Sonntag, 19:26 Uhr

Gehetzte Gesichter, in sich gekehrte Gesichter, ausgelaugte Gesichter, stumme Gesichter, …

sei es der in Gedanken versunkene Mann, der leise in sich hinein schmunzelt, seine Tasche lässig über die Schulter geschwungen hat und sich an die vergangenen Stunden bei seiner Geliebten zurückerinnert. Er stellt sich vor, wie sie neben ihm steht und ihm zuwinkt wenn er einsteigt.

sei es die edle Dame mit ihrem langen Pelzmantel und den roten Lippen. Ihre trüben Augen verraten, dass in ihr eine tiefe, unbändige Trauer herrscht. Die Liebe ihres Lebens starb vor acht Jahren. Seitdem ist sie kalt geworden und lässt sich nicht anmerken, dass ihre Hände zittern.

sei es der schüchterne Junge mit dem schweren Rucksack. Seine Eltern haben ihn vor fünf Minuten am Parkplatz verabschiedet. Für ihn beginnt ab Morgen eine neue Zeit. Hinter der Glasscheibe sieht er zu wie ein junges Mädchen von ihren Eltern in die Arme genommen wird und hofft, dass sie sich zu ihm setzt.

sei es die Frau mit theatralischen Ambitionen in der Stimme und tanzenden Bewegungen in ihrer Gangart, woher sie kommen weiß sie nicht, alles was sie in diesem Moment weiß, ist dass sich jeder Moment des Lebens zu leben lohnt,

sie grinst mich an …