StudiVZ ist pleite

StudiVZ ist pleiteKennen Sie noch StudiVZ, zu dem auch das Portal MeinVZ gehört? Das Soziale Netzwerk hat jetzt Insolvenz angemeldet. Das vermeldete Gründerszene.de unter Berufung auf StudiVZ selbst und den eingesetzten Insolvenzverwalter.

Nach dem Bericht ist das hinter StudiVZ stehende Unternehmen, die Firma Poolworks Germany, inzwischen zahlungsunfähig. Einer Forderung des früheren Besitzers Holtzbrinck kann die Firma nicht mehr nachkommen.

Die Liquiditätsprobleme begannen 2015

Schon Ende 2015 hatte Poolworks Germany bei seinen US-amerikanischen Besitzern 45 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Außerdem dem soll das Unternehmen auch Schulden beim Finanzamt haben.

Der Insolvenzverwalter Jesko Stark ist laut Gründerszene.de zuversichtlich, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden kann. Deshalb sollen die letzten verbliebenen sieben Mitarbeiter des Unternehmens weiter beschäftigt bleiben und dabei Insolvenzgeld erhalten.

StudiVZ war anfangs in Deutschland erfolgreicher als Facebook

Das Portal StudiVZ wurde im November 2005 gegründet und hatte in seiner Anfangszeit eine Funktion als deutschsprachige Alternative zu Facebook, das damals ausschließlich englischsprachig daherkam. So manche Funktion des Portals wurde einfach von Facebook übernommen. Bei StudiVZ konnten User sich beispielsweise gruscheln, was bei Konkurrent Facebook anstupsen hieß.

Die Plattform wuchs und expandierte mit zunehmendem Erfolg auch in andere europäische Länder. Die Zielgruppe der Studenten reichten wohl nicht für die kritische Masse eines großen Sozialen Netzwerks: Schüler wurden mit SchülerVZ und alle anderen mit MeinVZ gelockt.

An der Schwelle zum großen, auch internationalen Erfolg lief dann irgendetwas schief – was immer das war (der Holtzbrinck-Verlag?). Mit wachsende Erfolg von Facebook und anderen Sozialen Netzwerken wandten sich mehr und mehr Nutzer von den VZs ab.

Unsere Politiker nennen das Internet gefährliches Neuland statt Zukunft

Im Jahr der Finanzkrise 2009 wurden die europäischen Versionen von StudiVZ dann abgeschaltet und im April 2013 wurde SchülerVZ geschlossen.

Die VZs sind ein typischer Fall für Deutschland, wo das Internet besonders bei Politikern und Finanziers als gefährliches Neuland gilt und nicht etwa die Zukunft ist.

Alle Politiker, aber besonders die von der CDU/CSU und ganz besonders Thomas de Maizière (CDU, auch als Thomas die Misere bekannt), sehen das Internet doch nur noch als Medium zur Überwachung und Bespitzelung der Bürger an und beschließen zu dem Zweck Gesetze, die unsere Grundrechte immer mehr einschränken (Staatstrojaner, Onlinedurchsuchung und jede menge Kameras und Mikrofone – am besten direkt in die Stirn neugeborener Deutscher implantiert).

Nach der Bundestagswahl in drei Wochen kommen sicher wieder vier Jahre Einschläferung durch die Neuland-Erfinderin Angela Merkel von der CDU. Wenn diese Legislaturperiode dann abgelaufen ist, dürfte Deutschland bei allen Zukunftstechnologien weiter an Boden verloren haben – eigentlich ist das schon heute uneinholbar.

Es gibt wirklich nichts im Netz, in dem wir Deutschen oder wenigstens wir Europäer führend sind. Und das Handeln von Politikern wie Merkel und de Maizière führt auch dazu, dass das so bleibt.

Im Internet hat Deutschland den Kampf um die Zukunft im Grunde schon verloren…


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