Stellung beziehen

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Als ich schwanger wurde, freute ich mich riesig. Riesig, ist noch untertrieben. Aber genauso fühlte ich mich hilflos. Hilflos, mit den Gedanken daran, zu erfahren, dass das kleine Herzchen vielleicht nicht mehr schlagen könnte oder eine so schlimme Krankheit entstehen könnte, dass mein Baby es nicht schafft.
Mein Prinz schaffte es. Er war stark und überlebte auch die Infektion und ist bis heute ein kerngesunder kleiner großer Mann.
Ich sah vor ein paar Tagen, eine Krankenhausserie und dort erfuhren die Eltern, das ihr Baby eine schwere genetische Erkrankung hat und ein Abbruch notwendig ist. Sie war in der 24. SSW und ja ich weiß es ist nur eine Serie, aber es gibt diese Ungerechtigkeiten und ich fühle mich gerade, als ob es mir die Kehle zuschnürt.
Die betroffenen Familien leiden unendlich und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man darüber hinwegkommt und weiter macht. Weiter macht und versucht ein neues Wunder geschehen zu lassen. Die Hoffnung nicht aufgibt und kämpft.
Dann wiederum, laufe ich mit dem Prinzen über den Spielplatz und wir haben Spaß. Ich liebe es ihn zu beobachten. Ihn lachen zu hören. Wenn er ruft schneller und höher dann geht auch mein Herz schneller und hüpft ganz hoch. Dann denke ich wieder daran, was wäre wenn ihn mir irgendein blöder Zufall, eine Krankheit oder ein Unfall einfach wegnimmt. Dann spüre ich kurz einen Stich und besinne mich wieder. Ich schaue einfach wieder in seine strahlenden Augen und erfreue mich an dem Moment.
Dann heute, sah ich einen kleinen Jungen. Vielleicht ein Jahr älter als der Prinz. Er beobachtete uns und lachte wenn wir lachten. Ich sah ihn und ich sah das er alleine war. Wir schauten uns um und sahen eine ältere Frau, die wie versessen auf ihr Handy schaute. Auch ich schaue auf mein Handy, wenn wir auf dem Spielplatz sind, ich mache Fotos und surfe kurz und nehme mir so, auch meine Auszeiten aber diese Frau blickte nicht einmal auf. Der Junge folgte uns über den ganzen Spielplatz und immer wieder lächelte er und wir lächelten zurück. Er rief seine Oma. Sie kam, schauend auf ihr Handy und setzte sich wieder. Er setzte sich auch hin und beobachtete wie der Prinz und ich Verstecken spielten und der Prinz quietschte wie verrückt.
Ich war traurig. Dieser kleine Junge wollte genau das auch. Wir kennen seine Geschichte nicht. Wir wissen nicht wieso er mit seiner Oma auf dem Spielplatz war, wo seine Eltern waren und wieso er so traurig war aber auch wir waren es.
Wir waren traurig, da wir das Glück haben, einem Kind ein Leben schenken zu können und Andere nicht. Wir konnten dadurch auch uns ein ganz neues Leben schenken. Wir waren traurig, weil wir durch den kleinen Jungen daran erinnert wurden, dass nicht alle Menschen dieses Glück verspüren dürfen. Das nicht alle Menschen, die dieses Glück in ihren Händen halten auch wirklich verspüren. Wir waren traurig, weil es Menschen gibt, die dieses Glück gar nicht wollen. Die gar nicht sehen, das ein Kind das Wertvollste und Wundervollste auf diesem Planeten ist. Die es gar nicht schätzen was Sie da für ein Glück um sich haben.
Es macht mich wütend. Es macht mich wütend und ich weiß, dass es nicht so sein sollte. Ich sollte nicht wütend sein, da es mich gar nix angeht. Ich sollte nicht wütend sein, da ich nie die ganze Geschichte kenne und nur einzelne Sequenzen sehe.
Glaubt mir, ich arbeite jeden Tag daran, niemanden zu ver- oder beurteilen aber manchmal frage ich mich warum?
Die Liebe zu meinem Prinzen ist einfach so überwältigend und es fällt mir immer schwer zu glauben, dass es Menschen gibt, die diese Liebe nicht empfinden oder eben einfach anders empfinden.image
Meine Priorität ist es, meinem Prinzen die Schönheit dieser Welt zu zeigen. Wir springen in Pfützen, wir schauen uns Traktoren an. Wir gammeln auf der Couch und schauen Bagger im Fernsehen. Wir essen Eis und Kuchen und auch ich muss manchmal mit ihm schimpfen und werde laut aber jede Sekunde, die ich mit ihm verbringen darf ist ein Geschenk.
Kinder sind einfach das größte Geschenk für mich.
Ich kann das gar nicht oft genug sagen und ich weiß davon sind einige total angenervt. Denn ja, mein Lebensrhythmus ist nach dem Prinzen gerichtet. Unsere freie Zeit als Familie, verbringen wir kindgerecht da wir bereits in der Woche, wenig Zeit zu Dritt haben.
Ich spüre eine Erfüllung und der Prinz und mein Mann spüren Sie auch.

