Steile Meile: Skitour durch die Huda Paliza auf die Cima di Terrarossa

Durch die 800 Höhenmeter lange Huda Paliza auf die Cima di Terrarossa in den Julischen Alpen.

Die Julischen Alpen haben einen ganz besonderen Charakter. Rau, unaufgeregt, nicht allzu hoch, dafür umso wilder und für Skibergsteiger damit magisch anziehend. Es sind die steilen, engen Rinnen, die auch uns dieses Frühjahr zu einem längst überfälligen Ausflug in die Julischen motiviert haben. Einige Steilrinnen wie das Kugy-Couloir am Jalovec sind in den letzten Jahren zu namhaften Klassikern geworden. So auch die Skitour durch die Huda Paliza hinauf zur Cima di Terrarossa (2.420 m).

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Steile Meile: Cima di Terrarossa via Huda Paliza

Die Huda Paliza ist einer der großen Rinnenklassiker der Westlichen Julischen Alpen. Sie zieht über 800 Höhenmeter fast schnurgerade durch die Nordostabbrüche des Montasch-Kessels hinauf zur Cima di Terrarossa. Auf eine ganze, senkrechte Meile fehlen der Rinne zwar einige Höhenmeter, die Skitour ist aber auch so fordernd und aufregend genug.

Das Couloir ist fast durchgehend gleich breit und wirkt erstaunlich logisch in diesem wilden Gelände. Erst die letzten 100 Höhenmeter werden deutlich steiler und enger.

Im Schnitt liegt die Steilheit bei etwa 35-40 Grad, im Ausstieg bei bis zu 50 Grad. Der Großteil der Rinne kann bei guten Verhältnissen mit Skiern begangen werden. Erst im Ausstieg haben wir die Skier auf den Rucksack gepackt und sind mit Steigeisen bis zum Gipfel gestapft.


Steile Meile: Skitour durch die Huda Paliza auf die Cima di Terrarossa

Abstieg in die Südrinne.

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Frühjahrsskitour: Darauf solltest du achten

Tipps für die Planung, den Aufstieg und die Abfahrt bei Skitouren im Frühjahr.

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Toureninfos: Skitour Cima di Terrarossa via Huda Paliza

📍 Berg/Ort: Cima di Terrarossa (2.420 m) | Montasio/Montasch-Massiv bei Tarvis in der Region Friaul-Julisch Venetien.

🚗 Anfahrt: Aus Österreich, Slowenien oder Italien kommend nach Tarvis. Von dort aus westwärts in 20 Min. Fahrzeit ins Valbruna. Ausgangspunkt ist ein großer Wanderparkplatz (970 m) am Ende der Straße in der Malga Saisera im Valbruna > Anfahrt planen

✊ Schwierigkeit: sehr schwierige Skitour (SS+ nach Schweizer Skitouren-Skala). Steilheit anhaltend 35-40°, Ausstieg bis 50°. Lange Rutschwege, teilweise in Steilstufen abbrechend, können folge eines Sturzes sein. Sicheres Skifahren & solide Gehtechnik inkl. Spitzkehren sind ein absolutes Muss!

🧭 Ausrichtung: Die Rinne Nordost bis Ost, der Schlussanstieg zum Gipfel Süd.

↗️ Anstieg: 1.500 Höhenmeter
↘️ Abstieg: 1.500 Höhenmeter
↔️ Distanz: 12,5 Kilometer

✔️ Ausrüstung: Komplette Skitourenausrüstung, Leichtsteigeisen, Leichtpickel, Helm, eventuell Harscheisen.

🚶‍♀️ Aufstieg: Vom Parkplatz in südlicher Richtung relativ flach entlang der Langlaufloipe oder des Wanderwegs Nr. 616 in den Talkessel hinein bis zu einem lichten Buchenwald (Wegweiser). Weiter dem Sommerweg 616 durch den Wald (evtl. wenig Schnee) Richtung Biwak Mazzeni folgen. Auf ca. 1.200 m erreicht man die Spragna – ein riesiges Kar, von dem aus man den Einstieg in die Rinne schon einsehen kann.
Man überquert von rechts kommend ein breites Bachbett und steuert direkt auf die Schlucht (1.300 m) zu, die durch ihre vereisten Wände markant auffällt.

