THE CASE-BOOK OF SHERLOCK HOLMES

THE CASE-BOOK OF SHERLOCK HOLMESNach einer Pause, in der die Darsteller ihre Rollen im Theater spielten, geht es dann auch wieder mit der Fernsehserie weiter: Wir haben wieder einen neuen Titel, und bekommen erstmal 1991 eine normale Staffel und dann experimentierte man etwas mit dem Format und adaptierte Kurzgeschichten in 100-Minuten Spielfilmlänge statt den gewohnten 50 Minuten – davon bekommen wir 92 einen und 93 zwei Filme. Hier ist wie immer der Link zur Übersicht der Beiträge zur Granada-Serie, ansonsten geht’s hier um die Veränderungen, die sich nun in der Serie zeigen, und ein paar kleinere Aspekte, die ich immer wieder toll finde.

Während sich die Serie in ihren ersten Staffeln größtmögliche Vorlagentreue als Ziel gesetzt hatte, wird das in den Staffeln der 90er aufgegeben und man erlaubt sich diverse Abweichungen. In den Spielfilm-Adaptionden von Kurzgeschichten ist das natürlich besonders deutlich und auch notwendig, um die zusätzliche Zeit zu füllen, aber auch in den normalen Episoden werden nun häufig weitere Elemente hinzugefügt oder andere Schwerpunkte gelegt. Meist sind die Ergänzungen von eher düsterer Natur, so dass Fälle weniger glücklich enden und mehr Grausamkeiten offenbaren. THE CASE-BOOK OF SHERLOCK HOLMESZum Teil funktionieren diese Erweiterungen ziemlich gut, weil sie Charakteren mehr Tiefe verleihen, an anderen Stellen fragt man sich aber, ob hier Abweichungen wirklich nötig gewesen sind.

Jeremy Bretts Gesundheits- zustand hat sich nicht groß verändert: Er war fit genug um fast ein ganzes Jahr auf der Bühne zu stehen, aber man sieht ihm auch immer mehr an, wie ihm die Medikamente gegen seine Bipolare Störung zusetzen. Und man wird von der Serie nur allzu gern daran erinnert, indem sie Holmes immer wieder kränklich zeigt – entweder mit Story-interner Erklärung dafür (siehe The Illustrious Client), aber auch ganz ohne Grund (The Eligible Bachelor). Das passt gut zusammen, wo erst Brett ganz zu Sherlock Holmes geworden ist, wird Holmes nun ein Stück mehr Brett.

Wenn man hier aber ständig Brett im Blick hält, kommt man gar nicht dazu, die ganzen anderen wunderbaren Aspekte der Serie zu kommentieren. Ich habe beispielsweise noch gar nicht erwähnt, wie sehr ich es mag, wie die viktorianische Zeit zum Leben erweckt wird – zum einen durch die bemerkenswerte Ausstattung mit den detailfreudig dekorierten THE CASE-BOOK OF SHERLOCK HOLMESSets (ich hoffe, davon hat man auf den Bildern einen kleinen Eindruck bekommen), zum anderen gibt es auch immer wieder Szenen in den Straßen, die nur dazu da sind Atmosphäre aufkommen zu lassen. Der ganze Vorspann ist ja eine Momentaufnahme aus dem Leben in Baker Street, und diese Szenen des normalen Volks sind immer wieder sehr schön.

Und wer auch unbedingt einen eigenen Absatz verdient hat ist Rosalie Williams als Mrs Hudson. Die spielt ihre Rolle ganz wunderbar, sie hat ja immer nur ganz kurze Szenen, aber die reichen aus um ihren Charakter und ihre Beziehung zu Watson und vor allem zu Holmes schön zu zeichnen. Es ist immer eine Freude, wenn sie wieder für ein paar Minuten auf dem Bildschirm erscheint und mit kleinen Blicken und Gesten den Alltag in 221B mit Leben erfüllt.

The Disappearance of Lady Frances Carfax
Lady Frances Carfax verschwindet spurlos – was hat ein mysteriöser Mann damit zu tun, vor dem Lady Frances offenbar schreckliche Angst hatte? Ein spannender und eher ungewöhnlicher Fall, auch wenn es ein bisschen schade ist, dass so eine selbstständige und eigenköpfige Frauenfigur wie Lady Frances auf Rettung durch unsere Helden angewiesen ist.

