Tagebuch - Der Anfang vom Ende...

Oder: der Anfang von einem neuen Anfang?

Mein Gewicht steigt und steigt. Ja, weil ich es aufgrund meiner Krankheit ein bisschen schleifen lassen musste. Aber auch, weil ich Muskeln aufbaue. Leider sagt einem das die Waage in der Früh nicht ständig und so sieht man nur, dass wieder ein paar Gramm dazu gekommen sind. Was bei mir gleich den Effekt auslöst, dass ich mich wahnsinnig dick fühle, dass ich glaube, dass meine Kleidung gleich zerspringt sobald ich mich setze und dass ich jetzt mal die nächsten Wochen gar nichts mehr esse, was irgendwie Kalorien hat. Das letztere wäre natürlich die total falsche Einstellung, das weiss ich auch. Aber da falle ich eben wieder in alt bekannte Muster. Und das nach fast 5 Jahren. Ja, dieser Sport bringt bei mir einiges durcheinander. Ich WEISS, dass ich zunehme weil ich Muskeln aufbaue. Aber das weiss ich nur, wenn ich die Tatsache, dass ich wieder Gewicht zugenommen habe, erst einige Stunden habe sacken lassen. Dennoch, jedes mal Gefühlsterror! Auf der anderen Seite habe ich es schleifen lassen. Ich war krank, hatte Fieber, musste Medikamente nehmen, wollte mir was leckeres gönnen....bla bla bla....viele kennen das und ich muss den Satz nicht beenden...
Damit muss jetzt dann auch Schluß sein!
Meine 10 Wochen sind bald vorbei und Gewicht verloren habe ich null - auch wenn mein Körper eher nach 5 kg weniger aussieht (sich aber nicht so anfühlt - zumindest nicht heute). Beim Sport war ich immer beinhart dabei, habe mich gefordert und gesteigert, was mir auch total gut gefällt. Ich liebe Fitness! Damit will ich weiter machen und auch den fixen Sporttagen bleibe ich erhalten. Das einzige, an dem ich noch schrauben muss, ist meine Ernährung. Mein Essverhalten. Nicht bei Stress doch zu was "leckerem" aber verbotenen zu greifen. Nicht den Pudding meines Sohnes aufzuessen, den er nur aufmachen aber nicht selbst naschen will. Nicht immer nur meiner Mutter predigen, sondern auch mit guten Beispiel voran schreiten und zeigen wie es geht. Beispiel sein und nicht Beispiele zeigen. Auch meinem Sohn, denn der kopiert ja mein Essverhalten und dann soll er schon bitte das richtige nachmachen.
Gestern hatte ich Glück und ich konnte meine neue Lieblingssendung "Schrankalarm" schauen. Ich liebe Shows, in denen Menschen umgestylt werden und neue Kleidung bekommen, tolle Fotos gemacht werden. Das will ich auch! Ich will auch mal so umgestylt und gepimpt werden. Am liebsten auch von Manuel und Miyabi.
Jedenfalls waren sie gestern bei einer Frau in meinem Alter, die einige mir sehr bekannte Probleme (klein, Größe 40/42 - gerne rockig aber nicht gewusst wie), aber auch mir sehr unbekannte (große Brust) Probleme hatte. Eine Frau, in die ich mich teilweise sehr gut hineinversetzen konnte. Und die Anlass dazu gab, dass Manuel einige sehr schöne Dinge zum Thema Figur sagte, die ich mir als Mantra behalten will.
Zum Beispiel. Kleine Frauen mit einer weiblichen Figur sehen automatisch dick aus, obwohl sie das gar nicht sind. Das liegt nicht an ihrem Körper, sondern an den falschen Klamotten. Nicht ich bin dick, meine Kleidung macht mich dick - meine morgens unnachgedacht übergeschmissenen Klamotten machen mich dick, wobei mich ein paar andere Schuhe, eine andere Jacke oder eine schmaler geschnittene Hose gleich viel schlanker aussehen lassen würden. Und ich merke wieder, dass ich zwar gerne shoppe und mir neue Dinge kaufe, aber viel zu wenig darauf Acht gebe, wie mir die Kleidung steht - besonders bei Hosen. Eigentlich nur bei Hosen. Mein großes Problemthema. Hosen.
Zum Beispiel. Dass man nicht auf die Kleidergröße achten sollte, sondern das tragen soll, was einem steht, egal welche Größe in der Kleidung angebracht ist. Es ist eine Nummer. Eine Nummer, die einen bestimmten Weg weist, aber mehr auch nicht. Ich lasse mich viel zu sehr von diesen Nummern beeinflussen - ja, meinen ganzen Tag ruinieren. Wenn mir die Hose in 42 nicht passt, weil sie schmal geschnitten ist oder aus welchem Grund auch immer, bin ich frustriert und ziehe mich sauer und traurig an, anstatt die 44 zu probieren, die vielleicht wunderbar passen würde. Die ich aber verschmähe. Aus Verletzung. Aber Hallo! Dieser Körper hatte mal 120 Kilo! Hat 50 Kilo Gewicht verloren, dann ein Kind bekommen und plötzlich wieder ganz von vorne angefangen! Ich bin zwar da, wo ich vor der Schwangerschaft auch war, aber es sieht anders aus. Ich könnte stolz sein! Ich sollte stolz sein! Aber nein, ich bin auf dem Trip, dass ich erst stolz sein kann, wenn ich weit weniger wiege, obwohl ich nie in meinem Leben vorher dachte, jemals so auszusehen, so viel bzw wenig zu wiegen und so leben zu können wie ich es tue. Ich lasse meinen Stolz nicht zu, aus falschem Stolz. Aus falschen Ansichten, von den falschen Leuten geleitet, von den falschen Medien verführt und auf dem falschen Pfad geführt, auf dem mich schmale Hungerhaken Hamburger fressend überholen und mir erzählen wie toll es doch ist androgyn zu sein. Ich lebe auf dem falschen Pfad.
Ihr seht, nur weil man ein bestimmes Alter erreicht hat, heisst das nicht, dass man gleich schlauer, weiser oder selbstsicherer ist. Mich hat bisher meine Diät nur unsicherer gemacht. Warum? Weil ich an den falschen Zielen hänge, weil ich den falschen Idealen nachhetze. Weil ich vielleicht generell noch Idealen herhetze, wobei ich doch mein eigenes Vorbild sein sollte. Ich könnte auf mich und mein Leben stolz sein. Aber blicke immer nur durch andere Fenster, in andere Kleiderschränke und auf andere Teller.
DAMIT muss jetzt Schluss sein! Schluß damit, immer hinterher zu laufen (seien es nun Trends, Figuren, Menschen oder schlichtweg dem Bus). Schluß damit immer gefallen zu wollen - auch wenn es viele nicht glauben wollen, das versuche ich irgendwie noch immer. Schluß damit zu denken, was wohl die Leute über mich denken. F*** y**! Es zählt nur was meine Freunde und Familie über mich denkt! Mehr nicht! Es zählt, was ich über mich denke....
Doch, was denke ich eigentlich über mich...?
Das sollte ich mal in bei meinem nächsten Eintrag näher beleuchten....
The Rebirth.

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