The Witcher 3: Wild Hunt

The Witcher 3: Wild Hunt" The Witcher 3: Wild Hunt" gehört für mich persönlich seit der damaligen Ankündigung zweifelsohne zu den "Das könnte ein richtiger Kracher werden"-Games dieser Konsolengeneration. Den zweiten Teil der Reihe hatte ich damals auf der Xbox 360 ehr durch Zufall entdeckt und gespielt, allerdings hinterließ dieser einen bleibenden Eindruck. Meine Vorfreude auf den dritten Teil war also entsprechend groß. Seit Ende letzter Woche bin ich nun fleißig mit Geralt von Riva in der Welt von " The Witcher 3 " unterwegs, habe inzwischen über 25 Spielstunden auf der Uhr und gebe im folgenden mal mein Fazit zu CD Project RED`s RPG-Epos ab. "The Witcher 3″ ist ein Mammutprojekt aller ersten Grades und so werde ich versuchen dem ganzen auch nur im entferntesten mit meiner Bewertung gerecht zu werden. Also, auf gehts!

INHALTSVERZEICHNIS:

1. Verpackung & Inhalt
2. Grafik
3. Gameplay
4. Story, Präsentation, Entscheidungsfreiheit & FSK18
5. Die Spielwelt
6. Ab an die Arbeit: Quests & Aufträge
7. Sound & Synchronisation
8. Das Crafting- und Charaktersystem
9. KI & Schwierigkeitsgrad
10. Was mir weniger gefällt
11. Zusammenfassung
12. Fazit

1. VERPACKUNG & INHALT

Es kommt denke ich einer Premiere gleich. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern jemals eine Extra-Rubrik zu der Standard-Verkaufsversion eines Videogames gemacht zu haben. Special oder Collectors Edition? Ja! Standard-08/15-Version? Nein! Bei " The Witcher 3" ist das jedoch der Fall, denn der Inhalt kommt einer Special Edition gleich, und das bei einem Normalpreis von um die 60€. Zunächst einmal umgibt die Standard-Hülle ein Pappschuber, leider mit festem FSK-Siegel... aber immerhin ein Schuber! Der Inhalt ist dafür um so attraktiver! Da wäre zum Beispiel eine kleine Danksagung der Entwickler, die sich bei uns für den Kauf des Spiels bedanken und noch einmal darauf hinweisen, das sämtliche Updates und 16 DLC`s gratis sein werden. Eine feine Sache! Des weiteren findet man eine detaillierte Faltkarte der Spielwelt von " The Witcher 3 " vor, und zudem zwei Sticker mit dem bekannten Emblem. Ganz besonders gefreut hat mich jedoch der enthaltene Soundtrack mit 31 Songs... AUF CD! Das schaffen andere Entwickler nicht einmal bei einer 100€ teuren Edition! Dann gibts auch noch ein Info-Heftchen (The Witcher-Universum: Das Kompendium) welches ein paar Informationen zu den Charakteren und dem Spiel bereit hält und zu guter letzt das übliche "Handbuch". Das alles zum Standard-Preis von rund 60€... find ich jut!

