Stasi-Zentrale wieder offen: Wissen, wie es ist

Stasi-Zentrale wieder offen: Wissen, wie es istVor mehr als 20 Jahren stürmten völlig enthemmte Schläger- und Plündertrupps den ganzen Stolz der Staatssicherheit. Hilflos mussten Beamte des Ministeriums frü Staatssicherheit der DDR mitanschauen, wie ein von westlichen Geheimdienstlern aufgeputschter Mob die volkseigene Machtzentrale an der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg demolierten. Türen wurden eingetreten, Schränke aufgebrochen, Scheiben eingeschlagen. Konsequenzen hatten die Randalierer nicht zu befürchten, obwohl sie zahlreiche Akten raubten und Datenbestände zerstörten: In der aufgeheizten Stimmung der Wendezeit traute sich kein Staatsanwalt, gegen die Täter vorzugehen.
Für Jahre rottete das traditionsreiche Gebäude, von dem aus Stasi-Chef Erich Mielke die Arbeiter- und Bauernmacht in der DDR sichergestellt hatte, dann vor sich hin. Die Mitarbeiterzahl schrumpfte, Wasserhähne wurden nicht mehr repariert. Angeblich hatte das neue, wiedervereinigte Deutschland keine Verwendung für das früher so gefürchtete Gebäude.
Glücklicherweise fand dann aber ein Umdenken statt. Im Lichte der neuen Bedrohung durch Facebook, das Internet und Pinzahlen-Diebe an Geldautomaten entschloss sich die Bundesregierung vor zwei Jahren für eine denkmalgerechte Sanierung des Ensembles. Jetzt endlich konnte Kulturstaatsminister Bernd Neumann den früheren Dienstsitz von Erich Mielke in Haus 1 der Normannenstraße abnehmen: „Sanierung: Früheres Stasi-Ministerium wieder offen“ jubelt die „Morgenpost“ (oben) angesichts der Wiedereröffnung „In den Farben von 1961“ (Berliner Zeitung).
Am kommenden Wochenende will sich das Spitzelsystem der DDR-Staatssicherheit mit einem Bürgertag unter dem Motto "Wissen, wie es war" vorstellen. Dabei werden Methoden wie Terror, Überwachung und Einschüchterung erklärt, die „nur einem Ziel diente“ (dpa): dem Machterhalt der SED. Ab kommenden Monat beginnt nach Auskunft des Bundesblogampelamtes (BBAA) im mecklenburgischen Warin dann der Umzug der 793 Mitarbeiter der Statistik- und Äußerungenerfassungsstelle des BBAA in die Normannenstraße. Von hier erfolge dann künftig die Überwachung des Internetbetriebes und die Freigabe aller von Deutschen verursachten Facebook-Einträge, hieß es in Warin.
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