Ich weiß gar nicht wieso ich euch das jetzt genau in dem Moment erzähle, vielleicht um eine Stellung, meine Stellung zu beziehen. Oftmals sind wir Blogger sehr diplomatisch, wenn es um Lebensmodelle, Erziehungsmodelle und die ganzen anderen Themen geht. Wir sagen, jeder soll es so machen, wie er es für richtig erachtet. Wir sagen, wir verurteilen niemanden.
Aber stimmt das?
Denken wir wirklich, jeder soll es so machen wie er es für richtig hält? Ein paar extreme Beispiele: Wenn eine Mutter ihr Kind schlägt oder so dermaßen anschreit, das man selber zusammenzuckt. Urteilen wir dann nicht in unserem stillen Kämmerlein? Empfinden wir dann nicht Mitgefühl, für dieses Kind oder die Situation. Eine Rewe- Markt hat eine Mutter und deren Kind rausgeschmissen. Der oder die Gründe sind mir völlig gleich, ich empfinde keine guten Gefühle dabei. Wieso? Weil ich es einfach menschenunfreundlich finde. Eltern lassen ihre Kinder in geschlossenen Autos zurück, während draußen 40 Grad sind. Wir verurteilen diese Eltern dann nicht?
Eine Mutter geht Vollzeit die ganze Woche arbeiten und ihr Kind geht jeden Tag 10 Stunden in die Kita. Wir beurteilen die Situation nicht?

Das kann ich nicht glauben. Jeder hat seine Vorstellungen in seinem Kopf. Jeder hat sich schon lange, vor einer Schwangerschaft damit beschäftigt, wie man sein Kind mal groß ziehen möchte. Welche Werte es vermittelt bekommen sollte.
Es gibt zig andere Eltern, mit zig anderen Wertvorstellungen und Erziehungsmethoden und wir wollen tatsächlich darstellen, dass alle für uns ok sind?
Ich möchte das nicht, denn das wäre unehrlich. Ich habe eine Meinung, zu all diesen Themen und ich kann leider nicht immer diplomatisch sein. Ich kann nicht immer nicht verurteilen. Ich bin ein Mensch und das wäre unnatürlich.
Für mich steht fest, dass ich grundsätzlich an das Gute im Menschen glaube aber ich habe auch schon andere Menschen gesehen und kennengelernt und ich kann bei einigen Dingen, einfach nicht nicht verurteilen.
Ihr wollt mich dafür mit Steinen beschmeißen? Ok. tut das. Ich verkrafte das aber ich werde weiterhin zu Müttern gehen, die ihr Kind schlagen. Ich werde weiterhin Eltern etwas sagen, die mitten auf dem Spielplatz rauchen. Ich werde weiterhin Eltern, die ich auch gut kenne, sagen wenn ich denke, dass ihr Kind aus irgendwelchen Gründen leidet oder gerade etwas erlebt.

Gute Ratschläge oder Stellung beziehen ist für mich nichts verwerfliches. So oft lese ich davon, das man genervt ist von Ratschlägen anderer. Aber wieso eigentlich? Können Außenstehende nicht manchmal Dinge anders betrachten. Ein Ratschlag heißt nicht gleich, dass man gezwungen ist, ihn umzusetzen.
Wir alle beziehen Stellung und das jeden Tag. In jedem Beitrag, den wir als Blogger schreiben, vermitteln wir Dinge, die wir nicht mögen oder so und so handhaben. Wir beziehen dort auch Stellung, sagen aber ständig das wir keine beziehen.
Ich habe mich auch dazu hinreißen lassen, nicht immer Stellung zu beziehen. Ich habe aber gemerkt, das ich das nicht bin.
Dinge und Themen, die einen bewegen sollten nicht unter die eigene Zensur fallen müssen. Ich möchte Menschen nicht verletzen, obwohl ich es manchmal tue. Meine Absicht ist immer nur helfen und etwas verbessern. Ich bin nicht die allmächtige Glucke, die alles am besten weiß aber ich habe meine Meinung und zu der stehe ich und die gefällt vielleicht nicht jedem aber das ist nun mal das Leben. Wenn wir alle gleich denken und handeln würden, dann wäre eine Vielfalt nicht mehr gegeben, die wir doch am Leben so schätzen.
Jedoch kann ich zum Leben stehen wie ich mag und das auch äußern.

Wie seht ihr das? Schafft ihr es wirklich, nie andere Menschen in gewissen Situationen zu beurteilen?

Eure Glucke


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