2. GRAFIK

Optisch ist "The Witcher 3″ sehr sehr hübsch geworden. Über evtl. Downgrades und anderen Käse werde ich an dieser Stelle übrigens keine Worte verlieren, denn für mich sind die ganzen Präsentationsvideos im Vorfeld nichts weiter als Präsentationsvideos im Vorfeld, und für mich zählt einzig und allein das was ich auf meinem TV zu sehen bekomme. Bei "The Witcher 3″ ist das ein wunderschönes Open World-Game, vor allem unter dem Aspekt "Open World-Game". Doch, malerisch trifft es wohl eher, denn die gesamte Kulisse wirkt auf mich wie ein einziger Pinselstrich. Die Flora und Fauna, die unterschiedlichen Vegetationen, Gräser, Blätter, Wiesen, verschiedenste Baumarten, Holzhütten, Gebäude, der strahlend blaue Himmel samt einiger Schleierwolken, Sonnenuntergänge, Blitze die sich aus den Stürmen zusammenbrauen... das alles wirkt wie aus einem Guss. Eine große Hürde stellt ja bekanntlich immer das Wasser in Videospielen dar und so sieht das Elixier des Lebens gerne mal aus wie Gelee aus der Tube. Beim "Witcher" kann man jedoch Entwarnung geben, denn das Wasser ist ausgesprochen gut geworden. Egal ob leichter Wellengang und die Reaktion auf Gerald`s Schwimmbewegungen, es passt alles zusammen und der Gelee-Effekt ist nicht zu sehen! Hinzu gesellt sich dann auch noch eine tolle Weitsicht, wunderhübsche Lichteffekte (beispielsweise wenn man mitten im Wald steht und Bäume die Sonnenstrahlen brechen) oder auch sehr detaillierte Rüstungen/Kleidungsstücke. Gut gefällt mir auch, das Gerald nass ist wenn er aus dem Wasser steigt, genau so wie die Fußspuren im Sand oder das Schattenspiel. Großartig Kritik gibt es in punkto Optik nicht von meiner Seite. Lediglich von den Gesichtsanimationen hätte ich mir etwas mehr versprochen. Zum Thema Ladezeiten/Ruckler usw. gibt es weiter unten nochmal ein paar Worte von mir.

3. GAMEPLAY

Das Gameplay ist recht umfangreich, soviel vorweg. Geralt ist sehr vielschichtig in seinen Fähigkeiten und so sind sämtliche Tasten mit Funktionen belegt. Bis ich also alles verinnerlicht hatte bzw. halbwegs erfolgreich umsetzen konnte (Kämpfen, Tauchen, Schwert links, Schwert rechts, schneller Angriff, starker Angriff, Parieren, Kontern, Ausweichen, Rollen, Zauber wirken und so weiter und so fort) hat es schon einige Zeit gedauert. Das liegt jedoch nicht unbedingt an den zwei Schwertern und 5 verschiedenen Zaubern mit denen Geralt unter anderem bewaffnet durch die Lande zieht, sondern vor allem daran, das einige Tasten mehrfach belegt sind. Die Steuerung ist in verschiedene Schemen unterteilt: Erkundung, Schwimmen/Tauchen, Kampf, Reiten und Segeln. Somit befindet sich auf der L2-Taste bei der Erkundung beispielsweise der Hexersinn, im Kampf pariert und kontert man jedoch mit dieser Taste. Oder die Kreis-Taste: dient normaler Weise für Sprünge, im Kampf jedoch als Ausweichschritt. Hinzu kommen dann noch die Zauber (YRDEN, QUEN, IGNI, AXII, AARD) und Zweitwaffen wie die Armbrust und Granaten, was alles über ein Ringmenü ausgewählt werden kann. Hat man das ganze Steuerungsschema allerdings verinnerlicht, ergibt sich ein sehr dynamisches Kampfsystem das, bei richtiger Anwendung, auch für Erfolge sorgt. Unterschiedliche Move-Sets gibt es übrigens nicht. Eine essentielle Fähigkeit von Geralt ist sein Hexersinn. Diese Detektiv-Sicht lässt die Umgebung ein wenig verschwimmen und hebt wichtige Objekte farblich hervor, etwa Blutspuren, Düfte oder Objekte. Das grenzt nicht häufig an eine echte Schnitzeljagd und macht wirklich Spaß.

