Sylt – 2 Tipps zum Wandern mit Hund

Sylt – 2 Tipps zum Wandern mit Hund

Mitte Oktober waren wir für eine knappe Woche auf Sylt - natürlich mit Dayo und Suri. Im Herbst geht es auf Deutschlands berühmtester Nordseeinsel deutlich entspannter zu als im Sommer. Zu dieser Zeit lässt sich Sylt auch ziemlich gut erwandern. Heute gebe ich dir 2 Tipps zum Wandern mit Hund, die zu den Klassikern zählen - das Morsum Kliff und den Lister Ellenbogen.

Tipp 1 - Wandern mit Hund am Morsum Kliff

Wir waren in den ersten Tagen mit der Sylt-Kennerin Beate und ihren beiden Mops-Damen Hildegard und Hannelore unterwegs. Sie hatte sich vorgenommen, uns zu zeigen, dass Sylt nicht nur die Insel der Reichen und Schönen ist, sondern ideal für einen Urlaub mit Hund.

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Strandhotel Sylt in Westerland haben wir uns auf den Weg in das älteste Naturschutzgebiet von Schleswig-Holstein gemacht - das Morsum Kliff. Das Kliff steht bereits seit den 1920iger Jahren unter Naturschutz.

Ausgangspunkt für unsere Wanderung mit den Hunden - oder sagen wir besser: unserer Spazierwanderung - ist der Parkplatz Nösistich. Nachdem sich alle Hunde und Menschen sortiert haben, kann es losgehen.

150.000 Jahre Geschichte

Das Morsum Kliff ist knappe 2.000 Meter lang und bis zu 21 Meter hoch. Es liegt zwischen dem Hindenburgdamm und dem Örtchen Morsum. Die farbenprächtige Gesteinsformation ist ungefähr 150.000 Jahre alt und entstand durch Gletscherverschiebungen.

Obwohl das Wetter nur durchwachsen ist und der Wind ganz schön weht, sind eine ganze Menge Menschen auch auf die Idee gekommen, hier ihren Sonntagsspaziergang zu machen. Anstatt direkt zum Kliff zu laufen, führt uns Beate zunächst durch die Dünenlandschaft in Richtung Nordsee.

Ich merke ihr die Begeisterung für diesen Ort an. Sie atmet tief ein, dreht sich in den Wind und genießt einfach den Moment. Hildegard und Hannelore, die beiden Mops-Damen, interessiert die Stimmung wenig. Sie erfreuen sich an den vielen interessanten Gerüchen, und dann ist auch ganz schnell das große Geschäft erledigt ... 😉 ...

Wie in fast jedem Naturschutzgebiet gilt auch hier Leinenpflicht für alle Hunde. Auch die Hinterlassenschaften gehören weg geräumt. Damit erst gar keine Ausreden aufkommen, gibt es an vielen Stellen Mülleimer und Kacktütchen. Das ist nicht nur im Naturschutzgebiet so, sondern auf der gesamten Insel. Dafür Daumen hoch.

Geologische Besonderheiten

Das farbenprächtige Morsum Kliff ist das allererste, was du siehst, wenn du mit dem Autozug Sylt erreichst. Die rötliche Farbe kommt von dunklem Glimmerton, rotem Limonitsand, weißem Kaolinsand und braungelbem Geschiebelehm (Quelle: Wikipedia).

Aber noch sind wir ja gar nicht auf dem Kliff. Denn wir wollen zunächst am Strand direkt unter dem Morsum Kliff entlang laufen. Ich bin froh, dass ich Dayo und Suri die Mäntel angezogen habe. Es ist zwar nicht wirklich kalt, aber sehr, sehr windig.

Natürlich sind Dayo und Suri nicht besonders froh darüber, Hundemäntel zu tragen. Irgendwie habe ich auch so ein bisschen das Gefühl, als schämten sie sich vor den beiden Mopsdamen von Beate. Aber nix da ... die Mäntel bleiben! Basta!

Weltnaturerbe Wattenmeer

So geht es für uns bergab in Richtung Nordsee. An vielen Stellen gibt es Informationstafeln, die über Fauna und Flora dieses ganz besonderen Naturschutzgebietes informieren. Wir spazieren vorbei an verblühten Heckenrosenbüschen.

Was muss das für ein Farben- und Duftrausch im Sommer sein. Der Weg - jetzt eher Pfad - wird immer schmaler und leider auch immer matschiger. Der Vorteil: Wir sind hier jetzt alleine unterwegs.

