Start der Förderung für Solarstrom-Batteriespeicher in Privathaushalten

Förderprogramm Batteriespeicher, eza!

Mit Batteriespeichern kann der auf dem eigenen Dach produzierte Solarstrom besser genutzt werden. Jetzt gibt es ein Förderprogramm dafür. Foto: eza!

Seit gestern gibt es das neue Förderprogramm für die Nutzung von Batteriespeichern. Bei der Anschaffung solcher Systeme, mit deren Hilfe Photovoltaikanlagen besser ins Stromnetz integriert werden können, bekommt man jetzt einen Zuschuss von bis zu 30 Prozent oder ein zinsgünstiges KfW-Darlehen. Der Thematik Solarstromspeicher haben sich auch das Energie- & Umweltzentrum Allgäu eza! und das Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) mit dem EU-geförderten Projekt „AlpStore“ angenommen. Derzeit wählen das eza! und AÜW im Rahmen dieser grenzübergreifenden Initiative geeignete Haushalte für einen Praxistest mit Batteriespeichern aus.

Im Allgäu gibt es immer mehr Hausbesitzer, die mit Photovoltaikanlagen ihren eigenen Strom produzieren. Es lohnt sich finanziell, ist aber  ökologisch sinnvoll und gibt ein gutes Gefühl. „Das Problem ist“, erklärt Felix Geyer von eza!, „dass Solarstrom nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird, was den Eigenverbrauch auf rund 30 Prozent beschränkt.“ Durch den Einsatz von Batterien lässt sich die Nutzung des selbst produzierten Solarstroms jedoch deutlich steigern. Teile des untertags erzeugten Ökostroms können dadurch abends oder in der Nacht verbraucht werden.

Solarbatterien auf dem Markt sind noch recht teuer

Inzwischen sind auch einige alltagstaugliche Batteriesysteme auf dem Markt. „Allerdings“, so Geyer, „sind diese Systeme noch recht teuer.“ Zwischen 6.000 bis 20.000 Euro – je nach Technologie – kostet ein Batteriespeicher, der auf einen Vierpersonenhaushalt ausgelegt ist. Die KfW-Bankengruppe und der Bund wollen daher Anreize schaffen, um die Verbreitung und die technische Weiterentwicklung der Speicher zu forcieren. 25 Millionen Euro werden allein in diesem Jahr dafür bereitgestellt, insbesondere für zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüsse. Detaillierte Informationen zur Förderung gibt es in einem älteren Beitrag zu diesem Thema.

Zu den förderfähigen Investitionen des KfW-Förderprogramms gehören einerseits die Neuerrichtung einer Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem stationären Batteriespeichersystem und andererseits die Nachrüstung einer bestehenden PV-Anlage mit einem solchen System, sofern die PV-Anlage nach dem 31. Dezember 2012 installiert worden ist. „Das ist ein gutes Signal“, betont eza!-Geschäftsführer Martin Sambale. „Denn der Erfolg der Energiewende hängt auch wesentlich davon ab, wie die erneuerbaren Energiequellen in das bestehende Energiesystem integriert werden können. Und die Batteriespeicher spielen dabei eine wichtige Rolle – auch um die Stromnetze zu entlasten.“

EU-Projekt „AlpStore“ für Solarstromspeicher

Unabhängig vom neuen KfW-Förderprogramm beteiligen sich eza! und AÜW bereits seit Juli 2012 am grenzübergreifenden Projekt „AlpStore“, das die Speicherung von Strom aus erneuerbarer Energien erforscht und in Pilothaushalten in der Praxis testet. Auch in Kempten und Sonthofen werden dabei geeignete Testhaushalten ausgewählt und mit Batteriespeichern ausgestattet.

„Wir wollen in einer einjährigen Testphase praktische Erfahrungswerte sammeln“, erklärt Felix Geyer und erwartet wichtige Erkenntnisse für die Arbeit von eza!. „Wir möchten die Bürger im Allgäu bestmöglich beraten können, welche Vorteile die unterschiedlichen Speichersysteme bieten.“ Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Batteriespeicher nur ein Teil des großen Gesamtkonzepts sein können. „Um die Energiewende umzusetzen, braucht es sicherlich viele Technologien“, meint Geyer. „Daher ist es wichtig die Möglichkeiten und Grenzen aller Speichertechniken – auch die von Batteriespeichern – in die allgemeine Diskussion zu bringen.“


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