Eigentlich wollte ich diesen Text in ein Langzeitreview packen. Merkte dann aber, dass der Artikel länger wird und unabhängig vom Gerät interessant sein kann. Ist das Connect-Abo von reMarkable sein Geld wert? Was bekommt man überhaupt für sein Geld?
Connect Abo
Das Connect-Abo von reMarkable hat einige wütend gemacht, so wie das Wort Abo die meisten wütend macht. Ich bin fein damit, wenn mir ein Mehrwert geboten wird und ich vielleicht zum Start eine längere Probierphase bekomme. Dabei verlangt reMarkable „nur“ 3,99 € im Monat bzw. 29,90 € im ersten Jahr, danach 39,90 €.
3,99 €? Waren das nicht mal 2,99 €? Korrekt. Genau wie die kürzere Testzeit (von 100 auf 50 Tage) wurde auch das Abo um 1 € teurer. Eine Gefahr und Thematik, die mit den Abos immer wieder auftreten kann. Das ist für mich auch still und heimlich passiert.
Nach meinem Test zum Move habe ich erfahren, dass der Connect-Dienst auf Google fußt. Wenn man es ohnehin schon kaum nutzt, warum dann zahlen und sämtliche „Sicherheit“ über Bord werfen? Ich ließ das Abo auslaufen. Zum Jahreswechsel merkte ich aber **** ich habe gar nicht den Kalender für 2026 heruntergeladen.
Also habe ich mir für 2,99 € einen Monat Connect gegönnt. Und dann habe ich es auslaufen lassen. Einige Dateien werden ohne Probleme synchronisiert, andere melden „Speicher voll“ (was nur ein virtueller, nicht sichtbarer Speicher sein kann, und wie wenig Speicher gibt es bei reMarkable bitte?). Es sind nur Notizen, und andere werden nach 50 Tagen nicht mehr synchronisiert.
Das ist vollkommen unverständlich für den Kunden. Wie beschrieben nutze ich nur den Move. Kein anderer reMarkable und auf anderen Geräten (Mac, iPad, iPhone) fast nie. Meistens kann ich das Neueste sehen. Ja, die RM Methods fehlen, aber einmal im Jahr abschließen und alles herunterladen ist günstiger als nicht optimierte Templates von anderen Seiten und okay für mich.
Lohnt sich das Abo?
Nach dieser vielen Aufregung dachte ich, die 29,90 € im Jahr wären nur noch jetzt so. Also habe ich mich entschieden, mir das Ganze noch einmal ganz genau anzuschauen. Was liefert das Abo überhaupt und für wen lohnt sich der Abschluss?
Vorab noch eine kleine Information: Man muss immer erst einen Monat abschließen oder den Testzeitraum, bevor man auf jährlich umstellen kann. Das ist umständlich und ist tatsächlich nur versteckt erklärt. Die meisten Kunden nutzen die Testzeit, und somit kann man direkt auf jährlich umstellen.
Inhalte in der Cloud abspeichern
Ohne Abo ist die Cloud begrenzt, aber nicht in Speichergröße, sondern wie folgt: „Alle Notizbücher, die in den letzten 50 Tagen bearbeitet wurden, werden automatisch in der Cloud abgespeichert.“ Das heißt: Wenn ihr jede Notiz einmal aller 50 Tage bearbeitet, bekommt ihr die „gleiche“ Funktion wie mit Abo. Eine weitere Alternative ist es, das Notizbuch zu duplizieren, das Original zu löschen und im Duplikat weiterzuarbeiten. Dann wird auch das synchronisiert.
→ Lohnt sich nicht
![[Test] reMarkable connect Abo [Test] reMarkable connect Abo](http://m3.paperblog.com/i/187/1873118/test-remarkable-connect-abo-L-qqVBDq.jpeg)
Vorlagen aus Methods nutzen
Vorab hörte ich von tollen Vorlagen bei reMarkable. Die Standardoptionen sind gut, aber auch kein Meilenstein. Mit RM Methods bekommt man einige gute Optionen nachgereicht, vor allem Workbooks bringen noch etwas ganz anderes rein.
Häufig gibt es keine neuen Inhalte. Gerade der Kalender kann das Abo aber schon wert sein. Einige Verkaufsplattformen bieten für um die 10 € fertige oder selbstkonfigurierte PDFs an. Ein Monat um den Jahreswechsel kann somit günstiger sein.
Ein großer Kritikpunkt ist, dass reMarkable scheinbar immer wieder vergisst, dass sie auch ein Move im Sortiment haben. Viele Vorlagen und alle Workbooks gibt es nur im großen Format. Das heißt, es ist auf dem Move viel Rand und man muss zoomen. Das ist Mist, gerade wenn man für einen solchen Service Geld bezahlt.
Zusätzlich gibt es nur Vorschaubilder für die „großen“ reMarkable-Tablets. Manchmal gibt es dann aber auch angepasste für den Move. Eine Beschreibung, für welche Tablets es optimiert wurde, würde helfen und es dem Kunden erleichtern. → Kann sich lohnen, aber zu wenig Updates
Handschriftliche Suche
Die Funktion musste ich tatsächlich „neu“ testen. Da ich meine Notizen weder suche noch nach deren Inhalt suche: Ohne Abo kann man mit der Suche nur Dateinamen und Ordnernamen suchen. Das ist unpraktisch und – in meinen Augen – unnötig.
Mit dem Abo kann man auch Dateien durchsuchen. Nicht nur PDFs, sondern auch handgeschriebene Notizen. Das kann praktisch sein, wenn man etwas Spezielles sucht. Kleiner Kritikpunkt an der UI: Die Suchergebnisse sind nicht wirklich hilfreich. Wie ihr auf dem Bild erkennen könnt.
![[Test] reMarkable connect Abo [Test] reMarkable connect Abo](http://m3.paperblog.com/i/187/1873118/test-remarkable-connect-abo-L-uySJ9p.jpeg)
Man sieht den Ort der Datei, den Dateinamen, das Cover der Datei, auf welcher Seite und wie oft das Wort vorkommt. Ich habe zum Beispiel bei dem Suchbegriff „remark“ 2 Treffer im Notizbuch „Reviews“. Welches ist jetzt das richtige? Das ist nicht ablenkungsfrei und bei einem eINK-Display dauert das Wechseln von Seiten und Notizbüchern etwas.
Schön hingegen gefällt mir, dass man dann in der Notiz den Text markiert bekommt. Also kein lästiges Suchen. Das Beenden der Suche schickt mich auch nicht zurück, ich bleibe auf der Notizseite. Das ist gut gelöst. → Durchaus nützlich für Vielschreiber. Viele Seiten oder Notizbücher machen es nützlicher.
Als Notizbuch umwandeln
Word-Dateien auf dem reMarkable? Das geht nur mit dem Connect-Abo. Aber wo geht das? In der App auf dem Mac? „Dateiformat nicht unterstützt, nur PDF oder ePUB.“ Auf dem iPhone, finde ich eine Funktion fürs Importieren gar nicht. Auch im Teilen-Screen gibt es keine Funktion. Im Web unter „MyFiles“ kann man dann ein Word-File hochladen. Da muss man erst einmal draufkommen.
Und wie sieht die Word-Datei dann aus? Auf dem HomeScreen wird sie wie eine Notiz angezeigt (Notizen haben einen Streifen links, PDFs ein Eselsohr oben rechts). Das Öffnen dauert bei meiner Beispieldatei etwas. Ein Problem, das ich schon von PDFs kenne. Leider ist das Problem beim erneuten Öffnen ebenfalls spürbar, das ist leider deutlich schlechter.
Das Word-Dokument ist dann scrollbar – nur von oben nach unten. Text wird als solcher erkannt und kann mit dem Textmarker ganz normal markiert werden. Interessant: Beim zweiten Öffnen wurde das Zoomlevel auf 100 % geändert, sodass es besser aussieht.
Da es keine PDF ist, ändert sich dann viel. Die Formatierungen gehen teilweise verloren, die Farben verschwinden, sogar die Breite der Seite wird angepasst. Ganz schlimm wird es bei Bildern. Es gibt schon Gründe, warum die PDF für das Übertragen auf unterschiedliche Geräte die sinnvollste Wahl ist.
Der einzige Vorteil ist – welch Überraschung – die Möglichkeit, den Text zu verändern. Man kann mit der Bildschirmtastatur Text hinzufügen, entfernen, korrigieren, sogar ein wenig das Format anpassen. Tiefe Änderungen sind aber nicht möglich, dazu ist der Editor zu rudimentär.
Also, wofür ist die Funktion? Einen Entwurf zu bearbeiten oder zu prüfen, empfinde ich als sinnvoll. Businessdokumente mit fester Formatierung sind eher ungeeignet. Gerade mit dem Type Folio für den reMarkable 2 oder dem Paper Pro kann dies geschickt sein. Der Move profitiert hiervon nur vom portablen Lesen und Annotieren, auch das kann nützlich sein. → Wer’s braucht, braucht’s, aber kein Must-Have.
Link erstellen
„Teilen Sie Ihre Notizen und Skizzen ganz einfach per Link.“ Wer in der App sucht, wird sich fragen: Wozu? Denn in der App kann man das ebenfalls. ABER die Funktion ist nur auf dem reMarkable verfügbar. Neben „Bildschirm teilen“ und „per E-Mail versenden“ gibt es mit Abo „Link erstellen“.
![[Test] reMarkable connect Abo [Test] reMarkable connect Abo](http://m3.paperblog.com/i/187/1873118/test-remarkable-connect-abo-L-bSHcVr.jpeg)
Es wird eine E-Mail an deine reMarkable-Account-E-Mail geschickt oder man nimmt den QR-Code. Der Link zeigt die Originalnachricht und mit KI wird der Text analysiert und in maschinenlesbaren Text umgewandelt. Ich habe eine Checkliste verwendet und die Checkboxen werden als solche angezeigt, abgehakt und der Text durchgestrichen, wenn erledigt. Cool.
