Taxigewerbe warnt jetzt vor einer Pleitewelle

Von Klaus Ahrens

Die Shared Economy mit taxenähnlichen Angeboten, die sich aus Mitfahr-Plattformen wie Uber & Co. entwickelt haben, soll zu einer Liberalisierung des Taximarktes führen. Wesentliche Auflagen für neue Mobilitätsdienstleister wie Uber sollen gestrichen werden. Das empfindet das klassische Taxigewerbe als Bedrohung.

Die Warnung des Branchenverbandes

Der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes Michael Müller warnte jetzt vor drastischen Folgen für das klassische Taxigewerbe:

„Eine Reform des Personenbeförderungsgesetzes würde im schlimmsten Falle dazu führen, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen wegbrechen. Wir befürchten eine Pleitewelle. In Berlin etwa ist es durch die neuen rechtswidrig arbeitenden Anbieter schon zu Umsatzrückgängen von 30 bis 35 Prozent für die Taxibetriebe gekommen. Das rechnet sich nicht mehr lange. In den USA ist durch das Aufkommen von Uber das Taxigewerbe eigentlich zusammengebrochen.“

Merkwürdige Kriegsfantasien eines Verbandsvorsitzenden

Laut Müller hätten viele Taxiunternehmer in Deutschland nicht die Mittel, um wie die neuen Anbieter über Jahre hinweg Verluste zu machen. „Unsere Kriegskasse ist nicht so gut gefüllt wie die von Uber.“

Dass der Verband die Ursache für den Verlust seiner sicheren Pfründe ausschließlich beim Risikokapital von Uber & Co sieht und meint, ein Schrei nach Subventionen oder staatlicher Protektion könne seine Probleme lösen, zeigt, dass die Nachfahren der Droschkenkutscher die Shared Economy (und ihre durchaus vorhandenen Auswüchse) nicht wirklich verstanden haben.

Verbandspräsident Müller sollte sich vielleicht besser mal das Treiben seiner staatsmonopolistisch angehauchten Mitglieder genauer anschauen, denn es sind nicht nur die Preise, die die Leute lieber bei Mitfahrdiensten einsteigen lassen.

Die Situation in Lüdinghausen

Zu Taxiunternehmen habe ich ja bekannterweise schon seit Jahren ein gestörtes Verhältnis – seit der lokale Monopolist aus Lüdinghausen mit dem treffenden Namen „Taxi – Nee“ mir schon zweimal eine Fahrt zum Krankenhaus trotz einer entsprechenden Bestätigung der Krankenkasse zur Kostenübernahme verweigerte.

Zumindest bei Krankenfahrten ist der Name dieses im Grunde kleinen Lokal-Monopolisten offenbar auch Programm.

Foto: Taxis am Flughafen Berlin-Tegel, Matti Blume, CC BY-SA 3.0