Stockholms Schärengarten – 30.000 Mal Bilderbuchschweden

Von Eva Grossert @HiddenGemReise

Unmittelbar vor Stockholms Toren liegt das Paradies. Ein Naturspektakel der besonderen Art.

Schon beim Anflug auf die Stadt staune ich Bauklötze ob der Tausenden Inseln, die wir überqueren.

Nun stehe ich seit Stunden wie festgefroren im eisigen Wind auf dem „Sonnendeck“ der Tallink Silja, der Kreuzfahrtfähre, die uns nach Tallinn bringt und kann mich nicht sattsehen an diesem Schwedenidyll, das sich mir darbietet.

Rote Häuser, saftige Birkenwälder, karge Felsen, schmucke Bootshäuser und Badestege, die weit ins Wasser ragen. Nur Lasse, Bosse, Inga, Ida, Michel, Madita, und wie sie alle heißen, die rotznasigen Kinderhelden, konnte ich noch nicht entdecken. Das Bild würden sie jedoch stimmig vollenden.

Es gibt verschieden Möglichkeiten, den Stockholmer Schärengarten zu erkunden, dieses Netzwerk aus fast dreißigtausend Inseln und glatt polierten Felsbuckeln, die sich über eine Länge von rund 250 km vor der Küste erstrecken.

Ob man nun die Fähre, ein Dampfschiff, den Dreimaster oder die Yacht nimmt, egal, Hauptsache man lässt sich die Schären nicht entgehen. Sie zählen zu den sehenswertesten Naturschönheiten des Landes.

Ich recherchiere. Nur 6.000 Menschen leben auf 1.000 Inseln, alle übrigen sind unbewohnt. Hier und da ein Ferienhäuschen, Fischerhütten oder Bootsanleger, ganz selten ein Strommast oder Anzeichen von Zivilisation. Gestresste Großstädter, Naturburschen oder Abenteuerlustige, ich bin mir sicher, für jeden gibt es die passende Insel entsprechend seine Vorlieben.

Auch wenn es Ende Mai nicht den Anschein macht, schwedische Sommer sind kurz aber traumhaft. Die Schären sind mit der schönste Ort, um den Sommer dort mit Picknicken, Baden, Kajakfahren, Radfahren, … zu zelebrieren.

Doch auch in der kalten Jahreszeit, so lasse ich es mir sagen, wird der Stockholmer Schärengarten zum Wintermärchen. Die Luft ist frisch und klar und das dunkle Wasser bietet mit den schneebedeckten Inselchen ein kontrastreiches Schauspiel, eine stille, verträumte Winterwelt.

Die Schären bestehen aus zwei unterschiedlichen Landschaften: den geschützten, bewaldeten, inneren Inseln und den kahlen, wilden, äußeren Inseln, die vorwiegend Meeresvögel, Seehunde und hartgesottene Fischer anlocken. Schriftsteller und Künstler zieht es traditionell nach Vaxholm, während die Wassersportler Sandhamm bevorzugen.

Ich lerne auch, dass Stockholm selbst auf 14 Schäreninseln erbaut wurde.

 

Inselfeeling vor den Toren der Stadt

Während wir auf dem Weg nach Tallinn nur staunend die Inseln an uns vorüberziehen lassen, beschließen wir auf dem Rückweg nach Stockholm, diese genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wir canceln das Stadthotel und quartieren uns um. Nacka ist unsere Wahl, denn hier grenzen Stadt und Schärengarten aneinander. So nah, dass der regelmäßige Fährverkehr uns in kürzester Zeit und auf attraktivstem Wege direkt ins Stadtzentrum bringt und doch so idyllisch, um dem Zauber der Schären vollends zu erliegen.

Ganz nebenbei findet man auf Nacka zwei hübsche Stadtvillen aus dem 18. Jahrhundert, Naturschutzgebiete zum Durchforsten, ein Museum und das Designhotel J mit einem der offensichtlich angesagtesten Restaurants Stockholms direkt am Wasser. In drei Tagen schaffen wir es nicht, dort ein Platz zur Abendzeit zu ergattern. Macht aber nichts, denn in unserem Hotel mit Yachtclubcharme und liebreizender Frühstücksvilla direkt daneben ist es nicht weniger schön.

Aber das ist eine andere Geschichte, die erzähle ich euch das nächste Mal!

Eure Märchentante

Wer mehr über die Schären und die Aktivitäten dort wissen möchte, schaut mal bei: www.visitstockholm.com/archipelago


Fündig bin ich auch bei anderen Bloggern geworden:

  • Sonne und Wolken und Fernweh und So besuchen beide die Schären Insel Grinda:

Bilder: © HIDDEN GEM, Titelbild: Stock photo©sheasullivan