Tierproben im Zirkus Knie: Weshalb Elefanten nicht auf Ballone tanzen

Tierproben im Zirkus Knie: Weshalb Elefanten nicht auf Ballone tanzen

Knie bedeutet auch Zirkuszoo und Tierproben

Gestern hat unser Kleiner für einmal keine Schule gehabt und diese Ausnahme in unserem Wochenablauf eröffnete uns die Möglichkeit, spontan den Zoo und vor allem die Tierproben des Zirkus Knies zu besuchen. Die Tierproben finden jeweils montags bis samstags (ausser an den Aufbautagen) am Vormittag im Zirkuszelt statt. Dies erklärt, weshalb wir die Tierproben letztmals besucht haben, als die Buben noch nicht schulpflichtig waren. Dabei lieben Kinder am Zirkus in der Regel vor allem die Tiere und genau deshalb sind die Tierproben und der Zirkuszoo auch so beliebt!

Tierproben im Zirkus Knie: Weshalb Elefanten nicht auf Ballone tanzen

Tierproben: Unspektakulär und genau deshalb so eindrücklich

Der Umgang mit Tieren im Zirkus Knie beruht auf einem Dialog zwischen Tierlehrer und Tier. Dabei haben die Knies ihre Kenntnisse nicht nur aus Büchern, sondern bilden ihre Tiere vor allem tiergerecht auf der Grundlage ihrer Erfahrung, ihres über Generationen erworbenen enormen Wissens und ihrer grossen Tierkenntnis aus.

Davon konnten wir uns im Gespräch mit Fredy Knie jun. selber überzeugen. Unser Kleiner hat ihm nämlich ein paar Fragen stellen dürfen:

Tierproben im Zirkus Knie: Weshalb Elefanten nicht auf Ballone tanzen

Fredy Knie jun. – Pferdeliebhaber, Tierlehrer und Zirkusdirektor in einem

Herr Knie, folgen alle Tiere eigentlich gleich gut? Und sind die einen intelligenter als die anderen?

Bei Tieren spricht man von einer anderen Intelligenz als bei Menschen. Das hat sehr viel mit Instinkt und Temperament zu tun. Es gibt Tiere, die lernen schneller, und es gibt Tiere, vor allem Fluchttiere, die lernen etwas weniger schnell. Diese Tiere suchen den Menschen ja nicht, sondern es ist der Mensch, der das Tier suchen muss, damit das gegenseitige Vertrauen aufgebaut werden kann. Deshalb kann man nicht von Intelligenz, sondern eher von Lernfähigkeit reden. Beim einen geht es schneller, beim anderen vielleicht etwas weniger.

Was ist das wichtigste, das ein Tierlehrer können muss?

Das wichtigste ist, dass man sich selber beherrschen kann. Denn wenn ich schlechte Laune habe oder schlecht drauf bin, versteht dies das Tier nicht. Ich kann es ihm nicht erklären. Einem Menschen kann ich sagen, du, heute habe ich schlechte Laune, lass mich  in Ruhe. Aber einem Tier kann man das nicht sagen, es weiss nicht, weshalb ich schlechte Laune habe. Und das kommt beim Tier ganz schräg rein. Also, wenn ich mit den Tieren arbeite und mir ist vielleicht vor den Tierproben etwas über die Leber gekrochen, muss ich abschalten können und alles vergessen. Ich bin dann voll bei meinen Tieren und die Probleme können wieder angegangen werden, wenn ich mit den Proben fertig bin.

Könnte auch ein Kind die Tierproben durchführen?

Ja, teilweise schon. Wenn die Tiere ausgebildet sind, kann ein Kind die Tiere grundsätzlich auch trainieren, was ja der Fall ist bei meinen Grosskindern. Aber ein junges, rohes Tier (ein rohes Tier, ist eines das noch nicht ausgebildet ist), dann ist es schon besser, wenn es Erwachsene machen. Ein Kind kann aber natürlich mit einem Hund trainieren, das geht schon. Aber mit einem Pferd ist es auch von der Grösse und von der Kraft her ein bisschen schwieriger für ein Kind.

In Comics oder in Trickfilmen habe ich auch schon gesehen, dass Tiger durch brennende Reifen springen oder Elefanten auf einem Ballon balancieren. Wieso sieht man das im Zirkus Knie nicht?

Vor 30, 40 Jahren ist das noch so gewesen, und das sind so Bilder, die noch in den Köpfen der Menschen sind und das Ganze vor allem für Kinder spektakulär machen. Aber das ist einfach nicht die Realität und heute werden Tiere nicht mehr so präsentiert. Ausserdem muss ich einem Tier Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten können, wenn das – wie im Fall von Tigern und Elefanten – nicht möglich ist, dann lasse ich das lieber weg.

Laufen die Tierproben jeden Tag genau gleich ab?

Zeitlich ja, aber man trainiert immer etwas anderes. Wir trainieren auch nicht das, was wir in der Vorstellung zeigen, denn dies sollte alles bereits bestens klappen. Wir trainieren aber die neuen Nummern für nächstes Jahr. Nach der Tierprobe kommen die Tiere auf die Weid. Auf dem Albisgüetli haben wir schöne grosse Weiden. Die Tiere haben dort ihre Freizeit und Beschäftigung und dann kehren sie zurück zur Abendvorstellung.

Welches ist eigentlich ihr Lieblingstier? Mit welchem Tier arbeiten sie am liebsten?

Auf diese Frage habe ich eine einzige Antwort: Das Pferd!

Herzlichen Dank, Herr Knie, dass Sie sich für diese spontane und spannendes Gespräch Zeit genommen haben!

Im Anschluss an das Gespräch haben wir die Tierproben verfolgt und dabei das Training der Pferde beobachten können:

An verschiedenen Standorten finden auch die Veranstaltungen “Tiere gehen zur Schule” statt. Die Familie Knie führt dann durch spezielle, kommentierte Proben und die Zuschauer erfahren Wissenswertes zu den verschiedenen Tieren und wie man mit ihnen im Zirkus arbeitet.

Der Eintritt zu den Tierproben ist im Zirkuszooticket bereits enthalten (CHF 5.- für Erwachsene, CHF 2.50 für Kinder). Der Zoo ist täglich von 9 bis 19 Uhr offen, die Tierproben finden zwischen 9 und 12 Uhr statt. Viele weitere interessante Informationen zu den Tierproben und generell zur Tierhaltung im Zirkus Knie findet ihr auf der Webseite des Zirkuns Knie oder unter folgenden Links:

Weiterer Beitrag passend zum Thema: