Südamerika Rundreise | 3 geniale Routen für Südamerika Einsteiger

Von Southtraveler

Immer wieder sehe ich in Foren, dass sich Leute bei der Reiseplanung für Südamerika zu viel auf die Agenda packen. „Ich möchte in drei Wochen Brasilien, Argentinien und Chile bereisen – wie gehe ich am besten vor?“oder „Ich möchte in 4 Wochen durch Südamerika reisen und Machu Picchu, Patagonien und am liebsten noch Buenos Aires entdecken.“ Reise Overkill.

Mir wird anhand dieser Beschreibungen immer wieder bewußt, dass viele sich hinsichtlich ihrer Reiseplanung überschätzen und zu viel zumuten. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass man in seiner zeitlich begrenzten Urlaubszeit möglichst viel sehen möchte. Doch lass dir aus meiner Erfahrung heraus sagen – es artet in Reisestress aus. Man sitzt mehr in Bussen oder Flugzeugen, statt das Land und die Kultur wirklich kennenzulernen und die Reise zu genießen.

Daher habe ich dir hier drei Südamerika Rundreisen zusammengestellt, die je nach Reisedauer kombiniert werden können und dir ausreichend Zeit zum Eintauchen, Entdecken und Erleben bieten. Du kannst diese Touren übrigens auch gut mit meiner Chile in 3 Wochen Route verbinden. Das Budget beinhaltet Flüge, Busfahrten & günstige Unterkünfte, aber keine Touren.

Südamerika Rundreise #1 – Auf den Spuren der Inka | Südperu – Bolivien

Dauer: 4 Wochen
Budget (inkl. Flügen, Bussen & Unterkunft):
ca. 1800 € ohne Touren & Eintritte

Beste Reisezeit: Mai – September

Dies ist eine der beliebtesten Backpacker-Touren auf dem südamerikanischen Kontinent. Von Lima geht es über die Nazca-Wüste nach Arequipa. Danach stattest du dem Colca-Canyon mit seiner beeindruckenden Landschaft einen Besuch ab. Weiter geht es von dort nach Puno an den Titicaca-See. Von dort überquerst du die Grenze nach Bolivien, besuchst La Paz, die höchstgelegene  Großstadt der Welt. Von dort geht es in den bolivianischen Dschungel, den artenreichen Madidi-Nationalpark. Zurück in Peru geht es in die Inka-Hauptstadt Cusco und natürlich die berühmte Inka-Ruine Machu Picchu.

Woche 1 | Lima – Ica – Nazca – Arequipa

Willkommen in Peru! In der modernen, lebendigen Metropole Lima startet deine Reise durch das eindrucksvolle Land. Besuche den quirligen Mercado Central und das Barrio Chino, das chinesische Viertel. Durchstreife das In-Viertel Barranco, wo du viele gute Restaurants, Bars und alternative Geschäfte finden kannst. Probiere auf jeden Fall die peruanische Küche – sie  bietet einige kulinarische Highlights wie Ceviche, Aji de Gallina oder Lomo Saltado. Mehr über Lima findest du bei Ariane und ihrem Blog Heldenwetter.

Hostel Tipp Lima: KACLLA, The Healing Dog Hostel

Nach zwei Tagen in Perus Hauptstadt geht es mit dem Bus (Cruz del Sur, ca. 70 PEN 21 €) in 5 Stunden nach Ica. Die Wüstenstadt inmitten der Nazca-Wüste ist bekannt wegen der Oase Huacachina, die sich sieben Kilometer westlich der Stadt befindet. Mit ihrer spektakulären Kulisse aus Palmen, grünblauem Wasser und bis zu 100 Meter hohen Sanddünen ist der Ort mittlerweile ein echter Backpacker Hotspot in Peru geworden, was du auch an den zahlreichen Angeboten wie Sandboarden, Dünen-Wanderungen & Buggy Touren merken wirst.

Hostel Tipp Ica: Sol de Huacachina

Ein Abstecher nach Paracas an der Küste ist auf jeden Fall lohnenswert. Vor dem Fischerdorf liegen die kleinen Islas Balletas, die aufgrund ihrer Artenvielfalt auch scherzhaft „Galapagos für arme Leute“ genannt werden. Hier kannst du Pinguine, Seelöwen und tausende von Vögeln beobachten, die sich auf den Inseln tummeln.

Hostel Tipp Paracas: Paracas Backpacker House

Weiter geht es nach Nazca zu den berühmten gleichnamigen Linien. Besonders beliebt sind die Flüge über die Formen und Figuren im Wüstensand. (Kosten ab ca. 80 €) Es gibt auch Aussichtstürme, die aber nicht wirklich empfehlenswert sind, da man nur einen kleinen Bruchteil der riesigen Zeichnungen sieht.

Von Nazca aus nimmst du am besten einen Nachtbus Richtung Arequipa (Dauer 11 Std., Cruz del Sur, Movil Tours & Oltursa, ca. 120 PEN 30€)

Hostel Tipp Nazca: Nazca Travel one Hostel

Woche 2 | Arequipa – Colca Canyon – Puno

Deine zweite Woche im Süden Perus beginnt in der Ciudad Blanca, der weißen Stadt Arequipa. Umringt von den Vulkanen  Misti (5822 m), Chachani (6057 m) und Picchu Picchu (5486 m) bietet die hübsche Stadt einige Sehenswürdigkeiten:

  • Die weitläufige Plaza de Armas mit schattenspendenden Bäumen, Bars, Restaurants und der beeindruckenden Kathedrale.
  • Das Museo Historico Municipal
  • Das Kloster Santa Catalina, ein gewaltiger und gleichzeitig malerischer Klosterkomplex
  • Die Jesuitenkirche Iglesia de la Compañía

Arequipa eignet sich zudem mit seiner Höhenlage auf 2300 Metern gut zur Akklimatisierung, bevor es höher in den Colca Canyon geht.

Hostel Tipp Arequipa: El Albergue

Nehme einen Bus nach Chivay (Transportes Reyna, ca. 12 PEN  3 €) , einer kleinen Stadt im Valle de Colca. Auf der eindrucksvollen Fahrt dorthin siehst du bereits die angelegten Terrassen der Inka, wo bis heute Mais, Quinoa und Kartoffeln angebaut werden.  In Chivay kannst du diverse Ausflüge zum Colca Canyon unternehmen. Er ist 1.600 – 3.400 Meter tief und gehört damit zu den tiefsten Canyons der Welt. Nahe Chivay kannst du den heißen Thermalquellen von La Calera (Eintritt ca. 10 PEN  2,50€ ) einen Besuch abstatten.

Wenn du dich fit genug fühlst, kannst du auf einer 2-Tages Wanderung den Canyon und seine faszinierende Landschaft so richtig auskosten. Von Cabanaconde auf 3.300 Metern Höhe geht es hinunter ins Tal bis nach Sangalle. Ein besonderes Highlight ist ein Besuch des Mirador Cruz del Condor, wo du frühmorgens die mächtigen Könige der Anden, die Kondore, bei ihrer Flugshow betrachten kannst.

Hostel Tipp Chivay: Kollawas Home Inn

Zurück in Chivay nehme den Touristenbus 4M-Express (Abfahrt 13:15 Uhr, 50 US$) nach Puno am Titicaca-See. Auf der Fahrt legt der Bus an sehenswerten Orten Zwischenstopps ein, z.b. am Mirador de Patapampa und an der Lagune Lagunillas, die nochmal höher als der Titicaca-See liegt und einige schöne Panoramabilder verspricht.

Puno ist nicht sonderlich sehenswert. Du kannst am Morgen nach deiner Ankunft eine Tour zu den schwimmenden Inseln der Uros machen und am Nachmittag schnurstracks weiter Richtung Copacabana in Bolivien fahren.

Hostel Tipp Puno: Tayka Hostel

Woche 2-3 | Puno – Copacabana – La Paz – Rurrenrabaque – Puno

Nehme vom Terminal de Buses in Puno einen Bus nach Copacabana (Abfahrt 13:30 Uhr, Trans Titicaca, ca. 40 PEN 10€ ) . Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden bis nach Kasani, wo du die Grenze nach Bolivien passierst. Nach der Passkontrolle sind es noch 30 Minuten bis Copacabana.

In Copacabana wirst du mit einer grandiosen Aussicht auf den Titicaca-See empfangen. Schnapp Dir ein Boot und mache eine Tour zur Isla del Sol, dem Ursprung der Inka-Kultur und erlebe die herrliche Sonneninsel bei einer Inselwanderung.

Hostel Tipp Copacabana: Piedra Andina

Von Copacabana geht es nach La Paz, dem höchstgelegenen Regierungssitz der Welt. Besuche den skurrilen Hexenmarkt, den riesigen Flohmarkt in El Alto oder durchstreife die Stadt auf einer Walking Tour mit Red Caps. Startpunkt ist der Plaza San Pedro (11 & 14 Uhr)

Hostel Tipp La Paz: House wonderfulHostel

Von La Paz aus hast du je nach Vorliebe mehrere Optionen: Wer sich für alte Kulturen interessiert, sollte einen Abstecher nach Tiwanaku machen. Die Bauten der Tiwanaku Kultur sind datiert auf 2000 vor Chr. und damit eine der ältesten Hochkulturen auf dem amerikanischen Kontinent. Halb-Tagestouren werden bereits im Terminal de Buses in La Paz angeboten (ca. 120 Bolivianos 15 € inkl. Verpflegung)

Mutige wagen eine Mountainbike Fahrt auf der Death-Road (Preise ab 60 €, z.B. mit Gravitiy Bolivia), die von La Paz in die tropischen Yungas nach Coroico führt. Alternativ kannst du auch den El Choro Trek von La Cumbre (1 Std. von La Paz entfernt) nach Chairo bei Coroico wandern (beachte aber, dass dies 3 Tage in Anspruch nimmt).

Wenn du eines der artenreichsten Gebiete der Welt, den Madidi Nationalpark bei Rurrenrabaque besuchen willst, buche vorab einen Flug von La Paz nach Rurrenrabaque (Hin-Rückflug mit Amaszonas, ca. 130 €) Hier kannst du z.B. eine 3-tägige Kanu Tour durch den Dschungel machen und dabei auf Anacondas, pinke Flussdelfine, Affen und Kaimane treffen. (Tour z.b. mit Kanoo Tours, 170 €)

Lodge Tipp Rurrenrabaque: Atarisi Lodge

Zurück in La Paz machst du dich wieder auf den Weg nach Puno, von wo aus du den Touristenbus Inka-Express nach Cuzco nimmst. (Abfahrt 6:50 Uhr, ca. 45 €). Dieser hält an den sehenswerten Orten Pukara, dem La Raya Pass und Raqchi mit  dem Wiracocha Tempel.

Woche 4 | Cusco – Machu Picchu – Cusco – Lima

Bienvenidos a Cusco! Die älteste, ständig bewohnte Stadt des Kontinents war die wichtigste Stadt des Inka-Reichs und ist geprägt von kolonialen Hinterlassenschaften dieser Zeit. Für die Besichtigung der wichtigsten Inka-Stätten benötigst du das offizielle Boleto Turistico (130 PEN 35€), welches 10 Tage gültig ist. Hiermit kannst du die Bauten der Inkas wie Saqsayhuamán, Q´enqo oder Pukapukara besichtigen. Aber auch abseits der archäologischen Sehenswürdigkeiten gibt es in Cusco eine Menge zu sehen:

  • Museo de Arte Precolombino (Eintritt 20 PEN 5€)
  • Plaza de Armas mit der mächtigen Kathedrale und der Statue des Inka Herrschers Pachacutec
  • San Blas – Das koloniale Künstlerviertel  ist der wohl schönste Stadtteil in Cusco.
  • Mercado San Pedro – der zentrale Markt von Cusco mit einer riesigen Auswahl an Textilien, Kunsthandwerk und traditionellen Gerichten.

Wenn du noch mehr über Cusco wissen willst, dann schau mal in diesen Beitrag von Nora auf Info-Peru rein. Sie hat längere Zeit dort verbracht und kennt die Stadt wie ihre Westentasche.

Nach Cusco geht es nun zu einem weiteren Highlight deiner Reise: Der berühmten Inka-Ruine Machu Picchu. Wie du hinkommst und was du über den Besuch wissen musst, erfährst du in diesem ausführlichen Post. Du kehrst anschließend mit vielen neuen Eindrücken nach Lima zurück (Flug einfach ab 60€) , wo du deinen Heimflug antreten kannst.

Hostel Tipp Cusco: Gaia House


Du willst noch mehr über Peru erfahren? Dann hole dir „Quer durch Peru“ – den digitalen Reiseguide zur Reisevorbereitung, Routenplanung und für unterwegs. 


Südamerika Rundreise #2 – Wildes Patagonien | Argentinien – Chile

Dauer: 4 Wochen
Budget ca. (inkl. Flügen, Bussen & Unterkunft):
ca. 2200 € ohne Touren & Eintritte
Beste Reisezeit: November – April

Naturfreunde aufgepasst! Diese Südamerika Rundreise ins geheimnisvolle, wilde & windreiche Patagonien mit seinen spektakulären Landschaften gehört zum schönsten, was Südamerika zu bieten hat. Eisige Gletscher, Inseln voller Pinguine und grüne Fjord-Landschaften erwarten dich. Hier ist man aufgrund des rauen Klimas am besten von November bis März unterwegs. Da Patagonien zu den teuersten Gegenden Südamerikas zählt, lohnt es sich mit Zelt zu reisen – das spart nochmal eine Menge Geld und steigert den Abenteuerfaktor.

Woche 1 |Buenos Aires – Bariloche – Esquel

Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires ist der Ausgangspunkt deines Patagonien Abenteuers. Im Paris des Südens hast du zwar nicht allzu viel Zeit, kannst aber an einem Tag das legendäre Fußballstadion der Boca Juniors, Bombonera oder den sehenswerten Friedhof von Recoleta besuchen. Mehr zu Buenos Aires erfährst du in der Podcast Folge mit Kai Behrmann.

Hostel Tipp Buenos Aires: Malala Hostel

Von Buenos Aires geht es mit dem Flieger nach Bariloche (Flug einfach ca. 180 €). Im atemberaubenden Seengebiet des argentinischen Südens hast du gleich zwei Nationalparks vor der Nase – den Parque Nacional Nahuel Huapi und den Parque Nacional Lanin. Einen schönen Bericht zu Bariloche findest du auf Janas Blog Sonne & Wolken.

Hostel Tipp Bariloche: Los Troncos

Von Bariloche geht es weiter südwärts mit dem Bus nach Esquel (4,5 Std., 330 ARS  18 €). Hier kannst du eine Rundfahrt mit dem alten Patagonia-Express, auch La Trochita genannt, unternehmen. Die eindrucksvolle Fahrt mit der historischen Schmalspurbahn führt durch die Schönheit der patagonischen Steppe (Fahrtdauer 2,5 Std., Kosten ca. 35 €)

Hostel Tipp Esquel: Casa del Pueblo

Anschließend geht es von Esquel über die Grenze ins chilenische Andendorf Futaleufú (1,5 Std, Buses Jacobsen, von Dez. bis Feb. Mo, Mi & Fr. 7:30 Uhr & 17 Uhr)

Woche 2 | Futaleufú – Coyahaique – Chile Chico

Futaleufú ist ein hervorragender Rafting und Kajak Spot in der Region Aysén. Der Rio Futaleufú gilt als einer der anspruchvollsten und schönsten Flüsse weltweit für diesen Sport. Umgeben von imposanter Natur solltest du dir diesen Adrenalinkitzel nicht entgehen lassen. (verschiedene Rafting-Touren bietet Patagonia Elements an).

Unterkunft Tipp Futaleufú: Las Natalias

Auf der malerischen Carretera Austral geht es nach Coihaique (Fahrtdauer: ca. 8,5 Std., Achtung: Nur Sonntags 11:30 Uhr, Buses Becker, 24.000 CLP 33 €). Hier kannst du in unberührter Natur wandern oder reiten.

Ein Höhepunkt deiner Patagonien Reise ist der Lago General Carrera mit seinen sagenhaften Marmorhöhlen, die Capillas de Mármol. Die Touren starten von Puerto Tranquilo oder von Chile Chico aus. Von Chile Chico geht es wieder zurück nach Argentinien über Los Antiguos nach Perito Moreno.

Unterkunft Tipp Puerto Tranquilo: Don Hugo

Woche 3 |  Perito Moreno – El Chaltén – El Calafate

Von Perito Moreno geht es per Nachtbus nach El Chaltén (Fahrtdauer 10 Std., Kosten ca. 50 €, diverse Anbieter, gleich vor Ort informieren, da sich Zeiten oft und unregelmäßig ändern)

El Chaltén ist die Trekking-Hauptstadt Argentiniens und bietet unzählige Optionen für Outdoor-Aktivitäten aller Art. Hier kann man ein paar Tage stoppen, um einige schöne Wanderungen zu unternehmen. Die bekanntesten Treks sind:

  • Los Cóndores and Las Águilas Aussichtspunkte (40 Min.)
  • Laguna Capri (2 Std.)
  • Piedra del Fraile (2 Std.)
  • Laguna Torre (4 Std.)
  • Laguna De los Tres (5 Std.)
Unterkunft Tipp El Chaltén: Rancho Grande

Von El Chaltén fährst du nach El Calafate, wo du den imposanten Perito-Moreno-Gletscher besuchst.

Unterkunft Tipp El Calafate: Bla Guesthouse

Woche 4 | Puerto Natales – Torres del Paine – El Calafate – Buenos Aires

Von dort geht es nach Puerto Natales in Chile (Fahrtdauer 5Std., 20.000 CLP 25 €) Der kleine Ort ist der Ausgangspunkt, um zum Nationalpark Torres del Paine zu gelangen, wo du in 3-5 Tagen den W-Trek erwanderst.

Lese meinen Beitrag zum Torres del Paine Nationalpark mit vielen wertvollen Tipps.

Von Puerto Natales geht es wieder über die Grenze nach Argentinien. Zurück in El Calafate fliegst du mit dem Flugzeug zurück nach Buenos Aires. (Aerolinas Argentinas, 170€)

Unterkunft Tipp Puerto Natales: We are Patagonia

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Route 3 – Wüstenzauber | Chile, Bolivien & Argentinien

Die trockenste Wüste der Welt, der größte Salzsee der Welt, der höchste Vulkan der Welt. Diese Route führt dich zu einigen Superlativen der Natur. Die Atacama-Wüste reicht vom Norden Chiles über die Grenze nach Argentinien und den Süden Boliviens. Eine beeindruckende Gegend voller alter Kulturen, dem klarsten Sternenhimmel und skurilen Landschaften.

Dauer: 4 Wochen
Budget ca. (inkl. Flügen, Bussen & Unterkunft):
ca. 1600 € ohne Touren & Eintritte
Beste Reisezeit: ganzjährig möglich

Woche 1 | Santiago – Calama – San Pedro Atacama – Uyuni

Los geht dein Trip in Chiles pulsierender Hauptstadt Santiago. Besuche den Mercado Central, das bohemische Viertel Bellavista mit Pablo Nerdas Stadthaus „La Chascona“ oder das europäisch wirkende Viertel Barrio Paris – Londres. Besteige den Cerro Santa Lucia mit seinem hübschen spanischen Schlösschen und tollem Blick über Santiago.

Erfahre, was du in 24 Stunden alles in  Santiago erleben kannst

Von Santiago fliegst du in die Minenstadt Calama im Norden von Chile (Latam oder Sky Airlines, Flug einfach ab 40 €)

In der staubigen Minen-Stadt gibt es nicht viel zu sehen, daher fahre gleich weiter nach San Pedro de Atacama (Direkt vom Flughafen Calama mit Transfer Licancabur, 12.000 CLP  16€) , der Oasenstadt inmitten der Atacama-Wüste auf 2430 Metern Höhe. Hier kannst du einen ersten Eindruck über das Leben in der trockensten Wüste der Welt erhalten.

Leihe dir ein Mountain-Bike und erkunde die Gegend mit dem erstaunlichen Tal des Mondes, Valle de la Luna. Der Sonnenuntergang hier ist ein fantastisches Erlebnis. Attraktive Ziele sind außerdem die größte Salzebene Chiles, der Salar de Atacama, der kegelförmige Vulkan Licancabur und eine Fülle außergewöhnlicher Felslandschaften.

Das Angebot an Aktivitäten und Touren reicht vom Bad in der Salzlagune Laguna Cejar (wo du aufgrund des hohen Salzgehaltes „floaten“ kannst wie im Toten Meer), Sandboarden bis zu Vulkanbesteigungen und zahlreichen Wanderungen. Ein Muss ist die Tour zum höchstgelegenen Geysirfeld der Welt, El Tatio, auf 4300 Metern.

Unterkunft Tipp San Pedro: Casa del Pueblo

Lese, was ich alles in San Pedro de Atacama erlebt habe.

