Südamerika alleine bereisen: Wertvolle Tipps für Solo Traveler

Südamerika alleine bereisen: Wertvolle Tipps für Solo Traveler

Südamerika alleine bereisen: Wertvolle Tipps für Solo Traveler

Diese Länder würde ich Dir empfehlen, wenn du das erste mal alleine unterwegs bist und noch mehr Erfahrungen sammeln willst. Du kannst deine Grenzen austesten, sehen, wie du zurechtkommst. Wenn du Dir selbst mehr zutraust, kannst du Länder wie Bolivien, Brasilien, Ecuador oder Kolumbien in Angriff nehmen. Auch hier kannst du alleine wertvolle Erfahrungen sammeln und tolle Eindrücke gewinnen.

Wichtig ist, das du den ersten Schritt wagst. Südamerika alleine zu bereisen bedeutet nicht, das du die komplette Reise im Alleingang absolvierst. Du wirst auf all deinen Wegen durch Südamerika neue Bekanntschaften und eventuell sogar Freundschaften schließen, mit anderen aufregende Touren unternehmen oder sogar für längere Zeit umher reisen. Sei einfach offen und neugierig auf das, was kommt. Vor Dir liegt ein wunderbarer Kontinent.

1. Trau Dich & glaube an dich selbst!

Den schlimmsten Fehler den wir machen können ist, etwas nicht zu tun, obwohl wir davon träumen. Weil du eingeredet bekommst, das es zu gefährlich ist oder du sowas alleine nicht auf die Reihe bekommst. Hey, das kommt von Leuten, die mit großer Wahrscheinlichkeit noch nie länger gereist sind.

Einer der elementarsten Punkte, Südamerika alleine bereisen zu wollen, ist der Glaube an dich dich selbst. Realisiere, das du es schaffen kannst, wenn du nur willst. Du wirst nach der Reise von Dir selbst als Persönlichkeit und deiner Fähigkeit, Probleme zu lösen, beeindruckt sein. Denk daran, das dich alle Erlebnisse auf deiner Reise stärken und du unheimlich viel über dich selbst lernst.

2. Relax - Alles wird gut

Ich erinnere mich noch genau an meine erste Südamerika Reise. Nervös und angespannt geisterten die bösen „Was, wenn" Fragen durch meinen Kopf. Was, wenn ich meinen Pass verliere. Was, wenn ich meinen Bus verpasse? Was, wenn ich kein Geld abheben kann?

Klar, all diese Dinge können passieren, sind extrem ärgerlich und ziehen einen runter. Doch eins habe ich mir mit fetten Großbuchstaben in mein Reisehandbuch geschrieben. Das gilt vor allem für einen oftmals ziemlich verrückten und chaotischen Kontinent wie Südamerika: Rege dich nicht über Situationen auf, die du eh nicht ändern oder beeinflussen kannst. Bleib ruhig und versuche die Situation genauestens zu analysieren und überlege dir die nächsten Schritte. Hinterher hast du was zu erzählen und eine Lektion fürs Leben gelernt.

3. Informiere dich & plane voraus

Ich bin ein großer Freund vom spontanen Reisen, von Routen, die sich unterwegs verändern und immer neuen Aktivitäten. Ich habe mir jedoch angewöhnt, mich vorab über Land und Leute so gut es geht zu informieren und einen groben Plan von den Gegebenheiten vor Ort im Hinterkopf zu haben.

Gerade in südamerikanischen Großstädten gibt es Gegenden, die du zu deiner eigenen Sicherheit unter allen Umständen meiden solltest. Je mehr Wissen du dir im Vorfeld deiner Südamerika Reise aneignest, desto besser kannst du Situationen einschätzen und abwegen.

Zudem buche ich immer für die erste Nacht bzw. die ersten Nächte ein Hostel im Vorraus. Ankommen, die Gegend erkunden, evtl. schon erste Bekanntschaften machen und sich bei Locals informieren sind für mich wichtige Schritte des alleine Weiterreisens. Im ersten Hostel entscheide ich dank Wifi dann auch, wo ich die nächsten Tage und Nächte verbringe.

4. Richtig packen, leicht reisen

Richtig packen ist das A & O einer längeren Reise, also auch für dich als Alleinreisender in Südamerika. Packe lieber weniger ein, so das du dich komfortabel mit deinem Backpack fortbewegen kannst. Ich z.B. reise immer mit meinem Osprey Farpoint 40, der auch Handgepäckfähig ist.

Ich habe mir angewöhnt, für maximal eine Woche zu packen. Innerhalb dieser Zeitspanne kehre ich immer wieder in Unterkünften ein, kann waschen und mich neu organisieren. Ich erspare mir lästige Warterei am Flughafen und bin generell flexibler auf meiner Reise. Sehr praktisch sind Packwürfel, die für eine bessere Aufteilung in deinem Rucksack sorgen.

