The Anna Thompsons: Nur nicht zu schnell

The Anna Thompsons: Nur nicht zu schnellThe Anna Thompsons
„The Anna Thompsons“

(Motor Entertainment)
Dünne Stimmchen und ein paar brave Akkorde – nicht gerade das, was nach ewigem Ruhm und Rock’n Roll schreit, möchte man meinen. The Anna Thompsons – just another Girlband also? Nicht ganz so schnell bitte. Denn immerhin scheinen sich die vier Wahlberlinerinnen Ambika und Karen Thompson, Ana Catalá und Kristen Munchheimer mit den Pixies resp. den Breeders die richtigen Vorbilder gesucht zu haben, dazu den passenden Garagensound, Girrrrl-Attitüde, DIY - „Tonys Theme“ wird hier mal schnell zu „Hey Pony“ und das angenehm kratzige „Bleeding Through“ hätte den Deal-Schwestern auch ganz gut zu Gesicht gestanden. Entdeckung und Erstbetreuung dürfen dem Kanadier King Khan (And The Shrines) zugeschlagen werden, er bat sie als Support zu sich auf die Bühne und mit ihm nahmen sie nach einer Reihe von EPs auch das vorliegende Album auf. Und ganz so zahm, wie sie anfänglich scheinen, sind sie dann doch nicht - mit „Splashy“ haben die Mädels auch ein bisschen Noise im Gepäck. Bissigen Bemerkungen gibt’s obendrauf („Phone Richy“, „Fuck You“), eingebettet in eine Reihe locker rockender, flotter Melodien, die sich gut hören lassen und trotzdem widerspenstig genug sind, um nicht mit billigem Castingpop verwechselt zu werden. Man liest, die Mädchen hätten in Berlin „legendäre Konzerte“ gegeben, nun, es könnte nicht schaden, da mal vorbeizuschauen, klingt ganz danach, als seien sie live noch für manche Überraschung zu haben.

15.01.  Berlin, Kaffee Burger
16.01.  Berlin, Schokoladen

The Anna Thompsons bei Soundcloud und Bandcamp.