Von San Pedro geht es mit einer Jeep-Tour Richtung Bolivien. Dabei geht es drei Tage durch eindrucksvolle Natur mit zahlreichen Vulkanen, Lamas, farbenprächtigen Lagunen, bis man das Highlight der Reise, den Salar de Uyuni, die blendend weiße Salzebene erreicht. Auf der Standard Tour, die überall in San Pedro angeboten wird, überquert man die Grenze nach Bolivien bei Hito Cajon, kommt an der rot leuchtenden Laguna Colorada vorbei, bis man letztlich Uyuni erreicht. (Tour mit Cordillera Traveler, Kosten 98.000 CLP 130 €)

Unterkunft Tipp Uyuni: Piedra Blanca Hostel

Woche 2 | Uyuni – Tupiza – Villazon – Salta

In dieser Woche steht einer der Höhepunkte einer Südamerika Rundreise an. Eine der fesselndsten Landschaften unseres Planeten ist der Salar de Uyuni, sein größter Salzsee. Auf einer Höhe von 3600 Metern breitet sich eine schneeweiße Ebene auf über 12.000 Quadratkilometern aus. Hier gibt es nicht als den weißen Boden und blauen Himmel. Die Dimensionen verschwinden und so lässt dich das ein oder andere lustige Foto machen. Die meisten Salar-Touren führen zum Zugfriedhof Cementerio de Trenes, den Cochani Salzabbaugebieten und der Isla Incahuasi, auch unter dem Namen Isla de Pescados bekannt. Der Aussichtspunkt vom Hügel ist von riesigen Kakteen übersät und bietet einen atemberaubenden Blick über den Salar.

Nach dem Besuch des Salzsees geht es von Uyuni mit dem Bus nach Tupiza (Expreso del Sur, ca. 50 Bob 6 €) Das ruhige Städtchen liegt inmitten der aufregenden Landschaft des Rio-Tupiza Tals mit seinen rauhen Schluchten und kakteenbewachsenen Hängen. Auf dem Rücken eines Pferdes fühlst du dich hier wie im Wilden Westen (Ausritte ab 200 Bob 22 € / 3 Std.)

Unterkunft Tipp Tupiza: Hostal Butch Cassidy

Nach deinem Wild-West Abenteuer geht es mit einem Rapidito (Sammeltaxi, 20 Bob 2,50€) Richtung Argentinien in die Grenzstadt Villazon. Der chaotische Grenzort lädt nicht zum Verweilen ein, also schnurstracks weiter ins argentinische La Quiaca, von wo aus es mit dem Bus nach Salta geht  (7 Std., 240 ARS 12 €) Wenn du deine Zeit gut einteilst, solltest du auf halber Strecke dem Ort Pumamarca einen Besuch abstatten. Hier befindet sich der märchenhafte Cerro de Siete Colores – der Berg der sieben Farben, der Ähnlichkeiten zu den Regenbogenbergen in Peru aufweist.

Salta ist ein echtes Juwel im Nordwesten von Argentinien und dank attraktiver Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten beliebt bei der internationalen Backpacker-Szene. Die prunkvolle Kirche Iglesia San Francisco ist das Wahrzeichen von Salta. Für den Panoramablick auf die Stadt eignet sich eine Fahrt mit dem Teleférico (Seilbahn, hin und zurück 110 Ars 5€)   auf den Cerro San Bernado.Wer sich für Kultur interssiert, ist im Mueso Arqueologia de Alta Montaña richtig aufgehoben. Es ist eines der bedeutesten Museen im nördlichen Argentinien mit dem Schwerpunkt auf die Inka-Kultur und deren Kinderopfer. 

Rund um Salta veranstalten diverse Touranbieter Wildwasser-Rafting, Wander- und Reittouren.

Unterkunft Tipp Salta: Las Rejas Hostel

Woche 3 | Cafayate – San Miguel de Tucumán – San Juan

Von Salta geht es durch die wilde Landschaft des Quebrada de las Conchas Reservats bis nach Cafayate (4 Std., Flecha Bus, 210 ARS 10€) Cafayate ist bekannt für seine guten Weißweine  – den Torrontés. Im und außerhalb des Orts befinden sich dutzende Weingüter, die man auch für eine ausgiebige Weintour besuchen kann.

