Spielgruppen tun auch Müttern gut

Von Bine

Wir besuchen seit August zwei neue Spielgruppen und ich möchte euch meine ersten Eindrücke schildern. Vorweg kann ich sagen, dass ich sehr glücklich mit beiden Angeboten bin. Wir gehen sowohl zum Mutter-Kind-Turnen als auch zu einer Musikgruppe. Beide Gruppen sind für Kinder im Alter von 2-3 ausgelegt und auch wenn Mini mit seinen frisch gebackenen zwei Jahren der Jüngste ist, hat er nicht weniger Spaß. Die Kurse finden über das Erzbistum Köln statt. Einem kirchlichen Träger, der in verschiedenen Städten Kultur- und Bildungsprogramme anbietet. Unter anderem auch für Familien.

Als vor einigen Monaten die Physiotherapie des Minis endete, riet mir die Therapeutin, auch weiterhin etwas für seine Muskulatur zu tun, besonders die Rumpfmuskulatur. Da bot sich Kinderturnen an.
Ich wollte gerne mit dem Mini zusammen eine Turngruppe besuchen, damit wir ein wenig Exklusivzeit verbringen können, abseits von Haushalt und anderen Verpflichtungen. Ich wollte mich wieder ungehindert dem Kleinen widmen, denn durch den Hausbau bin ich oft abgekämpft und mache Vieles nebenbei. Es stärkt noch einmal unsere Bindung und wir lernen uns aufeinander zu verlassen. Außerdem tut mir die Bewegung gut. Wir laufen, hüpfen, kugeln über den Boden und ich helfe Mini bei den Geräteübungen. Alles ohne Druck und nur das, was er machen möchte. Er kann alle Übungen mitmachen oder nur zuschauen. Kein Kind wird gezwungen. Das gefällt mir besonders gut. Denn ich halte nichts davon, Kinder in diesem Alter zu etwas zu zwingen, dann machen sie es später nicht mehr und verlieren die Neugierde. Anregen kann ich Mini immer, aber wenn er partout nicht möchte, lasse ich ihn. Oft kommt das Interesse von ganz alleine. Wenn andere Kinder über die Matte springen, möchte er es auch. Also, kein Stress. Die Neugierde siegt am Ende immer.

Mir tut aber nicht nur die Bewegung gut, sondern die Begegnung und der Austausch mit anderen Müttern. Man könnte es jetzt "Leidensgenossinnen" nenne, aber ich bevorzuge "Gleichgesinnte". Dort sind Frauen, die in der gleichen Lebenssituation sind. Sie verstehen, dass man mal müde ist und sich der Tag hauptsächlich um Kinderthemen dreht. Ich muss mich nicht verstellen, aufzählen, was ich schon "Produktives" geleistet habe oder erklären, warum die Frisur nicht sitzt. Es ist unverkrampft und ich kann mir gute Tipps von den Müttern holen. Eine wunderbare Auszeit. Ich bin danach ganz anders aufgelegt. Ausgeglichen und der Kopf ist frei. Daher kann ich jeder Mutter solche Kurse empfehlen. Sie reinigen das angespannte Ich und bieten Möglichkeiten für neue Kontakte. Und wer schon per se ausgeglichen ist, wird einfach Spaß haben. Ich freue mich, wieder einen neuen Kurs gefunden zu haben.

Daneben besuchen wir einen Musikkurs. Mir wurde vorher schon gesagt, wie toll die Kursleiterin ist und ich kann sagen, dass alle Recht hatten. Sie ist wie für Kinder gemacht. Sie begleitet einen Großteil der Stunde die Lieder, Kniereiterspiele oder Tänze mit Ihrer Gitarre. Dabei kennt sie keine Berührungsängste. Zu Beginn der Stunde dürfen die Kinder die Gitarre erst einmal "wecken". Die schläft ja immer in ihrem Koffer und muss durch kräftiges Klopfen auf denselbigen aus dem Schlaf geholt werden. Dieses Ritual habe die Kinder schnell verinnerlicht und freuen sich jedes Mal darauf. Außerdem hat sie schöne kleine Instrumente mit. Rasseln, Schellen oder Klappern. Kinder und Eltern dürfen mitmachen. Auch hier ist es egal, ob die Kinder nur zuhören oder aktiv mitmachen. Hauptsache sie haben Spaß. Der Mini ist in diesem Kurs auch noch schüchtern und will hauptsächlich auf meinem Schoß mitmachen. Dafür spielt er zu Hause alles nach, was mir zeigt, dass es ihm der Kurs Freude bereitet. In der letzten Stunde hat er sich auch an ein Rasselei getraut und kräftig mitgemacht. Der Kurs soll in erster Linie das Gehör und Taktgefühl schulen, wenn man überhaupt von einem Lerneffekt ausgehen möchte. Die Kinder lernen erste Lieder und Tänze kennen und dass Musik einfach glücklich machen kann. Mini hat jetzt genau das richtige Alter. Er erkennt die Musikinstrumente wieder und kann sich zur Musik bewegen. Ein Mitmachkurs hat in meinen Augen unter einem Jahr noch keinen Sinn.

Ich bin sehr froh, diese Kurse gefunden zu haben. Mini fragt jeden Tag nach "Tanzen" und "Turnen" und weiß jetzt schon, dass es losgeht, sobald Mama die Tasche packt und wir zum Auto damit gehen.

Macht ihr auch Kurse mit euren Kindern? Wenn ja, welche? Vielleicht habt ihr Anregungen für mich.

Bine