Thierse redet Unsinn

wolfgang thierse Thierse redet Unsinn

Wolfgang Thierse (Foto: Wikipedia)

Da wollte ich mich heute noch über den Unsinn aus­las­sen, den Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die­ser Tage von sich gab: Er “sieht in der Kirchensteuer eine finan­zi­elle Unterstützung der Gläubigen für den Staat.” 

Das ist natür­lich hah­ne­bü­chend und falsch.
Vielleicht wäre es gut gewe­sen, wenn Thierse doch ein­mal in das auch ihm kos­ten­frei zuge­sandte “Violettbuch” geschaut hätte…

Meiner Polemik ist dann jedoch Kollege Carsten Frerk zuvor­ge­kom­men. Kennt die­ser sich doch defi­ni­tiv bes­ser in der Materie aus als ich es je könnte. So schreibt er:

Wolfgang Thierse ist ein umtrie­bi­ger und ent­schlos­se­ner Lobbyist sei­ner christ­li­chen Religion, einer der Sprecher des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD und seit lan­gen Jahren hin­zu­ge­wählte Einzelpersönlichkeit im Zentralkomitee der deut­schen Katholiken. Er ver­un­glimpft kon­se­quent u.a. die Thesen der Laizisten in der SPD als „Anachronistische Forderung“. Das ist jedoch Politik und wer nicht gemobbt wer­den will, sollte wohl nicht in die Politik gehen. Meinungen kann man inso­fern sagen und ändern, Tatsachen aber blei­ben Tatsachen. [...]

Nach der letz­ten vor­lie­gen­den Gesamtdarstellung („Caritas und Diakonie in Deutschland, 2005)) wer­den aus den kirch­li­chen Finanzeinnahmen rund 840 Millionen Euro für die von Thierse ange­spro­che­nen sozia­len Leistungen aus­ge­ge­ben. Das ist bei einem Jahresvolumen der Caritas und Diakonie von rund 45 Milliarden Euro gerade ein­mal knapp 2 Prozent der Kosten. Legt man dann noch zugrunde, dass die Kirchensteuer nur rund die Hälfte der Kircheneinnahmen aus­macht, dann stam­men also auch nur 420 Millionen Euro aus der Kirchensteuer. Das heißt, nur etwa ein Prozent der Kosten von Caritas und Diakonie wer­den von den Kirchen sel­ber finan­ziert.[...]

Würden, ein­mal ange­nom­men, alle Einrichtungen, die sich jetzt in kirch­li­cher Trägerschaft  befin­den, in öffent­li­che Regie über­nom­men, dann müsste der Staat einer­seits rund 840 Millionen Euro mehr bezah­len als bis­her. Da dann aber auch die steu­er­li­che Absetzbarkeit der Kirchensteuer keine Begründung mehr hätte, also weg­fal­len würde, hätte der Staat eine Mehreinnahme von 2,88 Milliarden Euro. Diese 2,88 Milliarden Mehreinnahme minus 840 Millionen Mehrkosten bedeu­ten eine Nettoeinnahme von rund zwei Milliarden Euro für den Staat.

Diese zwei Milliarden, die der Staat bis­her den Kirchenmitgliedern und damit der Kirche zukom­men lässt, könn­ten dann zu Verbesserungen im Sozialsystem ein­ge­setzt wer­den, für die der­zeit häu­fig kein Geld mehr in den öffent­li­chen Kassen ist.

Dem ist nichts hin­zu­fü­gen oder gar ent­ge­gen­set­zen.

Nic

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