Die Gegend um Cafayate gehört zu den aussergewöhnlichsten in Südamerika. In Millionen von Jahren hat die Erosion eine unwirkliche Marslandschaft mit markanten Sandsteinformationen geschaffen. Dabei entstanden u.a. El Sapo (Die Kröte), El Fraile (Der Mönch) und El Obelisco (Der Obelisk), sowie die Garganta del Diablo (Teufelsrachen). Das Anfiteatro (Amphitheater) ist bekannt für sein Echo. Wenige Kilometer nördlich von Cafayate öffnet sich die Schlucht nahe der Felsformation Los Castillos (Die Burgen) in das Tal des Río Calchaqui, welches ebenfalls sehenswert ist. Die Quebrada entdeckt man am besten mit einem Fahrrad, die in Cafayate zahlreich zur Verfügung stehen (Majo Viajes, 250 ARS 12 € / Tag). Denke dran, dir in dieser heißen, trockenen Gegend genügend Wasser einzupacken.

Von Cafayate geht es nach San Miguel de Tucumán (4,5 Std. Transporte Aconquija, 350 ARS 17€) in die Wiege der argentinischen Unabhängigkeit. Tucúman ist eine charmante Universitätsstadt mit unzähligen Bars und den angeblich besten Empanadas Argentiniens. Besuche die Casa de la Independencia, wo 1816 die Unabhängigkeit Argentiniens besiegelt wurde und du viel über die Geschichte der Stadt und des Landes erfährst.

Die Stadt ist eine Top Destination für Gleitschirm- und Drachenfliegen auf dem 25 Kilometer entfernten Berg San Javier. Hier finden sich viele Angebote auch für Anfänger. Rund um Tucumán kannst du einige Ruinen und kulturelle Stätten besichtigen, da die Stadt auf der Handelsroute der Inka lag. Interessant sind z.B. die Ruinen von Quilmes im Calchaquí Tal nahe Santa Maria.

Im Nachtbus fährst du nach San Juan (11 Std., Flecha Bus, 1300 ARS 72 €)

Unterkunft Tipp Cafayate: Hostal del Suri

Woche 4 | San Juan – La Serena – Santiago

Die entspannte Oasenstadt San Juan mit ihren schattigen Gehsteigen, breiten Straßen und attraktiven Alleen ist der nächste Stopp. Mache einen Stadtrundgang und probiere einen der exzellenten hier angebauten Weine. Doch die Stadt soll nur ein Zwischenstopp zu einem weiteren Höhepunkt deiner Reise sein.

Von San Juan aus kannst du im Sommer (Jan-Feb) eine der schönsten Andenüberquerungen überhaupt erleben. Von San Juan geht es über den 4780 Meter hohen Paso Agua Negra nach La Serena in Chile, einen der höchstgelegenen Grenzübergänge in Südamerika. Auf der sensationellen Berg – und Talfahrt passierst du herrliche Andentäler, eisbedeckte Gletscher und in den Himmel ragende Gipfel. Kein günstiger Trip, aber jeden Peso wert. (11 Std., Transportes PAP, 1700 ARS 83 €)

Unterkunft Tipp San Juan: Destino San Juan

Zurück in Chile kannst du in La Serena, der zweitältesten Stadt des Landes, herrlich ausspannen und die weitläufigen Strände genießen. Das Wahrzeichen von La Serena ist sein weithin sichtbarer Leuchtturm. Die Stadt besitzt einen hübschen japanischen Park und ein gut sortiertes Archäologie-Museum. Hier befindet sich übrigens eines meiner Lieblingshostels mit dem El Arbol. Versäume nicht, auch einen Ausflug in La Serenas rauere Nachbarstadt Coquimbo zu unternehmen. Auf einer Anhöhe steht dort die reizvolle La Mezquita, die einzige Moschee auf chilenischem Boden. Mehr zu Coquimbo erfährst du hier.

Mache eine Tour ins Valle del Elqui, einen der schönsten Plätze, um die Seele baumen zu lassen, wandern & Mountainbike fahren, den Sternenhimmel zu beobachten und seinem Körper Gutes zu tun. In Pisco Elqui, dem Hauptort des Tals, gibt es zahlreiche  Möglichkeiten für Reiki, Yoga und Meditation. Im Elqui-Tal entlang des gleichnamigen Flusses werden die Trauben für den chilenischen Pisco Schnaps angebaut und du kannst mehrere der hier ansässigen Brennereien besichtigen.

Von La Serena aus geht es wieder zurück nach Santiago. Gute Heim- oder Weiterreise.

Unterkunft Tipp La Serena: El Arbol

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Ich hoffe, dass dir diese Südamerika Rundreise-Routen bei der Planung deiner Reise helfen und du eine unvergessliche Zeit haben wirst. Du hast noch mehr Tipps. Dann immer her damit in den Kommentaren.