"The Farmer's Wife" [GB 1928]


Bauer Sweetland (auf kaltem Liebesentzug: Jameson Thomas) ist kein glücklicher Mensch. Er sucht eine Frau, die Traumfrau, jene, die vor ihm sitzt, nicht als Tagtraumgestalt seinen tiefsten Wunsch potenziert. Auf seiner Checkliste stehen drei Namen, aber deren Makel karikiert Hitchcock mit spitzer Zunge. Ein wankelmütiger Jammerlappen ist dabei (es wird auch um zerflossene Eiswürfel geheult!), ebenso wie ein überhitztes Biest (Kopfschütteln nach Maschinengewehrsalvenart!). Wenn "The Farmer's Wife" – Hitchcock mochte ihn nicht – eines lehrt, dann das: Liebe ist ein säurehaltiges Gemisch aus Angst und Aggressivität, und den roten Bereich, in dem diese Liebe ihren Zeiger schwingt, füllt Hitchcock bis zur Übersteigerung. Folglich ist "The Farmer's Wife" einer der aufgeregtesten Hitchcock-Stummfilme; sein Wissen um die ernst gemeinten Abschnitte, die aufs Korn genommen werden, das ist wie Sprechblasenhumor und Komödiantenstadl zu einer Einheit verschmolzen. Irgendwie aufs Verrückte, ja aufs Nimmersatte abonniert, bereitet es Hitchcock diebische Schadenfreude, Korb um Korb auszuprobieren. Mittendrin: Gordon Harker als Butler, Taugenichts und herzensverschlagener Einfaltspinsel, der mit Schnürsenkeln und einer zu weiten Hose in jedes denkbare Fettnäpfchen tapst. Und trotz alledem, dem Irrsinn durch Unsinn, demonstriert Hitchcock wahrhaftige Liebe als Quell in der Einsamkeit – da ist nämlich noch eine Frau. Ihr Name birgt Macht. Eine goldige, traumhaft entzückende Zweierfindung.
5 | 10

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