Tiefer, Langsamer, Näher!

Das Dilemma der kapitalistischen Wirtschaft ist, dass die Welt nicht endlos ist. Die Kugelform macht Abgeschlossenheit. Unendliche Weiten: Fehlanzeige! Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum Wohlstandsgedanken gründet, kommt spätestens dann in die Bredouille, wenn es nur noch wenig Platz zum Anwachsen gibt. Fortschritt kann es am Schlagbaum der Endlichkeit nicht geben. Hie und da gibt es noch zu erobernde Märkte. Beispielsweise soll jeder Chinese mit einem Auto ausgestattet werden. Da ist Wachstumspotenzial geboten. Da kann sich Höher, Schneller, Weiter!, dieses Motto des kapitalistischen Fortschritts, doch noch behaupten.

Wachstum benötigt Platz. Der ist aber nicht gegeben. Höher, Schneller, Weiter! ist damit ein Schlachtruf, den sich eine leistungsfähige Wirtschaft der Zukunft nicht auf die Fahnen schreiben kann. Die Enge des Planeten macht, dass umgedacht werden muß. Man muß sich mit der Endlichkeit bescheiden. Etwas mehr Bescheidenheit als Motto! Lebensqualität erhalten und steigern, dennoch dem entfesselten "Immer mehr" den Rücken kehren.

Tiefer!

Der Fortschritt durch Wachstum hat die Lebensqualität vieler Menschen nachhaltig zerstört. Verkehrslärm wird als erträglich im Angesicht des Fortschritts abgetan. Dadurch auftretende Krankheiten als Randerscheinung diffamiert. Immer höher hinaus wollten wir als Gesellschaft. Eine Flugreise als Massenartikel - Landebahnen hierzu; Straßenausbau zur höheren Mobilität. Wachstumsimpulse schaffen, damit mehr Kraftfahrzeuge gekauft werden. Europas Straßen, gerade in diesen mitteleuropäischen Gefilden, sind verstopft - und trotzdem Kauft mehr Autos! Die Umweltbelastung ist außerordentlich - aber kauft Autos! Das Erdöl geht zur Neige - doch eilt zum Autohändler, holt euch Verbrennungsmotoren!

Möglich, dass globale Mobilität auch ohne beträchtliche Umweltbelastungen wirklich werden kann. Wird die Hektik, der Lärm, das enge Gewusel auf den Straßen verschwinden? Werden die monotonen Straßenlindwürmer weniger? Kommt ein wenig Lebensqualität zurück, wenn das Erdöl durch Sonnenkraft ersetzt wird? Oder ist auch dann der Mensch für die Wirtschaft da? Lärmt es hienieden dann nicht trotzdem? Nur dann eben umweltschonender? Nur wer schont den Mensch? Sollte eine Wirtschaft, die die Menschen versorgt und sie nicht quält, nicht tiefer ansetzen, anstatt höher hinauszuwollen?

Langsamer!

Vieles scheint sich zu wandeln. Kein Atomstrom mehr, dafür erneuerbare Energien. Überhaupt müsse Wirtschaften heute bedeuten, dass man nachhaltig kalkuliert. Wirtschaft im Einklang mit Natur oder Schöpfung, wie es gläubige Menschen nennen. Nur die Zeit, sie soll nicht reformiert werden. Das heißt, dass es keine Zeit mehr gibt, weil keiner mehr Zeit hat, das gilt auch in einer zukünftig erdachten Welt als unabwendbar. Der Fortschritt trieb uns an. Schneller, immer schneller! Und wir trieben uns irgendwann selbst an. Schneller, immer schneller. Time-Management! Der Tag als tabellarisch geführter Stundenplan.

Der Wachstumsdrang trieb uns zur Eile. Wir mussten mehr wachsen als andere. Schnell, schnell, bevor sich andere dort ausbreiten und für uns kein Platz mehr ist. Nun formt sich der Kapitalismus in vollendete Ausbreitung. Wohin soll er noch wachsen? Welche Ressourcen nehmen, um sie an welche Konsumenten verteilen? Die letzten Märkte sind mehr oder minder auch bald gesättigt, wenn man sie überhaupt füttern will. Wozu noch die Eile? Warum noch immer Schneller!, wenn es nun auch langsamer gehen könnte? Bedächtigkeit als ökonomisches Prinzip. Nicht mehr so viel Unternehmen - einfach mal Unterlassen.

Näher!

Ein ruhigeres, bedächtigeres und bescheideneres Wirtschaftssystem, das nur unbescheiden ist bei dem Ziel, den Menschen zu dienen, es benötigt weniger globale Verästelungen. Regionale Kooperationen sind zu leisten imstande, was Lebensqualität zeitigt. Globale Irrfahrten von Gütern sind ineffizient. Alles schweift in die Ferne. Die Wachstumswirtschaft baut für die Ferne Pipelines und Landebahnen und schickt dorthin Soldaten. Wie unabhängig ist eine Wirtschaft, die sich von den Ressourcen ferner Länder abhängig macht? Die Kriege führen muß, um so wie sie ist, überleben zu können?

Zeugt es von uneingeschränkter Lebensqualität, wenn wir Fluggelegenheiten installieren und noch weiter ausbauen, um die Ferne zu erobern, jedoch das Umland der eigenen Stadt nicht kennen? Ist das Lebensqualität, wenn uns das Wachstumsdiktat nötigt, junge Menschen in Uniformen zu pressen, damit sie uns Ressourcen und damit ein wenig Wachstum sichern können? Wäre eine Wirtschaft nicht dann näher am Menschen, wenn sie das Weiter! durch Näher! ersetzt?


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