The Weekend Watch List: Charley Varrick – Der große Coup

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The Weekend Watch List: Charley Varrick – Der große Coup

9Thriller

Ein blutiger Banküberfall, der in mehr als einer Hinsicht schief geht, und ein vergessenes Crime-Drama mit Walter Matthau in einer ungewohnt ernsten Rolle.

Charley Varrick (Walter Matthau), seine Frau Nadine (Jacqueline Scott) und zwei Freunde sind darauf spezialisiert kleine Banken zu überfallen. Sie geben sich gerne mit der geringen Beute zufrieden, denn das minimiert das Risiko geschnappt zu werden. Doch der jüngste Raubzug geht gehörig schief. Die blutige Schießerei und halsbrecherische Verfolgungsjagd kostet nicht nur Charleys Frau Nadine das Leben, sondern Varrick und der einzige andere Überlebende aus seiner Gruppe, Harman Sullivan (Andrew Robinson), finden bei ihrer Beute einen viel zu großen Haufen Geld, der nur eines bedeuten kann: die Mafia. Prompt hetzt ihnen das organisierte Verbrechen, dessen Schwarzgeld sie gestohlen haben, den eiskalten, effizienten Molly (Joe Don Baker) auf die Fersen.

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Don Siegel kennt man vorwiegend durch seine Zusammenarbeit mit Clint Eastwood (Coogans großer Bluff, Dirty Harry, Flucht von Alcatraz) und für Invasion of the Body Snatchers. Dass er aber auch ein ganz großer Ökonom des amerikanischen Kinos war und es perfekt verstanden hat, nur das nötigste zu zeigen, beweist er mit seinem Crime-Drama Charley Varrick – Der große Coup. Hier wird keine Zeit vergeudet, hier wird auf das Wichtigste reduziert. Die Exposition wird gekonnt in den Anfang der Geschichte verwoben und die Figuren etablieren und definieren sich im Verlauf der Handlung. Siegel zeigt, dass es keine sinnlosen Dialoge oder Handlungen braucht, um dem Zuschauer das Gezeigte begreiflich zu machen, er lässt Figuren und Bilder für sich selbst sprechen. Das ist filmische Sprache und Filme machen in Reinform, obwohl die Geschichte auf dem Roman von John Reese basiert, wird die Verfilmung zu einem puren kinematischen Erlebnis transformiert.

Wer zudem No Country for Old Men kennt, wird hier viele Inspirationsquellen zum Film der Coen-Brüder finden, allen voran was die Figur von Joe Don Baker betrifft, der doch eine frappante Ähnlichkeit zu Javier Bardems Anton Chigurh besitzt. Während Charley Varrick selbst genau wie Llewelyn Moss eher durch Zufall über das Geld stolpert und sich plötzlich mit Gegner und Kräften konfrontiert sieht, die ihn zu vernichten drohen. Wer übrigens Walter Matthau auch gerne einmal abseits seiner bekannten komödiantischen Rollen erleben mag, der wird mit seiner stoischen Performance als Charley Varrick, die nur gelegentliche emotionale Risse zeigt, angenehm überrascht werden. In keiner Sekunde hat man das Gefühl, er wäre fehlbesetzt, im Gegenteil, er wirkt geradezu prädestiniert für diese Rolle in einem Film der zu unrecht in Vergessenheit geraten ist und zur Wiederentdeckung einlädt.

Regie: Don Siegel, Drehbuch: Howard Rodman, Dean Riesner, basierend auf dem Roman von John Reese, Darsteller: Walter Matthau, Joe Don Baker, Felicia Farr, Andrew Robinson, Sheree North, Norman Fell, Filmlänge: 111 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 19.03.2015


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Autor

Marco Rauch

Aufgabenbereich selbst definiert als: Kinoplatzbesetzer. Findet den Ausspruch „So long and take it easy, because if you start taking things seriously, it is the end of you” (Kerouac) sehr ernst zu nehmend.


 

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