schützen.
  • Ist der Hund gegen Tollwut geimpft, darf er reisen. So steht auch einem spontanen Grenzübertritt nichts im Weg.

Wie bereits erwähnt, ist die Impfung bei Reisen innerhalb der EU Pflicht. Die Tollwutimpfung muss sogar im Europäischen Impfpass eingetragen sein. Nur so reisen Sie mit Ihrem Tier legal.

Für die Einreise aus anderen Ländern gilt ebenfalls eine Impflicht. Außerdem muss der Mindestantikörperspiegel im Blut bestimmt werden.

Fragen Sie am besten Ihre Tierärztin, wie das Risiko in Ihrem Fall einzuschätzen ist. Falls Sie nicht ins Ausland reisen möchten, empfehlen sogar die Experten der Impfkommision auf eine Tollwutimpfung zu verzichten.

Quelle: https://www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/neues-einzelansicht/aktuelle-impfempfehlungen-der-stiko-vet-fuer-kleintiere-und-wiederkaeuer/

Was passiert meinem Hund ohne Impfschutz?

Hat ein ungeimpfter Hund Kontakt mit einem infizierten Tier oder bereits Symptome, muss er umgehend eingeschläfert werden. Falls Ihr Hund Kontakt mit einem Tollwut-verdächtigen Tier, können Sie Ihren Vierbeiner Zuhause in Quarantäne halten.

Gibt es einen Beißvorfall, müssen Sie nachweisen, dass Ihr Hund gegen Tollwut geimpft ist. Ist der Hund nicht geimpft, bedeutet das nicht nur einen hohen Verwaltungsaufwand und Papierkrieg. Seitens der Behörden können auch mehrere Untersuchungen auf Tollwut Symptome angeordnet werden.

Dem Geschädigten wird vorsorglich zu einer Tollwutimpfung angeraten. Und das kann zivilrechtliche Konsequenzen haben, wie etwa Schmerzensgeldforderungen.

All diese Unannehmlichkeiten kann man sich durch eine einfache Impfung ersparen.

Fazit zur Tollwutimpfung beim Hund

Stellt man nun die möglichen Nebenwirkungen dem absoluten Nutzen der Impfung gegenüber, zeigt sich meist, dass eine Tollwutimpfung in vielen Fällen sinnvoll ist. Die Nebenwirkungen sind bei dieser Impfung in der Regel zu vernachlässigen.

Wobei die Entscheidung bei Ihnen liegt, ob Sie Ihren Hund gegen Tollwut impfen lassen möchten oder nicht. Auf der einen Seite gilt Deutschland seit dem Jahr 2008 als frei von terrestrischer Tollwut. Das ist auf konsequente Impfmaßnahmen der Wildtiere zurückzuführen.

Deshalb diskutieren Tierärzte schon länger darüber, ob eine flächendeckende Impfung von Hunden und Katzen noch notwendig ist. Selbst die Experten der Bundesverband praktizierender Tierärzte das Risiko einer Ansteckung mit Tollwut als gering.

Andererseits besteht die die Gefahr weiterhin durch die Einfuhr infizierter Tiere. Außerdem gerät die Fledermaustollwut zunehmend in den Fokus. Obwohl eine Übertragung von Fledermäusen auf Hunde oder Menschen als äußerst unwahrscheinlich gilt.

Wir werden jedoch erst in der Zukunft wissen, ob sich die Tollwut dauerhaft eindämmen lässt. So zeigt die rasante Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, dass wir manche Infektionskrankheiten nicht unter Kontrolle haben können.

Verreisen Sie einfach mehr ins Ausland. Dann wird Ihnen die Impf-Entscheidung abgenommen. Denn bei Auslandsreisen ist eine Tollwutimpfung ohnehin Pflicht. Ihre Tierärztin wird Sie darüber umfassend beraten.

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