Meine Reaktionen auf das erste Mal, dass wir Brett in Case-Book sehen:
1) Aww, man sieht ihm die drei Jahre schon an…
2) Aber YAY! die langen Haare sind zurück!! [/oberflächlich]
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Herrliche Dialogzeilen: “Watson, you’re a brick.”
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Watson: “There’s every hope of a full recovery.”
Holmes: “I wonder… I wonder…”
*schluchz* Damn you, Granada, für herzzereißende Anspielungen auf Bretts Gesundheitszustand! :cry:
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The Problem of Thor Bridge
Die Frau eines reichen Amerikaners wird erschossen aufgefunden und Holmes soll die Unschuld der Gouvernante trotz erdrückenden Beweisen aufzeigen. Ein ganz netter, aber recht vorhersehbarer Fall (ehrlich, wenn ich schneller als Holmes auf die Lösung komme, dann läuft was schief)

Hab ich schon erwähnt, dass ich über die langen Haare glücklich bin?
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Holmes versetzt sich in die Lage der Leiche.
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Es ist immer wieder mal schön, wenn gezeigt wird, dass Holmes nicht nur ein großer Denker, sondern auch sportlich aktiv ist.
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Shoscombe Old Place
Ein Mann, dem der Rennpferdbesitzer Sir Robert Norberton Geld schuldet, verschwindet spurlos und in einem Ofen auf Sir Roberts Grundstück werden menschliche Knochen gefunden. Ein ganz interessanter Fall mal wieder im Rennpferdmilieu mit sehr vielen schönen Holmes-Watson-Szenen und einem netten Bonus: späterer Watson Jude Law als junges Bürschchen mit 19 Jahren.

These are deep waters, Watson. Deep and rather dirty.
Ich liebe es, wenn Holmes und Watson über Essen scherzen.
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Aww – Holmes kann sich ein kleines warmes Lächeln nicht verkneifen, wenn er mal wieder Watson aufzieht.
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Bettschnüffeln. Aber man darf ja froh sein, wenn sich Holmes nicht wieder wie in The Musgrave Ritual für ein Mittagsschläfchen ins Bett der Verdächtigen legt…
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The Boscombe Valley Mystery
Ein Mann scheint von seinem Sohn ermordet worden zu sein und eine junge Frau bittet Holmes, dessen Unschuld zu beweisen. Kein spektakulärer Fall, aber ganz unterhaltsam mit einer niedlich-unschuldigen Liebesgeschichte dabei, und natürlich sind Holmes und Watson herzig miteinander. Außerdem gibt’s Eye-Candy in der Form des jungen James Purefoy.

Watson, all this fresh air will kill me. [/resignierter Quengelton]
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Ignoriert das Doppelkinn, Holmes ist da einfach zu niedlich.
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The Illustrious Client
Holmes soll verhindern, dass eine junge Frau den Kriminellen Baron Gruner heiratet. Für mich das kleine Juwel dieser Staffel: Eine spannende und düstere Geschichte, mit einem richtig fiesen, Holmes ebenbürtigen Bösewicht, einer tollen Frauenfigur mit Kitty Winter und vielen schönen Charaktermomenten für Holmes und Watson. Außerdem ist die Episode auch interessanter inszeniert als manch andere.

Watson: “Something stirring, Holmes?”
Oh Gott, der Slash ist überwältigend.
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Holmes’ Umgang mit Frauen ist immer faszinierend.
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Das Beste an den vielen Kranker-Holmes-Szenen: Wie Watson sich dann immer um ihn kümmert. Awww.
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Watson ist in dieser Geschichte mal wieder ganz großartig.
Hier ein bisschen Watson-Waistcoat-Bookporn:
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The Creeping Man
Die Tochter eines Naturwissenschaftlers sieht eine Gestalt an ihrem Fenster im zweiten Stock und bittet Holmes um Hilfe. Ein durchaus spannender und mysteriöser Fall, der aber durch seine allzu unrealistische Auflösung enttäuscht.