Der reizende Gemahl ermahnt Beate und mich immer wieder, umzukehren. Irgendwann würden wir im Matsch steckenbleiben. Das stört uns jedoch erst einmal nicht. Wir wollen da entlang. Beate ist zuversichtlich, dass wir auch die rutschigsten Stellen problemlos überwinden können.

Nun ja, sie hat es versucht. Aber schon der erste kleine Anstieg mit Rutschpartie zeigt, dass wir mit unserem Schuhwerk hier nicht weiterkommen. Gummistiefel wären jetzt schön. Aber die stehen im Auto.

Also drehen wir wieder um und gehen zurück. Der reizende Gemahl hinter uns her. Vermutlich verkneift er sich ein Grinsen ... habe ich es nicht gesagt ... 😉 ...

Hünengräber aus der Steinzeit

Es geht vorbei am Parkplatz, der jetzt fast komplett gefüllt ist, und an einem luxuriösen Landhaushotel in Richtung Fußweg entlang des Morsum Kliffs. Hunde sind hier erlaubt. Fahrradfahrer müssen ihre Fahrräder zurücklassen (Gott sei Dank).

Neben all diesen geologischen Besonderheiten und der fast schon mystischen Natur hat das Morsumer Kliff allerdings auch eine ganz andere erstaunliche Geschichte zu bieten. Hier gibt es nämlich jede Menge Hünengräber aus der Steinzeit. Sie sind vor etwa 1.000 bis 3.500 Jahren entstanden und gehören zu den besterhaltenen Grab-Landschaften in Deutschland.

Wir lassen die Hünengräber rechts liegen und erreichen einen Holzbohlen-Weg, der uns durch die Heidlandschaft in Richtung Kliff führt.

Wo jetzt im Herbst Grün- und Brauntöne vorherrschen, muss im Frühjahr gerade zu eine Farbenschlacht toben. Heide, wohin das Auge blickt.

Hier sind nun auch deutlich mehr Menschen unterwegs - viele mit ihren Vierbeinern. Obwohl der Holzweg recht breit ist, kommt es hin und wieder bei mir innerlich zu kleinen Schrecksekunden, wenn wir an anderen Hunden vorbei gehen. Aber Dayo und Suri sind freundlich gestimmt (oder müde). Selbst dem ein oder anderen Bellen (und Kläffen) wird mit hochmütiger Verachtung begegnet.

Auf dem Morsum Kliff mit Hund

Und dann endlich stehen wir auf der hölzernen Aussichtsplattform auf dem Kliff und genießen einen ganz großartigen Blick über das Wattenmeer und das Morsum Kliff.

Wir haben einen günstigen Zeitpunkt erwischt, denn wir haben den Aussichtspunkt für uns ganz alleine. Während der reizende Gemahl Fotos macht, nutze ich die Gelegenheit für eine kleine Pause.

Dann geht es weiter und kurz darauf spazieren wir auf dem Kliff direkt über dem Wattenmeer entlang. Überall weisen Tafeln darauf hin, auf den Wegen zu bleiben, um die Natur nicht zu zerstören.

Hinter jeder Kurve, hinter jedem kurzen An- oder Abstieg warten neue Eindrücke. Sand und Klippen. Eigentlich eine ganz einfache Sache. Hier am Morsum Kliff sieht der Sand immer wieder anders aus. Und die Ausblicke nach unten und über das Wattenmeer sind atemberaubend.

Hier würde ich mich am liebsten hinsetzen und die Natur auf mich wirken lassen. Aber an diesem Sonntagvormittag wäre das sehr ungemütlich. Der Wind pustet kräftig über das Kliff hinweg. Dayo und Suri verlieren langsam aber sicher die Lust am Wandern bzw. Spazieren gehen.

Also machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Auto.

Das Morsum Kliff ist ein wirklich ganz zauberhafter Ort. Ich kann Beate gut verstehen, dass sie hier sehr gerne hin kommt. Obwohl hier doch einiges los war, haben sich die vielen Spaziergänger gut verteilt. Wir hatten unsere Momente für uns ganz alleine, aber auch nette Begegnungen mit Menschen und Hunden aus ganz Deutschland. Mir hat es gefallen.

Sollte ich nochmals nach Sylt kommen, ist das auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert.

