The Boy of Summer

The Boy of SummerTwin Shadow „Confess“ (4AD)
An den Sommer des Jahres 1984 werden sich nur wenige erinnern können, gern schon gleich gar nicht, denn der war deutlich zu kalt und gnadenlos verregnet („B-b-bitte heizen“/BILD, „Der Sommer ist im Eimer“/Spiegel). Der Sommerhit des Jahres allerdings wird dagegen vielenin guter Erinnerung sein, denn kaum einer davor und danach war so zwingend und unumstritten – in diesem Jahr erschien Don Henleys „The Boys Of Summer“: „I can see you, your brown skin shining in the sun, I see you walking real slow, smiling at everyone...“ Selten, dass sich alle so einmütig auf einen Song einigen konnten – auf ein Gefühl, ein süßes Versprechen, Konsenspop at it’s best.
Weil jedoch von besagtem Don Henley nach seinem Überhit nicht mehr so viel Erinnernswertes kam, hat es sich nun offensichtlich George Lewis jr, besser bekannt unter dem Pseudonym Twin Shadow, zur Aufgabe gemacht, dem Mann, dem Song und der Zeit mit einem Großteil seiner zweiten Platte „Confess“ ein Denkmal zu setzen. Schon sein Debüt „Forget“ war ähnlich angelegt – obschon noch etwas dunkler gehalten, gab es auch hier schon reichlich Bezug zum gestylten Powerpop der späten 80er, zu ABC, Double und wie die smarten Jungs noch alle hießen.
Was Lewis mit den zehn Stücken seines Albums anstellt, ist natürlich weit entfernt von einer platten Kopie, dafür ist der Mann aus der Wahlheimat Florida einfach zu clever. Er dekliniert vielmehr mit viel Gespür für Zwischentöne das komplette Erfolgsmodell dieser doch recht synthetischen Musikepoche für diese eine Platte herunter und versieht alles mit reichlich frischem, schmückendem Beiwerk. „Five Seconds“, die erste offizielle Single, besticht trotz fetter Elektronik durch Leichtfüßigkeit und zwingenden Beat, den auch Bloc Party als Erfolgsgeheimnis ihr Eigen nennen. Ähnlich gelagert und ebenso gelungen „Run My Heart“ und das angefunkte „Patient“, auch der Opener „Golden Light“, wo Twin Shadow mehrmals und blitzschnell von feinem Gefrickel auf satte Popoper mit Falsettchor umschaltet, und das traurige „When The Movie Is Over“ gefallen – überall funkelt etwas von diesem hübschen Italodisko-Tant, geschmackvoll verpackt, durch’s prunkvolle Gewebe.
Die beiden Schlußstücke „I Don’t Care“ und das zweigeteilte „Be Mine Tonight“ schließen dann eher an die schon erwähnte, verhangene Grundstimmung des Debüts an, perfekter Pop auch das, nichts sonst. In der Mischung passt diese Platte somit zum durchwachsenen Sommer, es gibt vieles von allem und doch nur das Beste. Der letzte Satz der gleiche wie beim Vorgänger: Ein ordentliches Cover hat der Herr Lewis noch immer nicht zustande gebracht, sei’s drum, so kleinlich wollen wir mal nicht sein. http://www.twinshadow.net/

Komplettstream auch bei exclaim.ca

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