“Spontan” kam dann doch alles ganz anders

Von Tino @tinontour

Ach war ich die Tage stolz auf mich … eine Spontanität, die ich mir selbst nicht zugetraut hätte: einfach mal so mitten in der Nacht einen Flug für den kommenden Tag gebucht. Aber diese Spontanität hatte zwei treibende Gründe: (1.) Lust auf Erholung und Ruhe und (2.) ein unschlagbarer Flugpreis.

Abflug von Osaka

Nachdem ich die letzten zwei Monate fast ausschließlich in Städten (Kathmandu ->Singapur -> Hong Kong -> Macau -> Shanghai -> Tokio -> Kyoto -> Osaka undKobe ; Ausnahmen waren kurze Ausflüge nach Lamma Island und Mt. Fuji)  verbracht hatte, wollte ich einfach mal raus, Natur genießen und abschalten. Im konkreten Fall wollte ich zwei bis drei Tage auf einer der tropischen Inseln Japans – mehrere Kilometer südlich von der Hauptinsel – entspannen. Ich musste auch nicht lange überlegen, ob ich den Flug buche oder nicht – für knapp 40,- € (einfache Strecke von Osaka nach Naha) mal schnell auf eine tropische Insel. Wer würde dazu schon nein sagen 

Abflug von Osaka

Zunächst verlief auch alles super. Der Flug (mit Jetstar) klappte reibungslos und nach knapp 2 Stunden war ich in Naha; der größten Stadt auf Okinawa. Auf dem Flug habe ich das gesehen, was ich die nächsten Tage genießen wollte: fantastische Inseln mit traumhaften Stränden und türkisblauen Wasser

ups, was macht der Regenbogen hier in den Wolken – der erste Vorbote auf schlechtes Wetter?

Für die ersten beiden Nächste hatte ich mich in einem Hostel einquartiert. Warum zwei Nächte? Gute und berechtigte Frage. Wollte ich doch eigentlich keine Stadtbesichtigung machen und auf eine der kleineren Inseln weiter reisen. Der Hauptgrund war einfach, dass ich am Abend in Osaka einfach zu müde war mir Gedanken über das genaue Endziel zu machen und außerdem die Hauptreisewoche hier in Japan war, d.h. die Auswahl etwas eingeschränkt war. So hatte ich mich dann auch an meinem Tag in Naha eher mit diversen Internetrecherchen beschäftigt und mich dann auch letztendlich entschieden: es sollte auf eine der Kerama Inseln (mehr als 15 größere und kleinere Inseln; u.a. Zamami, Aka und Tokashiki) gehen – wohin genau wollte ich dann am Anreisetag festlegen. Da die erste Fähre 10 Uhr von Naha aus in Richtung Zamami startet und etwas mehr als 1 Stunde benötigt, wäre also genügend Zeit. Ein Großteil meines Gepäcks kann ich im Hostel in Naha lagern … das macht es zudem um einiges einfacher.

Über den Wolken … strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und weiße Wolken … da musst ein Foto sein

Und was soll ich sagen – hochmotiviert und voller Vorfreude staretete ich zum Fährhafen und erfuhr dort: “no ferry today – sorry typhoon” … was bedeuten sollte, es ist ein Taifun im Anmarsch und aufgrund diesen wurde der Fährbetrieb leider eingestellt. Und so erging es mir die folgenden zwei Tage auch noch  – jedoch bin ich da morgens aufgestanden und hatte aus dem Hostel anrufen lassen.

Die erste Insel die Erholung und traumhafte Landschaften verspricht vom Flugzeug auf dem Weg von Osaka nach Naha (Okinawa; Japan)

Nun gut, ändern konnte man es nicht. Wenigstens war hier in Naha selbst vom Taifun nicht so viel zu spüren. Natürlich Wolken, häufig, kräftige und sehr spontane Regenschauer und starker Wind – aber glücklicherweise keine großen Unwetter und da muss man ja schon mal froh sein. Und was habe ich nun die ganze Zeit gemacht?NICHTS … und das war verdammt schön. In den 6 Monaten die ich nun schon unterwegs bin, hatte ich glaube noch keine so lange Zeit, wo ich mich mit vielen kleinen privaten Dingen beschäftigen konnte. Und da ist einiges liegen geblieben: Backup meiner Daten, Beantwortung diverser E-Mails, Klärung und Planung meiner Finanzen, Arbeiten am Reiseblog, usw. … und ich muss auch sagen, dass ich leider nicht alles geschafft habe, was so zu erledigen wäre 

