Stadt sucht Regierung

Lustig ist sie ja schon, die Aktion Stadt sucht Regierung der Grünen nach einem Jahr Rot-Schwarz in Berlin:

Die Grünen suchen eine kompetente Regierung für Berlin.

Die Grünen suchen eine kompetente Regierung für Berlin.

Sie zeigt aber gleichzeitig auch, dass die Grünen es eben auch nicht anders machen wollen, als die von ihnen kritisierten Parteien: Laut Anzeigentext wollen die Bürger einfach nur gut regiert werden und sind schon dankbar, wenn nicht alles schief geht. Dummes Wahlvolk bleiben die Berliner – wie alle anderen Bürger – allemal.

Ich würde mich ja über eine Kampagne freuen, in der nicht das Gleiche nur ein bisschen mehr davon gefordert würde, sondern eine echte Alternative. Nämlich kein Senat aus Politikern, die schon wegen des Umstandes, dass sie überhaupt als wählbar für bestimmte Posten aufgestellt wurden, verfilzt sein müssen. Und ich meine ausdrücklich nicht, dass die Alternative ein Dauerchat im Internet wäre.

Ich fände gut, wenn es zu allen möglichen Dingen, die geregelt werden müssen, entsprechende Arbeitsgruppen geben würde, in denen Interessierte mit machen können. Wohnungsbau bzw. Sanierung, Verkehr, Energieversorung und so weiter – es gibt so viele kompetente Leute, die so viel mehr Ahnung haben als jeder Berufspolitiker – diese Kaste kann man ersatzlos streichen.

Wenn man die Leute nicht mehr zwingen würde, ihre Lebenszeit mit Scheißjobs zu verschwenden – wie viel wäre dann möglich! Die Aufgaben für eine bessere Gesellschaft sind ja durchaus überschaubar: Genügend Wohnraum, gesunde Ernährung, Bildung für alle, soviel jeder will und dann kann man sich um den Rest kümmern, etwa, dass Busse und Bahnen fahren, die Leute in Krankenhäusern nicht noch kranker werden, weil am Nötigsten gespart werden muss, oder dass ein Flughafen, wenn die Leute meinen, einen zu brauchen, auch vernünftig geplant und gebaut wird.

Eine neue Regierung allein wird nichts besser machen. Auch eine Grün-Bunte nicht. Oder ist etwa in Baden-Württemberg irgendetwas besser geworden?!