Spiele-Review: My Hero One’s Justice 2 [Nintendo Switch]

„My Hero Academia" genießt spätestens seit seiner gleichnamigen Anime-Adaption aus dem Jahr 2016 große Beliebtheit. Seither inspirierte das Franchise mehrere Anime-Staffeln, zwei Anime-Filme und bekommt demnächst sogar eine Realverfilmung aus Hollywood. Mit „My Hero One's Justice" erhielt das Franchise im Oktober 2018 seine erste Videospiel-Adaption, die unser Redakteur Noé bereits für euch getestet hat.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Publisher Bandai Namco Entertainment nun den Nachfolger, der den unspektakulären Titel „My Hero One's Justice 2" trägt. Wie uns der zweite Teil rund um die Nachwuchshelden gefallen hat, erfährt ihr in unserer Review.

Bekannter Held, neuer Schurke

Auch dieses Mal steht Protagonist Izuku Midoriya im Fokus, der wie sein großes Idol All Might ein Superheld werden möchte. Allerdings scheint dieser Traum nicht in Erfüllung zu gehen, denn er gehört zu den wenigen Menschen, die keine besondere Fähigkeit haben. Doch als er eines Tages zufällig All Might über den Weg läuft, wird sein Leben komplett auf dem Kopf gestellt.

„My Hero One's Justice 2" knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an. Während der erste Teil die Handlungsabschnitte vom „Hero Killer"-Arc bis zum „Hideout Raid"-Arc adaptiert, treffen wir nun auf einen neuen Schurken: Kai Chisaki, besser bekannt als „Overhaul". Dieser ist Anführer der Acht-Silas-Gesellschaft der Unreinheit des Todes, die das Ziel verfolgt, mithilfe eines Mittels die Macken der Menschen zu annullieren. Nun liegt es an uns „Overhaul" die Leviten zu lesen und die Menschen vor seinen bösen Machenschaften zu retten.

Held oder doch Schurke?

Im Story-Modus spielen wir zunächst aus der Sicht der Helden, wobei wir in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen können. Ähnlich wie bei seinem Vorgänger sind animierte Zwischensequenzen eine Seltenheit, was sehr schade ist. Sobald wir die Story abgeschlossen haben, können wir die Handlung aus der Sicht der Schurken nachspielen, was eine willkommene Abwechslung ist.

Im Spiel stehen uns 37 spielbare Charaktere zur Verfügung, die über die verschiedensten Fähigkeiten verfügen. Somit spielt sich jeder Held bzw. Schurke anders. Ähnlich wie bei den meisten Anime-Prüglern setzt auch „My Hero One's Justice 2" auf eine Vielzahl an Kombos, die prinzipiell auch durch bloßes „Knöpfe hauen" ausgeführt werden können. Mithilfe von „Plus-Ultra"- Angriffen können wir zudem ansehnliche Spezialattacken ausführen. Beim Kämpfen sind wir allerdings nicht auf uns alleine gestellt. Per Knopfdruck können zusätzlich zwei Helden angefordert werden, die uns tatkräftig unter die Arme greifen.

Das Kämpfen selbst macht zwar sehr viel Spaß, aber die träge Kameraführung erschwert es mit den Geschehnissen Schritt zu halten. So werden beispielsweise Hindernisse oder feindliche Angriffe erst spät bemerkt, da die Kamera einfach nicht mithalten kann. Hinzu kommen die oft unpräzisen Bewegungen, die uns an einigen Stellen zur Weißglut gebracht haben.

Spiele-Review: My Hero One’s Justice 2  [Nintendo Switch]© Bandai Namco Entertainment

Zusammen macht's mehr Spaß

Neben der Story umfasst das Spiel auch einen Arcade-Modus sowie einen Missionsmodus. Bei letzterem handelt sich um eine Ausdauer-Herausforderung, bei der wir gegen eine Gruppe von Gegnern antreten müssen. Das Besondere: Unsere Energie wird nach einem Kampf nicht wiederhergestellt.

Darüber hinaus gibt es einen „Arcade"-Modus bei dem uns alle Charaktere gleich zu Beginn zur Verfügung stehen. Hier verfügt jeder Charakter über drei verschiedene Routen mit jeweils fünf Kämpfen, die man durchlaufen kann. Mit der schier großen Anzahl an Charakteren hat man daher einiges zu tun, was mit der Zeit aber doch eher langweilig wird.

„My Hero One's Justice 2" kann nicht nur alleine gespielt werden, sondern auch im lokalen bzw. online Mehrspielermodus. Erfahrungsgemäß macht das Kämpfen mit mehreren Spieler_Innen deutlich mehr Spaß als alleine. Daher empfehlen wir euch mit Freunden, Bekannten, Geschwistern oder Eltern zu spielen und gegeneinander anzutreten.

Die Musik ist eher durchschnittlich und sticht nicht wirklich heraus. Umso besser ist die Synchronisation. Hierfür wurden die Original-Sprecher aus dem Anime verpflichtet, die allesamt überzeugen. Auf eine deutsche Synchronisation wurde aber leider verzichtet.

Fazit

„My Hero One's Justice 2" ist ein sehr unterhaltsamer Anime-Prügler, der für jeden eingefleischten Fan des „My Hero Academia"-Franchises ein absolutes Must-Have ist. Aber auch diejenigen, die bereits vom ersten Teil begeistert waren, können hier beherzt zugreifen. Allerdings kommt das Spiel nicht ganz ohne Schwächen aus. Hier soll unter anderem das simple und monotone Kampfsystem genannt werden. Zudem ist es sehr schade, dass man wenige animierte Zwischensequenzen eingebaut hat. Wer über solche kleineren Mängel hinwegsehen kann, kann beim Nachfolger aber nichts falsch machen.

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Launch-Trailer:
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