Strudel oder Currywurst? – Miriam Henrici und Katharina Siebert

Strudel Auch alte Räder fahren gut

Kurzbeschreibung:
Ria, die 35-jährige überzeugte Exil-Bayerin, hat sich in Berlin ihren Traum vom eigenen Modelabel erfüllt. Sie genießt ihr mondänes Singleleben in vollen Zügen und will von Liebe und fester Bindung eigentlich nichts wissen. Schon gar nicht von ihrem neuen Nachbarn Ferdinand, dem bayerischen Gastwirt und alleinerziehenden Vater zweier schrecklicher Jungs. Trotzdem nett, dass Ferdinand ihr auf einer Party den zudringlichen Gastgeber vom Leib hält. Und ihr danach auch noch aus so manch anderer Patsche hilft. Ist dieser Kerl, der so gar nicht in ihr Beuteschema passen will, am Ende vielleicht doch bedeutsamer für sie, als sie sich eingestehen mag?

Taschenbuch: 260 Seiten
Verlag: Amazon Publishing (7. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-1503946330

Über die Autorinnen:
Miriam Henrici, geboren 1978 in Melle, ist Diplom-Übersetzerin für die Sprachen Englisch und Französisch. Sie lebt in München und arbeitet als Übersetzerin in einer Patentanwaltskanzlei.

Katharina Siebert, geboren 1975 in München, studierte Germanistik, Psychologie und Pädagogik sowie anschließend Sozialarbeit. Sie lebt und arbeitet ebenfalls in München.

Wenn Nord und Süd aufeinander treffen vermischen sich Oberflächlichkeit und Landidylle.“Strudel oder Currywurst” ist eine seichte Lektüre, die unserem Gehirn in dieser schnelllebigen Zeit vielleicht mal ganz gut tut. Wir sollen beim lesen nicht nachdenken. Genau das will dieses Buch erreichen und genau das war die Intention der beiden Autorinnen. Sie wollten das Rad nicht neu erfinden und keine tiefsinnige Story auf Papier bannen. Dies an alle Interessenten vorweg!

Ria, eigentlich Maria, doch für den Start in der hippen Weltstadt Berlin braucht man einen passenden Namen. Mitte dreißig und erfolgreich in der Modebranche unterwegs. Alles geschafft was man sich wünscht. Doch Oberflächlichkeit, falsche Freunde, die Wirtschaftskrise und eine ungewollte Schwangerschaft bringen Ria ordentlich ins Straucheln. Blöd, wenn man dann nicht mehr weiß, auf wen man sich eigentlich wirklich verlassen kann.

Ferdinand, Bayer durch und durch, versucht mit seinen zwei Buben ein neues Leben in Berlin anzufangen. Bayerische Freundlichkeit und berechnende Berliner Highsociety passen leider nicht wirklich gut zusammen.

Dieses Buch ist ein kurzweiliges Vergnügen und birgt eine Handvoll schöner Szenen. Die beiden Autorinnen haben einen angenehmen Schreibstil und die Protagonisten spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Doch leider schießen einige Bälle über ihr Ziel hinaus und verschwinden in Büschen und Sträuchern – viele offene Handlungsstränge entstehen und machen Entscheidungen oder Reaktionen der Charaktere schwer nachvollziehbar.

Diesem Buch hätten sicher einige Seiten mehr Text ganz gut getan, um sich mit mehr Liebe zum Detail den einzelnen Personen und Situationen zu stellen. Vor allem dem Ende fehlt hier einfach die Zeit sich entfalten zu können. Die Ereignisse überschlagen sich und werden nur angerissen, dadurch verlieren sie leider etwas an Glaubwürdigkeit.

Alles in allem aber ein Buch, das es verdient hat beachtet und gelesen zu werden. Jeder fängt mal klein an!

Eure
unterschrift

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