Holmes im Nachthemd, Morgenmantel und verwuschelten Haaren – hatten wir ja schon lang nicht mehr, und kann man nicht oft genug haben.
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Holmes philosophiert über Menschlichkeit, Lestrade und Watson amüsieren sich über sein Gelaber.
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The Master Blackmailer
Holmes will Charles Augustus Milverton zur Strecke bringen, welcher reihenweise Menschen durch Erpressung in den Ruin treibt. Zum ersten Mal der Serie wird eine Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge gestreckt, und das funktioniert relativ gut: Zwar gibt es schon die ein oder andere Länge, meist bleibt es aber spannend, obwohl Holmes eigentlich gar kein Rätsel zu entschlüsseln hat. Bonus: ein schön grausames Finale (hier passt das) – und Holmes verlobt sich.

Wuschelhaare! Bad! Gah!
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Bademantel!Holmes wird von Watson verdoktort.
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Es ist herrlich mitanzusehen, wie unbeholfen Holmes in romantischen Situationen ist.
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The Last Vampyre
Ein Dorf glaubt, dass ein geheimnisvoller Dorfbewohner ein Vampir ist und für zwei ungewöhnliche Tode verantwortlich ist. Hier wird die Kurzgeschichte The Sussex Vampire auf Filmlänge erweitert und dabei sehr stark abgeändert – und so einige der neuen Elemente funktionieren ganz gut, ich mag die ganze abergläubische-Dörfler-Hexenjagd-Dynamik, und die meiste Zeit ist die Geschichte spannend.. Trotzdem wirkt alles ein wenig repetitiv, Holmes bekommt wenig zu tun, was nicht ein normaler Detektiv auch könnte, und die magere Auflösung und etwas gar viele Zufälle enttäuschen etwas.

Oh, Holmes, du Kindskopf. Und die “öh… die hat ein Zahnarzt für mich gemacht… hab ich für eine Verkleidung gebraucht… weiß nicht mehr warum”1-Erklärung, warum er diese Zähnchen hat, kauf ich ihm nie im Leben ab – aber wahrscheinlich ist die Welt nicht bereit für den wahren Verwendungszweck.2
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DAS ist zu gleichen Teilen creepy und absolut niedlich *g*
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The Eligible Bachelor
Holmes sucht die verschwundene Braut eines Adligen. Nun ja, es musste wohl irgendwann kommen: Dies ist die erste Episode der Granada-Serie, die ich überhaupt nicht mochte. Für gut eine halbe Stunde hat man gar keine Ahnung, was das Ganze eigentlich soll und auch danach bleibt alles seltsam und verwirrend, mit einer guten Dosis Wahnsinn und prophetischen Träumen von Holmes – mit der Vorlage The Noble Bachelor hat das alles nur noch wenig zu tun. Nee, das war nichts. Da hilft es nicht mal mehr, dass Holmes praktisch die ganze erste Hälfte im Nachthemd verbringt.

Watson ist viel zu gut zu Holmes – während er ständig von diesem zu unmöglichen Zeiten aus dem Bett geschmissen wird, ist Watson immer nur fürsorglich…
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Bei allem Schmarrn bietet diese Episode aber auch ganz fantastische Holmes-Mrs Hudson-Szenen.
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Brett sieht hier schon sehr krank aus – aber nasser Holmes im Straßengraben ist trotzdem zu witzig.
THE CASE-BOOK OF SHERLOCK HOLMES

Nach diesen eher schwächeren Filmen gibt es dann im nächsten Beitrag wieder eine normale Staffel – die letzte. Ich bin jetzt schon ganz traurig, und trau mich nicht so ganz die letzte Folge anzusehen, die ich noch übrig hab…

  1. W: Are you prepared to tell me, who supplied you with these and to what purpose?
    H: Erm, well, I had them made for me by a dentist from Peckham. It was a. . necessary disguise I needed once. I forget.
    W: And, er. . did you put them to use?
    H: Pawky humour again, Watson?
  2. Ich hab in letzter Zeit zuviel Holmes/Watson-Slashfic gesehen, ich hab jetzt also nur kinky Vorstellungen im Kopf.

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