4. STORY, PRÄSENTATION, ENTSCHEIDUNGSFREIHEIT & FSK18

Die Geschichte vom "Witcher" ist vor allem eins: sehr erwachsen! Die Welt rund um Geralt von Riva ist eine raue und schmutzige und die Macher scheuen keine Sekunde davor zurück dem Spieler genau das zu präsentieren. Die Dialoge sind Filmreich geschrieben, die Sprüche rau und die Story deckt allerlei emotionale Facetten ab. Egal ob Romanzen bei einem Abendessen zu Zweit, erotische Spiele nach dem Abendessen zu Zweit, humorvolle Gespräche, emotionale Momente oder knallharte Konversationen. Der "Witcher" kann irgendwie alles transportieren, und dafür zolle ich den Entwicklern meinen Respekt. Vor allem der Humor, welcher bei Videospielen ja nun wirklich nicht an der Tagesordnung steht, ist unfassbar gut gelungen und lädt nicht nur einmal zum schmunzeln ein. Gehüllt ist das ganze in ein Geflecht aus gut gemachten Sequenzen und tausenden Gesprächen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten der Spielwelt. Hä? Persönlichkeiten? Richtig! Es gibt viele, wirklich unglaublich viele Charaktere und Namen die eine mal mehr und mal weniger große Rolle auf eurer Reise spielen, und nahezu jede dieser Figuren stellt eine eigene kleine Persönlichkeit mit einer eigenen kleinen Geschichte dar... keine öden Statisten! Das ist eine weitere große Stärke vom "Witcher", verwandeln sich dadurch selbst kleinste Nebenquests zu einem spannenden, wenn auch nicht immer literarisch ausgefeilten Trip, was die Wahl, welche Aufgabe man denn nun als nächstes angeht, natürlich nicht leichter macht. Vorkenntnisse bezüglich der Geschichte sind daher empfehlenswert in meinen Augen, allerdings kann man das ganze wie immer auch ohne die Vorgänger gespielt zu haben, angehen. Für Spieler die sich noch nicht mit dem Witcher-Universum beschäftigt haben, hält das Spiel ein Glossar mit Informationen über die Charaktere, Gestalten und Monster bereit. Was man dem Spiel auch positiv anrechnen kann, ist die Entscheidungsfreiheit die man als Spieler genießt und die mal kleinere und auch mal größere Konsequenzen mit sich bringt. Man ist also nicht nur Zuschauer, nein man nimmt als Spieler richtig am Geschehen teil. In den vielen Dialogen kann man häufig aus mehreren Antworten wählen, wobei vor allem Gespräche mit potenziellen Feinden immer eine nette und eine, na sagen wir, nicht so nette Antwort parat halten. Manchmal entscheidet man also über einen bevorstehenden Kampf, manchmal sind die Konsequenzen allerdings auch viel weitreichender. Weitreichend ist auch der Gewalt- und Erotikgrad in "The Witcher 3″. Das abtrennen von Körperteilen oder auch das halbieren eines Torsos gehören in den Kämpfen zur Tagesordnung. Das gleiche gilt für deftige Sprüche die, würde ich hier ins Detail gehen, sofort zensiert würden. Auch der Anteil an nackter Haut und dem Akt der Liebe ist nicht zu verachten. Für erwachsene Spieler also das perfekte Erlebnis. Für Kinderhände jedoch ehr weniger geeignet.

