Star Fox Zero

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Star Fox Zero

5Shooter

Seit der ersten Stunde hatte man das Gefühl, Nintendo fällt es nicht ganz leicht wirklich gute Anwendungsfälle für das Wii U-Gamepad zu finden.  Neben einigen praktischen Karten-Lösungen gab es bisher eigentlich wenige Einfälle, wie das Gamepad ein Spielerlebnis grundlegend bereichern kann. Aus diesem Grund hatte sich der legendäre Nintendo Designer Shigeru Miyamoto hingesetzt und intern an diversen Prototypen gearbeitet. Aus einem dieser Prototypen wurde dann das neue Star Fox Zero, welches mittlerweile zum vollwertigen Release gereift ist und mit neuartigen Kontrollen versucht, Wii U-exklusives Gameplay zu ermöglichen. Die Idee ist dabei, mit den klassischen Sticks einerseits den Arwing, andererseits mit dem Gamepad selbst die Zielrichtung der Waffen durch wilde Weltraumabenteuer zu steuern.

Was sich anhört wie ein Job für zwei – so wie man es beispielsweise aus Star Wars kennt – fühlt sich dann auch genauso an. Die Lernkurve ist gewaltig und für Nintendo-Verhältnisse ungewöhnlich frustrierend. Erst nach Stunden hat man sich an die Kontrollen gewöhnt, doch da ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Bis dahin hat man es nicht leicht: Da hat man kaum den neuartigen Kontrollmechanismus verstanden, konfrontiert das Star Fox Zero den Spieler mit drei weiteren Vehikeln und deren völlig unterschiedlichen Controllayouts. Zwei Sticks, sechs Buttons und gleichzeitig die Bewegungskontrollen in drei völlig unterschiedlichen Konfigurationen – und als krönende Spitze noch Spezialmodi der Vehikel, in denen sich all das nochmal ändert.

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Das ist wahrlich zu viel des Guten und sorgt in den ersten Stunden für garantierten Frust. Mit beinahe meisterhafter Präzision verstehen es die Spieldesigner jedes Mal, wenn man sich gerade ein wenig eingelebt hat, alles plötzlich wieder umzudrehen. So fällt es schwer, auch die wenigen Abschnitte, die tatsächlich Spaß machen, irgendwie zu genießen.

Nun könnte man meinen: Alles halb so schlimm, dann muss man sich einfach daran gewöhnen bevor es richtig losgehen kann. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass hinter dem ganzen Tumult um die Steuerung ein absolut mittelmäßiges Videospiel steht. Zwar hat man längst in Kauf genommen, dass die simplen grafischen Strukturen damit zusammenhängen, dass Star Fox Zero butterweich auf zwei Screens in 60 FPS laufen muss. Doch ist das überhaupt keine Entschuldigung dafür, dass Animationen wirken, als stammen sie aus der Vorzeit der 3D-Videospiele.

Nichts hat spürbares Gewicht, Explosionen und Bewegungen wirken ausschließlich stümperhaft und man muss sich wirklich fragen wie es sein kann, das mit Platinum Games (Bayonetta) einer der führenden Spieleschmieden im Actionbereich an dem Titel beteiligt war. Die Missionen selbst sind uninspiriert und kurz. Findet Star Fox Zero auch nur für einen Moment seinen Flow, kann man recht sicher davon ausgehen, dass die Designer gleich darauf eine 20 Minuten andauernde Helikopter-Flugmission quasi als Strafe anhängen.

Die Levels verwerten zahlreiche Ideen aus dem Vorbild Starfox 64 und liefern in Punkto Leveldesign eigentlich kaum etwas dazu, was davor nicht dagewesen ist – sieht man von einer unbeholfenen Stealth-Mission ab, in der man ganz Starfox -ntypisch Schalter zum Türen-öffnen suchen und drücken muss.

Oftmals muss man Erwartungen drosseln und ein Spiel zu seinen eigenen Konditionen akzeptieren. Hört man Designlegende Miyamoto darüber sprechen, so geht es ihm primär darum, alte und kitschige Cartoon-Abenteuer im Stil von Thunderbirds aufleben zu lassen. Doch selbst in diesem Bereich enthält Star Fox Zero eigentlich so gut wie keine Elemente, die das erkennen lassen. Die wenigen Ansätze einer Story stammen praktisch exakt aus Starfox 64 und es gibt nicht einmal Versuche die Charaktere mit mehr Persönlichkeit oder die Welt mit unverwechselbaren Details zu füllen.

Wie man es also dreht und wendet, angesichts der hochkarätigen Wii U-Spielebibliothek ist Star Fox Zero eine Bauchlandung. Mit einer gewaltigen Lernkurve, die in keinem Verhältnis zum Content steht, der dahinter verborgen liegt, ist der Titel als Vollpreis-Produkt nur wahren Fans zu empfehlen.

Plattform: Wii U (Version getestet), Spieler: 1-2, Altersfreigabe (PEGI): 7, Release: 22.04.2016, starfoxzero.nintendo.com


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Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis? Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.



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