Der Text wurde gut erkannt, mit einigen Fehlern, aber das liegt auch an der Handschrift. Noch habe ich aber keine Ahnung, wofür ich eine solche Funktion benötige. Das funktioniert aber so gut, dass ich mir einen Use-Case ausdenke
. → Nicht schlecht, wer’s braucht, wird es lieben
Einträge per App erstellen und bearbeiten
Zu Beginn hatte ich mit beiden reMarkables eine Subscription, sodass das Bearbeiten von Notizen mit der App keine Neuheit war. Zum Probieren und für schnelle Notizen sicherlich nicht verkehrt. Dann kam die Phase ohne Abo und die App nutzte ich kaum.
Mit dem Abo wollte ich genau das probieren, und sorry, das war vollkommen verbuggt. Mal wieder weiß reMarkable nicht, dass es einen Move gibt. Da das Format beim Move anders ist, wird in die Seite gezoomt, sodass links und rechts ein Rand weggeschnitten wird. In der App kann ich Text aber nur am linken Rand platzieren. Die Folge: Auf dem Move wird mit der Seite nun im 0,8-Zoom angezeigt.
![[Test] reMarkable connect Abo [Test] reMarkable connect Abo](http://m3.paperblog.com/i/187/1873118/test-remarkable-connect-abo-L-0k59Fi.jpeg)
Als wäre das bislang nicht schlimm, das Löschen des Textes ging auf dem Move nicht, nur in der App. Das Zoomlevel bleibt für die Seite dennoch bei 0,8 ×. In der App wird ein Haken – den ich später in die Checkbox auf den Move gesetzt habe – auf den Text angezeigt.
Also, ich bin von der Funktion bedient. Vielleicht als Schnellnotiz okay, aber so zerstört es mehr und die Ablenkungsfreiheit, die man mit reMarkable kauft, wird hier zum absoluten Upfuck. → Die Funktion ist okay, aber kein Must-have (und verbuggt)
Dateien an Slack/Miro übertragen
Seit Kurzem ist zu Slack auch noch Miro hinzugekommen. Man kann – wenn man Slack oder Miro mit dem reMarkable verbunden hat – Daten auf die jeweilige Plattform übertragen. Mithilfe von KI kann man die Notizen und Skizzen dann konvertieren.
Wer das nutzt, wird dafür bereit sein, Geld auszugeben. Ein Flussdiagramm erst auf dem reMarkable zu zeichnen und dann in Miro in „digitale“ Varianten verwandeln zu lassen, ist praktisch. Für mich ist beides (aktuell) keine Option. Ich nutze nur Miro gelegentlich. Cool ist es aber dennoch. → Kann sich lohnen.
Geräteschutz
Wer ein Abo abschließt, erhält 3 Jahre zusätzlichen Geräteschutz. Auch wenn es nicht dasteht, vermute ich, dass das nur gilt, wenn das Abo läuft. Also wenn ihr 109,70 € (günstigste Variante aus 29,90 € im ersten und 39,90 € in Jahr 2 und 3) abschließt, seid ihr „geschützt“, wenn mit dem Gerät etwas passiert.
Ob sich dieser Deal lohnt? Ich denke nicht. Es sei denn, ihr nutzt reMarkable aus. Ein Abo abschließen und später das Gerät als defekt melden, machen sicherlich einige. Aber das ist kein guter Deal in meinen Augen. → Dafür lohnt sich kein Abo.
Mein Senf
Und jetzt? Ich musste tief abtauchen, um überhaupt die einzelnen Funktionen zu verstehen. Sie sind breit gefächert, sodass für viele etwas dabei ist. Keine schlechte Sache. Manche Abos sprechen von den Kunden nur ein spezielles Klientel an. Je mehr ihr praktisch findet, desto nützlicher ist das Abo.
Das Abo ist – trotz der kürzlichen drastischen Erhöhung – recht günstig. Um die 3 € pro Monat können solche Funktionen – gerade im ablenkungsfreien Kontext – mehr als wertvoll sein. Wer „nur“ sein Tagebuch schreibt, wird hier keinen Mehrwert sehen.
Man spielt aber auch mit den Ängsten der Kunden. Keinen Speicher mehr haben, kein Backup und keinen Geräteschutz, lässt manche Leute sicherlich zum Abo greifen, aus purer Angst. Das kann man so machen, ist aber keine Art. Da man von Notizen spricht, wäre der Abo-Zwang (den es auch nicht gibt) nicht nötig.
Und wie sieht es für mich aus? Welche Funktionen nutze ich? Welche brauche ich unbedingt? Ich brauche wahrscheinlich keine. Alles ist ganz nett und kann den Arbeitsalltag mit dem Gerät vereinfachen. Noch läuft mein „erster“ Monat, danach könnte es passieren, dass ich das Abo kündige. Zu meinem aktuellen Workflow brauche ich keine der Funktionen.
