„Tatort Internet“: Gute Sache, schlechte Ausführung

Verbrechen an Kindern sind widerlich, verwerflich, zu verurteilen, anzuprangern. Doch Stephanie zu Guttenberg als Aushängeschild und die Produktionsfirma, die „Tatort Internet“ produzierte, gingen zu weit: Auf eigene Faust und ohne Rücksicht auf rechtsstaatliche Prinzipien Verbrecher zu Taten anzustiften und in die Falle zu locken, ist nicht nur bedenklich, sondern selbst eine Straftat. Die an sich gute Sache der Sendung ging damit unter. Lockvögel und verdeckter Ermittler setzen auch Ermittlungsbehörden ein -  doch eine Fernsehproduktionsfirma gehört nicht der Exekutive an! Nicht vergleichbar ist zu Guttenbergs Sendung mit „Aktenzeichen XY“, wo bereits begangene Verbrechen in enger Zusammenarbeit mit der Polizei aufgeklärt beziehungsweise Zeugen gesucht werden sollen. Der Zweck heiligt bei „Tatort Internet“ keineswegs die angewandten Mittel, denn potenzielle Kinderschänder wurden zwar gefunden, nicht aber den Behörden übergeben. Man hat sie einfach wieder gehen lassen. Einer von ihnen, der Leiter eines Kinderdorfs, ist nun verschwunden…

 


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