Starfinder Abenteuerpfad Tote Sonnen: Zwischenfall auf der Absalom-Station

Starfinder Abenteuerpfad Tote Sonnen: Zwischenfall auf der Absalom-Station

Mit Zwischenfall auf der Absalom-Station ist bei Ulisses Spiele nun der erste von sechs Teilen von Paizos Abenteuerpfad Tote Sonnen für ihr neues Starfinder Regelwerk erschienen und wir wollen natürlich wissen, ob es sich hier um einen gelungenen Einstieg in ein neues Universum oder um eine abgedroschene Fahrt auf festen Gleisen handelt.
Das Buch bietet verteilt auf 63 Seiten neun Kapitel.
Neben einer Einführung in den gesamten Abenteuerpfad, sowie dem eigentlichen Abenteuer folgen auch noch einige Extras.
So gibt es eine recht umfangreiche Beschreibung der Absalom-Station, mitsamt wichtiger Orte und Charaktere, sieben neue Kreaturen, etwa ein Dutzend Relikte aus Golarion und einen Lexikoneintrag zu einem neuen Planeten.
Im weiteren Verlauf dieser Review werde ich genauer auf die einzelnen Kapitel und die Handlung eingehen, daher gilt hier, insbesondere für Spieler, eine deutliche Spoilerwarnung!

Starfinder Abenteuerpfad Tote Sonnen: Zwischenfall auf der Absalom-Station

Bei Paizo wird ja in der Regel nicht gekleckert, sondern geklotzt und darum geht es in ihrem allerersten Abenteuerpfad auch gleich um nicht weniger als um das Schicksal des Universums.
Die Helden müssen im Verlauf des Abenteuers herausfinden, was es mit dem Stellardegenerator auf sich hat und zeitgleich dafür sorgen, dass die dem Todesstern nachempfundene Waffe nicht in die Hände der abtrünnigen Leichenflotte oder dem Kult des Verschlingers fällt.
Das ganze Abenteuer soll somit die Heldenstufen 1 bis 12 abdecken und verspricht dutzende Spielstunden.
Aber zurück zum eigentlichen Testobjekt, denn Zwischenfall auf der Absalom-Station begleitet die Helden erstmal nur von Stufe 1 bis 3 und führt die Gruppe erstmal in das Abenteuer und die Welt von Starfinder ein.
Und das geschieht in drei Teilen, die (noch) mit relativ mondänen Herausforderungen aufwarten.
Nachdem das Buch den Spieler darauf hinweist, dass es sinnvoll wäre in einer vorherigen Sitzung die Spielercharaktere so anzulegen, dass zumindest ein Großteil der Gruppe Interesse daran hat der Starfinder Society (auf deutsch etwas klobig: Die Gesellschaft der Sternenkundschafter) beizutreten, macht sich die Gruppe im ersten Teil Der Bandenkrieg auf, um die Absalom-Station zu besuchen und dort Kontakt mit den Starfindern aufzunehmen.
Doch, wie so oft, gestaltet sich der Einstieg in ein Abenteuer als deutlich turbulenter, als erwartet.
Statt den Kontaktmann zu treffen, geraten die Helden in eine Schießerei, bei welcher der eben genannte Kontaktmann als scheinbarer Kollateralschaden zu Tode kommt.