Weitere Informationen zum Morsum Kliff mit Hund

  • Ausgangspunkt ist der Parkplatz Nösistich am Morsum Kliff. Hier gibt es auch öffentliche Toiletten.
  • Der Rundweg ist etwa 3,5 Kilometer lang und leicht zu begehen - auch mit Hunden.
  • Im gesamten Naturschutzgebiet herrscht Leinenpflicht.
  • Mülleimer haben in der Regel immer Kack-Tütchen vorrätig. Das hat mir sehr gut gefallen.
  • Es gibt viele Informationstafeln, die über Geschichte, Geologie, Fauna und Flora am und auf dem Morsum Kliff informieren.
  • Besonders an warmen Tagen bitte daran denken, Wasser für die Vierbeiner mitzunehmen.

Morsum Kliff mit Hund - Bilderimpressionen

Sylt – 2 Tipps zum Wandern mit Hund

Tipp 2 - Wandern mit Hund am Lister Ellenbogen

War Beate schon schwer begeistert davon, uns das Morsum Kliff zu zeigen, ist sie geradezu enthusiastisch, als sie uns vorschlägt, zum Lister Ellenbogen zu fahren und dort den Tag zu verbringen. Also machen wir uns auf den Weg in Richtung List.

Der Lister Ellenbogen ist Privatbesitz

Hinter der berühmten Ortschaft Kampen geht es irgendwann links ab und eine etwas abenteuerliche Straße führt uns in Richtung Ellenbogen.

Der gesamte Lister Ellenbogen ist ein Natur- und Vogelschutzgebiet. Außerdem ist diese markante Halbinsel in Privatbesitz der Familie Diedrichsen. Mit denen ist Beate gut bekannt. Sie verbrachte erst vor kurzem ein paar Tage in einer Ferienwohnung der Familie.

Wer wie wir mit dem Auto kommt, der zahlt eine Maut in Höhe von fünf Euro pro Auto. Damit werden die Straßen instand gehalten sowie die öffentlichen Toiletten etc. Fußgänger und Fahrradfahrer (von denen es auf Sylt sehr viele gibt), erkunden den Lister Ellenbogen kostenlos.

Wer nach Ruhe und Einsamkeit sucht ist hier genau richtig. Für den Oktober kann ich das bestätigen. Und Beate sagt, dass hier in der Hauptsaison natürlich viel mehr los ist. Allerdings halte es sich auch dann im Rahmen.

Nördlichster Punkt in Deutschland

Der Lister Ellenbogen ist der nördlichste Punkt von Deutschland. Die Halbinsel ist 330 Meter breit bzw. schmal und ungefähr 1,2 Kilometer lang. Bei gutem Wetter kannst du sogar bis rüber nach Dänemark schauen. Die dänische Insel Rømø ist nur ungefähr vier Kilometer entfernt.

Obwohl mir das Morsum Kliff gut gefallen hat, stellt sich hier und jetzt bei mir sofort ein Wow-Gefühl ein. Wow, was für eine bizarre Dünenlandschaft. Das gefällt mir. Und wie schon tags zuvor wünschte ich, wir könnten diese wunderbare Heidelandschaft blühend erleben. Das muss ein wahres Farbspektakel sein.

Wie bereits erwähnt, ist der Lister Ellenbogen ein Natur- und Vogelschutzgebiet. Damit die Heide und die Dünen das bleiben, was sie sind, grasen hier überall Schafe. Als wir dort waren, haben wir allerdings nur die Hinterlassenschaften gesehen. Die Schafe waren wohl gerade woanders unterwegs ...

Leuchttürme und weiße Sandstrände

Unseren ersten Halt machen wir an einem rot-weißen Leuchtturm.

Obwohl Dayo und Suri jetzt lieber in Ruhe Hunde-Zeitung lesen würden, lassen sie sich geduldig fotografieren. Hannelore und Hildegard sollten auch mit auf das Bild - sie hielten vom Herumsitzen allerdings nicht so viel. Und Suri blickt ihnen wohl neidisch hinterher ... 😉 ...

Dann machen wir unseren ersten kleinen Spaziergang an den Strand.

Über die Dünen geht es erst hoch und dann liegt die Nordsee vor uns. Wir stapfen durch den weißen Sand, genießen das Wasser, den Wind, die Wolken und die Sonne. Einfach herrlich.