Wichtig für dich zu wissen, wohin du reist, denn innerhalb Südamerika hast du viele verschiedene Klimazonen und Wetterbedingungen. Während es in Buenos Aires brütend heiß ist, hast du in der gleichen Zeit in Patagonien oft kälteres & wechselhaftes Wetter. Packe entsprechend der Reisezeit und der Reiseziele.

5. Apps & Tools, die dir das alleine reisen erleichtern

Ich bin sicher, du hast dein Smartphone oder Tablet während deiner Reise dabei. Daher solltest du Dir einige wichtige Apps vor dem Beginn deiner Reise herunterladen.

  • Ich lade mir immer die aktuellen Offline Karten meines Reiseziels von Maps.me auf mein Iphone. So findest du dich auch ohne Internetverbindung jederzeit zurecht.
  • Booking.com oder Hostelworld helfen Dir, während deiner Reise die passenden Unterkünfte zu finden.
  • Für Flüge innerhalb Südamerikas eignen sich Apps wie Skyscanner oder Momondo.
  • Lege Dir vor der Reise eine Dropbox an, wo du alle deine wichtigen Dokumente wie Passdaten, Flüge etc. hinterlegst. Du kannst deine Dropbox jederzeit mit einer Internetverbindung verfügbar machen und hast schnellen Zugriff.
  • Die Tripadvisor App oder Webseite informiert dich über alles wichtige vor Ort. Hier findest du Sehenswürdigkeiten, Touren, Hostels, Restaurants und viele wertvolle Tipps von anderen Reisenden.
  • Eine Übersetzungsapp wie iTranslate (für iOS) oder Promt (für Android) kann dir helfen, wenn du noch nicht so gut spanisch sprichst und die passenden Wörter nachschlagen willst.
  • Ebenfalls praktisch ist ein Währungsumrechner. Für Android gibt es die Easy Currency App , iPhone Nutzern kann ich den Finanzen100 Umrechner ans Herz legen.

6. Lerne Locals kennen

Einer der besten Gründe für das alleine Reisen ist, das du in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung kommst. Du bist quasi gezwungen, dich mit fremden Menschen zu unterhalten. Jedes Land in Südamerika besitzt eine einzigartige Kultur und wie kann man die besser kennenlernen als mit Locals, die dich zu Orten führen, die nicht in deinem Lonely Planet stehen? Die meisten Menschen in Südamerika sind sehr neugierig auf Reisende und man knüpft schnell neue Kontakte. Couchsurfing (Cool: Die Hangout Funktion, mit der du dich für verschiedene Aktivitäten verabreden kannst) eignet sich perfekt, um Einheimische zu treffen oder bei Ihnen zu übernachten.

Südamerika alleine bereisen: Wertvolle Tipps für Solo Traveler

7. Lerne die Sprache

Wer bereits schon mal in Südamerika war, der weiß, das die meisten Menschen wenig bis gar kein Englisch sprechen. Das Bildungsniveau ist vor allem in ländlichen Gebieten eher niedrig und viele Einheimische benötigen es schlicht und einfach auch nicht.

In vielen Situationen als Alleinreisender wirst du ohne Spanischkenntnisse aufgeschmissen sein, sei es beim buchen eines Busses oder im Notfall bei einem Arzt oder der Polizei. Spanisch zu sprechen macht dich selbstbewußter und deine Reise nach Südamerika um einiges einfacher. Du kommst viel leichter mit Locals in Kontakt und kannst so mehr über die Kultur erfahren. Einen Spanischkurs kannst du bereits vor deiner Südamerika Reise easy von zuhause aus online machen.

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8. Sicherheit

Ein wichtiger Aspekt beim Thema alleine Reisen ist die Sicherheit. Sei Dir bewusst, das du als reisender (=reicher) Europäer immer ein potentielles Ziel für Langfinger und Betrüger sein wirst. Bereite dich vor, indem du all deine wichtigen Dokumente wie Pass, Kartennummern und Reisedokumente scannst und in der Cloud, deinem Email Postfach oder in deiner Dropbox speicherst. Im Falle eines Verlusts, Missbrauchs oder Überfalls hast du so noch vollen Zugriff auf deine Daten. Unter der Notfallnummer 116-116 kannst du Karten aller Art sperren lassen.

Generell solltest du all deine Wertgegenstände dicht am Körper tragen und Wertgegenstände nicht öffentlich zur Schau stellen. Dafür eignen sich Bauchtaschen, die du unter der Kleidung tragen kannst. Meide Menschenansammlungen und trage auf Märkten oder in öffentlichen Verkehrmitteln deinen Rucksack vor dem Körper. Höre auf dein „Bauchgefühl" und halte die Augen offen. Meide Situationen und Orte, die dir nicht geheuer sind.