Anflug auf Naha (Okinawa; Japan)

Für morgen wurde vorhergesagt, dass der Fährbetrieb wieder normal laufen soll. Das heißt für mich ich kann auf die Insel und hoffe dort natürlich auf gutes – oder eigentlich – sehr gutes Wetter. Außerdem auch, dass meine doch heute Abend noch gewaschene Wäsche morgen früh trocken ist und die inzwischen rausgesuchte Unterkunft auch weiterhin verfügbar ist. Meine Erwartungen sind inzwischen aber so hoch, dass ich Angst habe enttäuscht zu werden … also bitte alle Daumen drücken ! 

 

Bist Du schon mal auf Okinawa gewesen? Welche der Inseln hat Dich besonders gefallen? … noch bin ich ja nicht weg und jeder Vorschlag ist herzlich willkommen 

Restaurant-Empfehlung: Mahoroba

Nette und liebe gestaltete Deko im Restaurant Mahoroba in Naha (Okinawa; Japan)

Zum Schluss möchte ich Euch noch ein kleines Restaurant in Naha empfehlen, was ich wirklich toll fand und auch gleich mehrfach hier zum Essen war … ich hatte ja Zeit und eines kann man in ganz Japan und besonders auch hier in Naha ganz gut: und das ist vorzüglich speisen. Ich bin kein Fan von großen und eher touristisch ausgerichteten Restaurants. Leider hat man in Japan häufig nicht so viele Möglichkeiten in eher kleineren und lokalen Restaurants zu essen – denn viele Speisekarten sind nur in Japanisch und ohne Bilder verfügbar und die Angestellten sprechen nur bedingt Englisch. In Naha habe ich über Couchsurfing Kontakt zu Yutaro hergestellt. Er hat mir nicht nur mit einigen Tipps und Ratschlägen weiter geholfen, sondern auch in Restaurants geführt in die ich sonst leider aufgrund des kleinen Sprachproblems nicht gehen kann. Besonders gefallen hat mir das Mahoroba nicht weit von der Haupteinkaufsstraße “Kokusai Dori” in Naha.

Sehr freundliche und reiseerfahrene Besitzer vom Mahoroba in Naha (Okinawa; Japan): Yoshio und seine Frau Akari

Was war so toll an dem Restaurant? Einfach (fast) alles in meinen Augen: es ist ein sehr kleines familiengeführtes Restaurant, es gibt sehr gutes und leckeres Essen, es ist gemütlich und mit einer ganz eigenen Note eingerichtet und die Besitzer sind überaus freundlich. Das Mahoroba wird von Yoshio Otani und seiner Frau Akarigeführt. Beide sind vor knapp 3 Jahren selbst mehrere Monate in Asien, Europa und Südamerika unterwegs gewesen … und ich finde dies sieht und spürt man auch irgendwie in der liebevoll gestalteten Einrichtung. Die Speisekarte ist leider nur in Japanisch verfügbar, aber mitYutaro hatte ich einen sehr guten Dolmetscher. Viel gibt es aber auch nicht zu erklären, denn Akari und Yoshio haben sich auf ein spezielles Nudelgericht konzentriert.

Stir Noodles mahoroba
Öffnungszeiten:
Mo-Sa: 11:30 – 14:30, 17:30 – 22:30
(Dienstag Ruhetag)
So: 11:30 – 21:30
Standort in Google-Maps zeigen

Überall in Japan kann man verdammt leckere Ramen-Gerichte (wenn ich sage Nudelsuppe wäre das etwas untertrieben, aber auch nicht ganz falsch) essen. Hier im Mahoroba bekam ich jedoch eine Variante, die ich bisher noch nicht kannte. Wenn ich es mir richtig notiert hatte hieß es “Mazemen Kogashi” … das gab es in der traditionellen Variante, in einer scharfen Variante und mit extra Käse. Zusammen mit einem kleinen Salat und einer traditionellen Miso-Suppe für ca. 750 JPY (etwas weniger als 6 EUR) ein verdammt leckeres Menü … ich habe die leicht scharfe und die Käsevariante probiert und beide waren lecker. Geschmackssache, aber etwas besser fand ich die mit Käse