Ich kann mir recht gut vorstellen, dass die Strände hier im Sommer sicherlich gut besucht sind, aber nicht überlaufen. Schließlich muss jeder Strandbesucher einen mehr oder weniger langen Spaziergang machen, um das passende Plätzchen im Sand zu finden. Und das womöglich mit Strandgepäck. Das ist nicht jedermanns Sache.

Das Baden ist übrigen an allen Stränden am Lister Ellenbogen verboten. Hier treten starke Tiefenströmungen auf, die lebensgefährlich sind.

Endlich ins Watt

Für uns geht es nun zurück zum Auto und wir fahren ein paar Meter weiter. Denn jetzt wollen wir eine kleine Wattwanderung machen. Und da gerade Ebbe ist, können wir das auch ungefährdet tun. Raus aus dem Auto, rein in die Gummistiefel und los geht's.

Die Wattfläche am Lister Ellenbogen gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sinn macht es natürlich, eine geführte Wattwanderung zu machen, um den Lebensraum Wattenmeer besser verstehen zu können. In der Hauptsaison gibt es zahlreiche Angebote auf Sylt. Aber auch in der Nebensaison werden Interessierte fündig, wobei ich nicht überprüft habe, ob auf geführten Wattwanderungen Hunde erlaubt sind.

In der Regel sind im Watt Hunde erlaubt, wenn sie an der Leine geführt werden.

Wir haben nur einen kleinen Spaziergang gemacht und sind auch immer in der Nähe des Strandes geblieben.

Suri war anfangs nicht so begeistert davon, mit ihren zarten Pfötchen durch das nasse und matschige Watt zu spazieren. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sie sich für den Schlick mit seiner verborgenen Tierwelt interessiert hat.

Wir haben hier wahnsinnig viele Fotos gemacht, die ich gar nicht alle zeigen kann. Eine Auswahl findest Du am Ende dieses Kapitels.

Ich muss gestehen, dass ich mich hier hätte den ganzen Tag aufhalten können. Die Lichtverhältnisse waren ein wenig eingeschränkt, sodass eine mystische Stimmung entstanden ist. Es waren kaum andere Menschen unterwegs, und ich hatte das Gefühl, dass hier die Zeit ein wenig stehen bleibt. Herrlich.

Die Sache mit den Robben

Der Lister Ellenbogen ist nicht nur bei Menschen, Vögeln und Schafen sehr bliebt, sondern auch bei Robben. Sie rasten gerne im weißen Sand und lassen sich dann die Sonne auf den Bauch scheinen.

Leider haben wir keine Robben gesehen. Dafür aber die Hinweisschilder, die an jedem Strandzugang zu finden sind.

Es war mein erstes Mal auf Sylt. Und in sechs Tagen konnten wir nur einen kleinen Eindruck von Sylt gewinnen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich Beate gut verstehen kann. Der Lister Ellenbogen ist etwas ganz besonderes. Ursprünglich, bizarr und wunderschön.

Und wenn du mich jetzt fragst, was mir am besten auf Sylt gefallen hat, dann würde ich sagen: der Lister Ellenbogen. Das könnte mein Lieblingsplatz auf der deutschen Nordseeinsel werden.

Lister Ellenbogen mit Hund - Bildimpressionen

Sylt – 2 Tipps zum Wandern mit Hund

Sylt mit Hund - Informationen

  • Hundestrände auf Sylt: Es gibt 16 ausgewiesene Hundestrände auf der deutschen Nordseeinsel.
  • „Leinen los": Vom 1. November bis zum 15. März dürfen die Vierbeiner auf allen Sylter Stränden ohne Leine laufen - auch direkt am Strand an der Strandpromenade in Westerland
  • Bemerkenswert: Auf Sylt gibt es an fast jedem Mülleimer auch Kack-Tütchen. In den sechs Tagen, in denen wir dort waren, haben wir nur ein einziges Mal einen leeren Behälter vorgefunden. Daumen hoch.
  • Hundefreundlichkeit: Auf Sylt sind viele Vierbeiner unterwegs. Die Sylter haben sich darauf eingerichtet: An vielen Geschäften stehen gefüllte Wassernäpfe. In vielen Geschäften und Restaurants sind Hunde willkommen.
  • Hundefreundliche Unterkünfte: Es gibt viele Möglichkeiten, mit Hunden unterzukommen. Wir haben im sehr hundefreundlichen Strandhotel Sylt in Westerland gewohnt und uns dort sehr wohl gefühlt (dort waren wir für drei Nächte eingeladen).

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