Zunächst noch auf Ski durch die Schlucht (Achtung auf möglichen Eisschlag – Helm frühzeitig aufsetzen). Der Ausstieg aus der Schlucht ist kurz steil, hier musst du die Skier evtl. einige Meter tragen.
Nach der Schlucht wird das Gelände wieder flacher und man steigt erneut auf Skiern in einem weiten Rechtsbogen zur Hauptrinne auf.
Das enge Maul – die Huda Paliza – markiert den Beginn der Rinne, der man nun in fast gerader Linie in vielen Spitzkehren bis zur Scharte folgt (im oberen Drittel Umbau auf Steigeisen).
Gegen Ende wird die Rinne schmal und steil (~50°). Überlege dir frühzeitig, ob es Sinn macht, die Skier bis zur Scharte mitzunehmen. Nur selten findet man hier gute Abfahrverhältnisse.
Von der Scharte in etwa 15 Minuten über die Südseite zum Gipfel der Cima di Terrarossa – großartiger Rundumblick!

⛷️ Abfahrt: die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsspur.
Einen GPX-Track zur Skitour gibt’s hier (stammt nicht von mir, aber trifft die Route recht gut)! Ich hatte allerdings etwas mehr Hm & km auf der Uhr.

⏱️ Beste Zeit: Wir sind die Tour am 04.04.2026 bei Frühjahrsverhältnissen gegangen. Die Rinne liegt im Frühjahr bald in der Sonne. Im Hochwinter ist die Tour laut unserem Führer vollständig im Schatten und kann bei sicheren Verhältnissen auch im Pulver erwischt werden.

Wilde Gefährten

Dass die Skitour durch die Huda Paliza auf die Cima di Terrarossa zu den Mega-Klassikern in den Julischen Alpen zählt, das sollten wir erst nach der Tour erfahren.

Wir haben den Gipfel aufgrund der Anfang April 2026 vorherrschenden Verhältnisse mithilfe unseres Skitouren-Führers Julische Alpen West ausgewählt. Nichts deutet auf den Ruhm dieses Anstiegs hin, als wir am Morgen am Parkplatz eintreffen.

Dunkle Schatten spannen sich über das Tal, die Vögel testen nach dem Winter ihre Singstimmen und eine unheimliche Stille liegt in der Luft. Wir sind allein und ein Hauch Skepsis liegt in den Augen meiner Tourenpartner. Ist der Schnee schon weg, weil sich sonst niemand mehr hierher verirrt?

Aber nein! Die Gipfel ringsum sehen noch tief winterlich aus und wir können schon wenige Meter nach dem Parkplatz die Skier anschnallen. Meine Gefährten und ich sind wild auf diese Tour!

Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Verborgene Linie. Der Zustieg ist lang und flach.
Erst spät offenbart sich die Linie, die so eindrucksvoll auf die Cima die Terrarossa führt.

Die verborgene Spur

Flach folgen wir der Langlaufloipe und danach dem Sommerweg ins Tal hinein. Steuern geradewegs auf den Kessel zu, der von dunklen Steilwänden flankiert wird.

Nur langsam summieren sich die Höhenmeter auf meiner GPS-Uhr. Im lichten Buchenwald liegt gerade so viel Schnee, dass wir uns, ohne abzuschnallen, durchmogeln können.

Als sich der Wald lichtet und den Blick auf das umliegende Gelände frei wird, wird der Verlauf des weiteren Anstiegs sonnenklar – obwohl das Kar immer noch im Schatten ist.

Eine Schlucht auf 1.300 m bildet den Einstieg in die folgende, imposante Linie. Das Eis, das auf der rechten Schluchtseite über die Felsen wächst, glänzt uns schon von Weitem entgegen. Wie ein Leuchtturm lotst es uns in die korrekte Richtung.

Die Linie, die bislang im Verborgenen lag, offenbart sich uns mit jedem Schritt mehr.

Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Schnee, Eis & Fels. Diese Schlucht ist das Eintrittstor in die Huda Paliza
und die erste, beeindruckende Passage der Skitour auf die Cima di Terrarossa.

Schatten, Eis und Firn

Wir setzen unsere Helme auf und betreten eine bizarre Welt aus Schnee, Fels und Eis. Die Schlucht ist gerade breit genug, um sich auf Skiern in kleinen Bögen durchzuwinden.

Zu unserer Rechten ist die Schlucht von sattblauen Eisfällen überzogen, am Ende der Schlucht erahnen wir bereits ein erstes Steilstück (~45°), über das wir die Skier etwa 10 Minuten tragen. Danach verlassen wir die Schlucht und mit ihr auch den Schatten.

Durch den Schlund der Huda Paliza

Nach dem Ausstieg aus der Schlucht flacht das Gelände wieder ab. In einem weiten Rechtsbogen steigen wir erneut auf Skiern über einen Rücken höher.

Dann öffnet sich der Blick schlagartig in das gewaltige Couloir, dessen Einstieg im unteren Teil die Huda Paliza markiert: ein enger, senkrechter Felsdurchgang, eine Allee aus Stein, gepflastert mit festem Frühjahrsschnee.

Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Steile Meile. Die Huda Paliza ist eine von Felswänden umklammerte Engstelle
und markiert den unteren Teil der Rinne, die in direkter Linie nach oben zieht.

Die Rinne wirkt wie ein natürlicher Weg durch die Wand. Wer hier unterwegs ist, spürt schnell, warum diese Tour so einen Ruf hat: Sie ist kein Geheimtipp, sondern ein besonderes alpines Erlebnis mit einzigartigen Passagen.

Ich fühle mich, als stünde ich vor dem Tor von Moria. Nur, dass ich kein Geheimwort brauche, um es zu öffnen. Nur reine Skitouren-Passion. Wir treten ein.

Nach oben. Ohne Umweg.

Die Dimensionen wirken jetzt erst richtig. Senkrecht steilen die Felswände links und rechts von uns auf. Der Grund der Linie zieht in fast gleichmäßiger Steigung nach oben. Schnurgerade. Ohne Umweg.

Alle sind immens beeindruckt. Unsere Münder stehen so weit offen wie der Schlund der Huda Paliza. Knapp 800 Höhenmeter geht’s nun in diesem Stil empor. Was für eine steile Meile!

Im unteren Abschnitt ist die Rinne etwa 25 Meter breit. Das Gelände steigt gleichmäßig mit etwa 35 Grad an und verlangt saubere Spitzkehren und einen ruhigen Rhythmus.

Viele Male wechseln wir die Richtung. Wir schrauben uns höher. Spitzkehre um Spitzkehre. Knapp Hundert reihen wir sicher aneinander.

Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Links: Hin und her im Felsschlund.
Rechts: Im Mittelteil lockt dieser flache Rastplatz.

Finale an der Cima di Terrarossa

Im oberen Drittel wird die Rinne über 40 Grad steil und Spitzkehren damit zusehends mühsamer. Wir wechseln auf Steigeisen und verfrachten die Skier auf den Rucksack. Ein markanter Felssporn auf der orografisch rechten Seite bietet einen guten Platz dafür. Gleichzeitig ist er gut vor Steinschlag geschützt.

Die letzten Höhenmeter hinauf zur Scharte werden Schritt um Schritt steiler – ganz oben etwa 50 Grad. Je nach Verhältnissen kann dieser Abschnitt hart, vereist oder bei wenig Schnee sogar felsig sein. Steigeisen sind hier nur nur Komfort, sondern ein entscheidender Sicherheitsfaktor.

Oben in der Scharte verändert sich die Szenerie abrupt. Die Enge fällt ab, der Raum öffnet sich. Herrlich ist auch der Blick hinab nach Süden.

Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Cima di Terrarossa Huda Paliza Skitour Steile Meile: Skitour durch die Huda Paliza auf die Cima di Terrarossa Bis zum Schluss beeindruckend.

Der Weiterweg führt über die steile Südflanke, rund 35 Grad, hinauf zur Cima di Terrarossa. Am Gipfel wartet ein weiter, beinahe überwältigender Rundblick über die gesamten Julischen Alpen – ein beeindruckender Abschluss einer noch beeindruckenderen Linie.

Steile Meile: Skitour durch die Huda Paliza auf die Cima di TerrarossaGipfelpanorama.

Video zur Skitour auf die Cima di Terrarossa

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Video zu unserer Skitour auf die Cima di Terrarossa via Huda Paliza.

Ausrüstungsliste: Skitour Cima di Terrarossa via Huda Paliza

  • Tourenski: Atomic Backland 86 UL
  • Tourenstöcke: LEKI Guide Lite 2 Carbon
  • Tourenschuh: Scarpa F1 XT
  • Rucksack: Atomic Backland FR 24+
  • Steigeisen: Petzl Irvis Hybrid
  • Lawinenausrüstung: Mammut Barryvox S2, Schaufel, Sonde
  • Pickel: Petzl Ride
  • Harscheisen
  • Erste-Hilfe-Set
  • 2-Mann-Biwaksack
  • GPS-Uhr: Suunto Vertical Titanium
  • Skitourenbekleidung, Accessoires und Verpflegung

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Eine Skidurchquerung ist mehr als eine Skitour. Sie ist ein kleines Abenteuer, auf dem du über mehrere Tage auf dich selbst, deine Planung und deine Ausrüstung angewiesen bist. 🏔️⛷️ Cima Terra Rossa via Huda Paliza 📈 Was für eine einzigartige Linie in dieser wilden Ecke der westlichen Julischen Alpen! #kraftpower Lass die Skitouren-Saison gebührend ausklingen! ⛷️🌞 Diese Destinationen und Ziele fürs Frühjahr werden dich begeistern! 🙌🏻

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