Solltest du überfallen werden, leiste keinerlei Widerstand und rücke deine Sachen raus. Spiele nicht den Helden - viele Gangster sind drogenabhängig und skrupellos. Gehe umghend zur Polizei und erstatte Anzeige. Die brauchst du später für die Versicherung. Ich habe in Südamerika für den Fall der Fälle immer einen zweiten, alten Geldbeutel mit wenig Geld in der Tasche. Gerade soviel wie ich in der jeweiligen Situation benötige.

Ein gutes Gimmick, besonders für alleinreisende Frauen: Ein Reisealarm, den du in deiner Hosentasche mitnehmen kannst und der im Notfall einen ohrenbetäubenden Lärm von sich gibt und ne Menge Aufmerksamkeit erregt.

Beliebt bei Taschendieben überall in Südamerika ist der sogenannte Mayo Trick, wo dir eine Person Mayo, Ketchup oder andere Flüssigkeiten auf die Kleidung schüttet, während eine andere, augenscheinlich hilfsbereite Person, helfen möchte, dich wieder sauber zu machen. Achtung, das dient nur zur Ablenkung und deine Taschen sind schneller leer, als du „Hola" sagen kannst.

9. Travel Buddies - Fluch und Segen zugleich

Früher oder später wirst du als Alleinreisender in Südamerika einen haben - den Travel Buddy, den man meist im Hostel kennenlernt. Der mit Dir auf Tour geht oder auf (un)bestimmte Zeit mit Dir herum reist. Wichtig bei der Auswahl deines Reisepartners auf Zeit ist, das ihr den selben Reisestil pflegt und ähnlich tickt. Es macht keinen Sinn, mit jemanden zu reisen, nur um auf Teufel komm raus jemanden an seiner Seite zu haben. Seid ihr auf der gleichen Wellenlänge, könnt ihr zu zweit (oder mit mehr Reisenden) eine Menge toller Abenteuer erleben. Wichtig ist, das du für dich herausfindest, wann du dich jemandem anschließen solltest (z.B. beim Trekking in einer einsamen Bergregion oder in unsicheren Gegenden)

Sollte dich ein anderer Reisender in Gefahr bringen, weil er unvorsichtig oder leichtsinnig agiert, ziehe die Reißleine und trenne dich umgehend von dieser Person. Du wirst mit Sicherheit jemanden finden, der besser zu dir passt. Auch wichtig: Lass dich nicht von deinen Plänen abbringen, nur weil jemand anderes angeblich bessere hat. Gehe den Weg, den du vorher für dich bestimmt hast.

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10. Reisekasse & Budget

Wichtig ist, das du vorab weißt, wie lange du reist und wie hoch dein Budget sein wird. Im Durchschnitt kannst du als Backpacker mit gemäßigten Ansprüchen 50€ / Tag kalkulieren. Aber Vorsicht: In Südamerika es gibt große regionale Unterschiede. Zum Beispiel ist Chile wesentlich teurer als das Nachbarland Bolivien. Verschaffe dir vorher einen Überblick über die Reisekosten in den jeweiligen Ländern.

Willst du möglichst viele Abenteuer erleben und an vielen Touren teilnehmen? Informiere dich über die Kosten der Touren, die du machen möchtest. Die Teilnahme an der 4-tägigen Inka Trail Wanderung in Peru erleichtet deine Reisekasse mal eben um schlappe 600-700 Euro. Die 4-6 tägige Wanderung im beliebten Torres del Paine Nationalpark gehört schon lange nicht mehr zu den günstigen Erlebnissen und schlägt für eine Übernachtung im einfachen Refugio mit 60 Euro zu Buche.

Sparen kannst du andererseits beim Essen, wenn du auf lokalen Märkten einkaufst und im Hostel kochst. Macht doch einfach einen Kochabend mit anderen Reisenden. So lernst du gleich neue Leute kennen. Ebenfalls günstig sind Unterkünfte, wenn du bereit bist auf Privatsphäre zu verzichten und ein Hosteldorm mit anderen Backpackern kein Problem für dich darstellt.

Auch beim Transport gibt es Einsparpotential. Benutze Colectivos statt Taxis. In vielen Großstädten gibt es auch eine Metro oder Microbusse. Komfortable Nachtbusse sind teurer als die simple Variante. Bitte beachte aber, das in Ländern wie Bolivien oder Ecuador günstige Busse gleichbedeutend mit Komfort- und Sicherheitsverlust sind. Wähle im Zweifelfall lieber die teurere Variante. Das kostet dich meist nur um die 10 - 20 Euro mehr.

Flüge innerhalb Südamerikas solltest du vorab buchen, um einen günstigeren Preis zu bekommen.