5. DIE SPIELWELT

Die Spielwelt ist verdammt groß, allerdings trifft es "Open World" nicht zu 100%. Die Spielwelt von "The Witcher 3″ ist in mehrere Gebiete unterteilt, die wiederum durch Ladepausen von einander getrennt sind. Das eine Gebiet ist dann mal richtig groß, das andere wieder etwas kleiner. Dafür sind die unterschiedlichen Gebiete jedoch allesamt wunderschön designt und bieten viel Liebe zum Detail. Egal ob Weißgarten, Skellige oder Novigrad, jedes Gebiet hat seine Highlights und vor allem die großen Städte mit ihren Landstrichen drum herum sind eine Augenweide. Zudem ist die Spielwelt sehr lebendig und so begegnen einem nicht nur friedlich und weniger friedlich gesonnene Tiere wie Hasen, Rehe, Hirsche, Wölfe oder auch Grizzleys, nein die Welt ist auch mit allerlei Monstern und Banditen vollgestopft. Man hat immer das Gefühl, man wäre in einer lebendigen Spielwelt unterwegs, was die Schnellreise-Funktion, die ich bisher auf Grund dessen kaum genutzt habe, quasi überflüssig macht. Hier läuft mal eine Patrouille den Weg entlang, da pflückt jemand Obst von den Bäumen, im Wald treibt ein Rudel Wölfe ihr Unwesen, an anderer Ecke liegen Leichen zerfleddert auf dem Boden herum die wohl Opfer eines Angriffs wurden, in den Dörfern spielen und singen Kinder, man wird als Hexer natürlich auch fleißig von den Bewohnern angepöbelt da diese Abstammung nicht gerne gesehen wird, die Handwerker gehen ihrer Arbeit nach und können eure Rüstung reparieren, Händler wollen mit einem ins Geschäft kommen, die Kneipen sind gut gefüllt, es gibt weite Landstriche, Wälder, Flüsse und Seen, Ruinen und vieles mehr. Tja, und das alles ergibt in der Summe eine gelungene, stimmungsvolle, sehr lebendige Spielwelt die zum erkunden einlädt. Unterstützt wird das alles von einem Tag/Nachtwechsel samt Wettersystem und einer Uhr/Wetteranzeige. Erkunden kann man die Welt übrigens nicht nur zur Fuß, sondern auch mit Pferd Plötze oder dem Bot, welches sogar kaputt gehen kann.

6. AB AN DIE ARBEIT: QUESTS & AUFTRÄGE

Es gibt allerlei Quests und Aufgaben die es in "The Witcher 3″ zu erledigen gilt und somit dürfte Langeweile in den ersten hundert Stunden kaum aufkommen. Unterteilt sind die Aufträge in Haupt- und Nebenquests, Hexeraufträge und Schatzsuchen. Während die ersten beiden Missioenstypen bekannt sein dürften, geht man bei den Hexeraufträgen beispielsweise auf Monsterjagd. Dabei erhält man unterschiedliche Hinweise von den Bewohnern und macht sich mit den Informationen und der Hexersicht bewaffnet auf die Suche nach allerlei Viehzeug das es zu erlegen gilt, wie etwa den Greif gleich zu Beginn des Spiels. Dabei winken häufig nette Belohnungen. Auf Schatzsuchen stößt man meistens durch Briefe die überall in der Welt vorzufinden sind. Zusätzlich zu diesen ganzen Missionstypen gibt es auch noch die... Fragezeichen, die schon nach wenigen Stunden die halbe Map bedecken dürften. Wer in einem Dorf oder einer Stadt mal an ein schwarzes Brett heran tritt, der wird die Steckzettel bemerken. Nimmt man diese auf, sollte man im Anschluss mal einen Blick auf die Karte werfen. Diese Steckzettel geben nämlich unbekannte Standorte preis die es zu erforschen gilt und die in Form eines Fragezeichens markiert sind... viele Fragezeichen. Das kann dann mal ein Banditenlager, ein Monsternest oder auch einfach nur eine einfache Schatztruhe sein. Doch egal was es ist, es ist unglaublich viel und wirklich ALLES zu erledigen dürfte vieeeeele Stunden in Anspruch nehmen. Und natürlich kann man selbst bestimmen welche Aufträge man in welcher Reihenfolge angeht. Diese sind auch immer mit dem Schwierigkeitsgrad (also der Level-Zahl) gekennzeichnet, die man für den erfolgreichen Abschluss benötigt. Kann man natürlich auch ignorieren, ist dann aber selten von Erfolg gekrönt.

