Stereo

Erstellt am 20. November 2014 von Philipp
7/10

Originaltitel: Stereo
DE | 2014 | ca. 98 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Mystery
Regie: Maximilian Erlenwein
Drehbuch: Maximilian Erlenwein
Besetzung: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Georg Friedrich, Petra Schmidt-Schaller, Rainer Bock u.a.
Kinostart: 15.05.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.11.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © EuroVideo

Worum geht’s?

Erik Keppler hat sich aufs Land zurückgezogen, betreibt eine Motorradwerkstatt und beginnt mit seiner Freundin und deren kleiner Tochter ein neues Leben. Doch als der zynische Henry auf der Bildfläche erscheint, gerät Eriks scheinbar heile Welt aus den Fugen. Nur Erik kann Henry sehen, und um den Quälgeist loszuwerden, muss er sich in finstere Abgründe begeben.

Wie ist der Film?

Deutsches Genrekino lebt: „Stereo“ markiert einen wichtigen Schritt, um das Image des deutschen Films weg von Schmonzetten, Klamauk und ödem Intellektualismus zu lenken. Der zweite Langfilm von Maximilian Erlenwein („Schwerkraft“) ist ein fieser, cleverer Mystery-Thriller, der den internationalen Wettbewerb nicht scheuen muss. So sind Fördergelder gut angelegt.

Schon der effektvolle Vorspann verspricht viel. Satte Farben, präzise Bewegungen und spannend komponierte Bilder erinnern an hochwertige US-Produktionen, ohne dass ein Gefühl der Hollywood-Anbiederung à la Til Schweiger entsteht. Eine ganz eigene Seele erhält der Film durch seine in sich ruhende Art, stimmungsvolle elektronische Musik und natürlich die hochkarätige Besetzung. Jürgen Vogel („Die Welle“) und Moritz Bleibtreu („Das Experiment“), die vorher nie wirklich gemeinsam spielten, harmonieren glänzend miteinander. Auch Nebendarsteller wie Mark Zak als geheimnisvoller Botschafter und Georg Friedrich als kauziger Gangsterboss tragen viel zur Atmosphäre bei.

Über der Handlung liegt eine stetige Grundspannung, bis sich das Puzzle kurz vor Schluss zusammensetzt. Eine psychologische Studie der perversen Sorte. „Fight Club“ kommt da manchmal in den Sinn, aber keine Angst: „Stereo“ zieht ein eigenes Ding durch. Paukenschlag-Wendungen bleiben weitgehend aus; der Film lässt das Publikum in erster Linie selbst denken, bis alles hinreichend Sinn ergibt. „Stereo“ verabschiedet sich nicht mit einem Knall, bleibt nebulös, wirkt dafür aber nach. Ein unkonventioneller, bemerkenswert harter und düsterer Film, gut gespielt und fabelhaft in Szene gesetzt – bitte mehr davon auf dem deutschen Markt.

Wertungen (ø 7.0) [?]

7.0 – Philipp Stroh

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