Starfinder Abenteuerpfad Tote Sonnen: Zwischenfall auf der Absalom-Station

Das kurze Scharmützel dient zum einen als Einführung in das Kampfsystem, denn die beiden Gangs haben es nicht wirklich auf die Neuankömmlinge abgesehen und zum anderen als Aufhänger für die folgenden Ermittlungen im Auftrag der Starfinder.
Dabei entwirren die Helden hoffentlich, was es mit diesem Gang-Krieg auf sich hat und wer dessen tatsächliche Hintermänner sind.
Tatsächlich geht es nämlich im Hintergrund um Schürfrechte an einem eigentlich verschollenen, aber plötzlich aufgetauchten Schiff namens Acreon, welches zusätzlich einen mysteriösen Asteroiden mitschleppt.
Die vermeintlich dort verborgenen Schätze wollen nämlich von zwei Fraktionen abgebaut werden, die noch nicht wissen, dass es sich bei dem Driftfelsen genannten Asteroiden um einen Teil einer gewaltigen Superwaffe handelt. Sobald die Helden die Verbindungen der Gangs mit den Konzernen aufdecken können und den Starfindern davon berichten, endet der erste Teil.
Der zweite Teil beginnt mit einer mysteriösen Einladung zu einem Gespräch mit einem eoxianischen Botschafter.
Eox ist ein Planet, der dem Bund der Paktwelten angehört und von Untoten bewohnt wird, der Besuch verspricht also außergewöhnlich zu werden. Der Nekromant lädt die Gruppe als unparteiische Fraktion zur Acreon zu fliegen und zu ermitteln, was mit ihrer Crew geschehen ist ,was es mit dem Asteroiden auf sich hat und zusätzlich ein mysteriöses Paket an Bord des Schiffes an ihn auszuliefern. Um dorthin zu gelangen, erhält die Gruppe leihweise ein Raumschiff und gleichzeitig eine erste Einführung in den Raumschiffkampf, denn ein Abfangjäger, angeheuert von einem der Konzerne, nimmt sie aufs Korn. Nachdem die Gruppe hoffentlich siegreich aus dem Encounter hervorgeht, beginnt die Erkundung des verschollenen Schiffs und der erste Dungeoncrawl im Sci-Fi-Horror Gewand. Neben ersten Kämpfen stoßen die Protagonisten auf die gesuchte Kiste, in der neugierige Abenteurer eine untote Agentin finden, an der sie ihre Moral auf die Probe stellen können. Mit einem Besuch auf der Brücke und der Antwort auf die Frage, was mit der Crew passiert ist, endet der zweite Teil.
Abgeschlossen wird das Modul mit einem Besuch auf dem Driftfelsen selbst, um nach verbliebenen Crewmitglieder der Acreon zu suchen und den vermeintlichen Asteroiden zu erforschen. Hier geht der Horror-Dungeoncrawl weiter und endet mit einem spektakulären Kampf gegen den bisher gefährlichsten Gegner des Abenteuers. Ist der Kampf erfolgreich bestanden, gibt es zur Belohnung das erste eigene Schiff der Gruppe und einiges an neuen Infos, die man zur Absalom-Station überbringen sollte. Abgeschlossen wird das Abenteuer mit einem Cliffhanger, denn die Crew des neuerworbenen Schiffs wird auf dem Rückweg erneut angegriffen!

Die Präsentation ist, wie man es von Paizo bereits kennt, hervorragend.
Die Artworks sind charmant und die Karten für den Spielleiter wirken sehr stimmig. Gerade das macht es besonders schade, dass die Karten bereits Markierungen aufweisen und deshalb nicht spoilerfrei für die Spieler kopiert werden können. Außerdem mag es ein subjektiver Eindruck sein, aber die Übersetzung klingt manchmal etwas hölzern. Da es sich aber um Science Fantasy statt beinharter Science Fiction handelt, ist die teilweise märchenhaft anmutende Namensgebung durchaus vertretbar. Die Übersetzung des Abenteuers selbst ist ganz ordentlich, der Gesamteindruck wird aber durch unnötig lange Schachtelsätze und fehlende Wörter getrübt.
Hier bleibt die deutsche Version qualitativ leider hinter dem Original zurück.
Ebenso positiv wie die Präsentation, fällt auf, dass innerhalb des Abenteuers immer wieder Möglichkeiten gegeben werden die Spieler etwas von der Leine zu lassen und sie beispielsweise die Absalom-Station frei erkunden zu lassen, der Autor ist sich also durchaus der üblichen Kritik bewusst, dass Abenteuerpfade oft wie auf Schienen laufen und den Spielern wenig Freiräume lassen. Generell ist das Pacing auch besonders gut gelungen. Die Helden geraten von einem Encounter in den nächsten und erleben stets etwas Neues. Dabei fühlt sich jeder Encounter wichtig und organisch an, es gibt keine Kämpfe, die einfach nur zum grinden von Erfahrungspunkten da sind oder sonst irgendwie nach Füller aussehen.
Der größte Kritikpunkt ist in meinen Augen der Preis des Produkts im Verhältnis zu seinem Umfang. Man erhält zwar ein spannendes Abenteuer mit toller Präsentation, aber 63 Seiten für 22,95€ sind an sich schon kein Geschenk, in Anbetracht dessen, dass man für den ganzen Abenteuerpfad dann insgesamt sechs Mal zu diesem Preis zur Kasse gebeten wird, wird der positive Ersteindruck aber definitiv getrübt.


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