7. SOUND & SYNCHRONISATION

Der Sound ist im Gesamtpaket und über Surround wirklich ordentlich und lobenswert ist vor allem, das man nicht nur unterschiedliche Soundspuren (Gesamtlautstärke, Musiklautstärke, Effekte, Sprache) justieren kann, sondern auch verschiedene Sprachausgaben (Englisch, Französisch, Deutsch, Polnisch) und Untertitel (Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Polnisch) zur Verfügung stehen. Bewerten werde ich an dieser Stelle jedoch nur die deutsche Sprachausgabe, die von solide bis sehr gut so ziemlich alles abdeckt. Geralt wird wieder vom gleichen Sprecher vertont wie im Vorgänger, und dieser macht wie zu erwarten war einen prächtigen Job. Beim Rest der vielen Charaktere ist das ganze dann wie eine Achterbahnfahrt. Der/Die eine klingt gut bzw. man spürt die Emotionen welche die Szene erfordert, andere klingen dagegen ziemlich unterirdisch und man ist froh wenn der Dialog zu Ende ist. Hier werden sich sowieso wieder die Geister scheiden.

8. DAS CRAFTING- UND CHARAKTERSYSTEM

Das ist ein echtes Mammut. Es gibt jede Menge zu sammeln und das meiste von dem ganzen Krempel kann man auch für irgend etwas verwenden. Egal ob Rüstungsteile (Oberkörper, Handschuhe, Hose, Stiefel,), Waffen, Kräuter, Tränke, Lebensmittel, Alchemie und Handwerkszeug, Questgegenstände oder einfach nur unnützer Kram der ein paar Münzen einbringt... es gibt eine menge zu sammeln. Ein wenig zu gut gemeint haben es die Entwickler für meinen Geschmack bei der Alchemie. Man kann unfassbar viel Zeug herstellen und zusammenbrauen, voraus gesetzt man hat sämtliche Zutaten beisammen. Ich habe beispielsweise an die 70 Zutaten in meinem Gepäck und kann dennoch kaum etwas herstellen, weil immer noch irgendwas fehlt (einige Tränke benötigen bis zu 7(!) Zutaten). Schade ist, das man bei keiner Zutat direkt sieht was man mit ihr anstellen kann. Überall steht immer nur "Wird für alchemistische Zubereitung verwendet". Also muss man immer wieder ins Herstellungs-Menü und die Rezepte durchgehen. Das Resultat: Ich habe kaum Lust Tränke zu brauen. Eine coole Idee ist, das wenn man zu viele Tränke auf einmal konsumiert, Geralt Gefahr läuft an einer Überdosis zu sterben. Und Selbstverständlich kann man Geralt auch aufwerten bzw. seine Fähigkeiten verbessern. In den Kategorien Kampf, Zeichen, Alchemie und Allgemein stehen unterschiedlichste Verbesserungen an, die man jeweils immer mit einem Erfahrungspunkt aufwerten kann. So lassen sich beispielsweise sämtliche Zauber-Zeichen oder die Kampfkunst verbessern. Allerdings ist es damit nicht getan, denn man kann von allen zur Verfügung stehen Fähigkeiten aus den genannten Kategorien nur 12 gleichzeitig nutzen. Allerdings stehen diese 12 Slots nicht gleich von Spielbeginn an zur Verfügung, sondern werden mit den Levelaufstiegen freigeschaltet. Unterstützt werden die Fähigkeiten von Mutagenen, die gewisse Effekte zusätzlich verstärken und von denen man insgesamt drei 4 einbringen darf.

9. KI & SCHWIERIGKEITSGRAD

"The Witcher 3″ bietet 4 unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, von denen jeder eine ganz witzige Bezeichnung erhalten hat. Leicht nennt sich hier "nur die Geschichte", der danach "das Schwert und die Geschichte", darauf folgt "Blut, Schweiß und Tränen" und die ganz Harten stürzen sich in den "Todesmarsch". Mir persönlich genügt der Zweite voll und ganz, denn bereits hier sind Feinde vor allem in der Gruppe recht gefährlich, da alle immer fleißig drauf hauen und keiner wartet bis er an der Reihe ist. Hat man dann auch noch Feinde dabei die aus der Distanz schießen, kann es schnell ziemlich brenzlig werden. Die Gegner verfügen übrigens über unterschiedliche Level und so gibt es immer wieder Feinde und Monster gegen die man vor allem in den ersten Stunden keine Sonne sieht. Ich hatte auch schon Begegnungen mit Monstern die nur Fragezeichen bei ihrem Level zu stehen hatten. Bei denen reichte dann bereits ein Schlag bzw. Treffer für den Bildschirmtod aus. Viele der Feinde nehmen auch über eine gewisse Distanz die Verfolgung auf. Großartige Aussetzer hatte ich bisher keine zu beklagen, außer vielleicht Gegner die nicht gleich bei Sichtkontakt auf mich zu stürmten und erst einmal stehen blieben. Im großen und ganzen ist das Gebotene jedoch sehr ordentlich und herausfordernd.

10. WAS MIR WENIGER GEFÄLLT

Am meisten stören mich die Ladezeiten bei "The Witcher 3″. Nach einem Bildschirmtod kann es zum Beispiel schon mal bis zu einer knappen Minute dauern bis man wieder ins Spiel zurück darf und auch sonst sind, vor allem in einigen Quests oder bei Ortswechseln, recht häufig Ladepausen eingebunden. Hinzu gesellen sich gelegentlich nachladende Texturen und Objekte. Ruckler gibt es auch, aber relativ selten. Für Lacher sorgen regelmäßig Geralts Haare, die in fast jedem Gespräch immer und überall wackeln und durch die Gegend wehen, selbst in geschlossen Räumen.

11. ZUSAMMENGEFASST

Pro:

+ tolles Zubehör in der Standard-Version (Soundtrack auf CD, Faltkarte, Sticker usw.)
+ große, lebendige Spielwelt (inkl. Tag/Nachtwechsel und Wettersystem)
+ erwachsene Story mit vielen Facetten (Humor, Erotik, Gewalt, Dramatik)
+ filmreife Präsentation und Inszenierung
+ Entscheidungsfreiheit mit Konsequenzen
+ schöne Optik mit vielen Details und starken Licht/Schatteneffekten
+ tolle Charakterzeichnung (egal ob Haupt-oder Nebenfiguren)
+ umfangreiches Gameplay das nach einiger Eingewöhnungszeit gut von der Hand geht
+ viele Quests und Aufgaben die etliche Stunden unterhalten
+ sämtliche Bildschirmanzeigen lassen sich ausblenden
+ Rüstungen und Waffen nutzen sich ab und müssen repariert werden
+ Tränke können während des Kampfes benutzt werden
+ knackiger Schwierigkeitsgrad mit fordernder KI
+ unterschiedliche Sprachfassungen und Untertitel
+ zu viele konsumierte Tränke führen zum Tod
+ das Glossar liefert viele Infos zu den Charakteren und Monstern
+ Der Hexersinn versprüht Detektiv-Flair, vor allem wenn Gerald Dinge analysiert.
+ Geralts Bart wächst (kein Witz!)

Neutral:

: meist gute deutsche Sprachausgabe mit einigen mal mehr und mal weniger großen Schwächen
: umfangreiches Crafting/Fähigkeitensystem das motiviert, hier und da aber auch etwas unrund ist
: Gesichtsanimationen

Contra:

- lange Ladepausen, vor allem nach dem Bildschirmtod
- hin und wieder nachladende Texturen/Objekte
- gelegentliche Ruckler (selten, aber sie sind da)
- Geralts Haare gehen während der Dialoge meist ab wie Schmitz-Katze und wackeln irgendwie immer... selbst in geschlossenen Räumen

12. FAZIT

Lange Rede, kurzer Sinn: " The Witcher 3 " ist ein Gigant mit minimalen Schwächen. Es ist das RPG-Epos das ich erwartet habe. Es ist das Abenteuer das ich erwartet habe. Es ist ein GOTY-Anwärter den ich in diesem Jahr erwartet habe.

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