Sizilianischer Fischeintopf mit Schwertfisch, Tiger-Krabben und Jakobsmuscheln

Von Leibfood @leibfood_com

Wie Ihr bereits wisst, habe ich vor vielen Jahren in Vancouver gekellnert. Kurz vor meinem 15. Geburtstag habe ich bei einem sehr schicken Italiener ganz in der Nähe wo ich gewohnt habe einen Job bekommen. Der Besitzer war Ende 50. Obwohl für 15-jährige jeder, der älter ist als man selber viel älter aussieht. Egal, dieser Mann mit seinen weißen Haaren (oder was davon übrig war) und seinem Seidenhalstuch hatte auch noch eine klassische Blondine als Freundin. Blond, jung, aber nicht zu jung, wahrscheinlich Ende 30. Das Paar sah aus als wären sie direkt einem Film aus den 50ern entsprungen. Beide hatten Klasse und Stil. Und er brachte immer seine selbst gemachte Pâté mit. Ich habe es geliebt. Leber kann so lecker schmecken. Was für ein Unterschied zu der frittierten Leber mit Zitrone und Zwiebeln, die ich zu Hause immer bekam. Diese Pâté hat meine Beziehung zu Essen von Grund auf verändert. Kein Wunder, dass ich heute so gerne Koche und gutes Essen mir so wichtig ist.

Zurück zu meinem Job. Jede Schicht durfte sich ein Essen vom Menü aussuchen, damit man auch wusste, was man servierte und solche unglaublichen Gerichte wie Osso Buco oder Veal Scallopine probieren konnte. Oder auch Spaghettini mit Tiger-Krabben und Curry. Das waren riesige Krabben, die saftig und weich waren. Solche bekomme ich in Europa selten auf den Teller. Überhaupt, wenn Ihr mal nach Vancouver kommt, müsst Ihr Seafood essen. Das ist eine andere Welt, was das angeht. Und die Tiger-Krabben erst. Das sind riesige Krabben. Nicht solche, die man gefroren im Supermarkt kauft, und die dann zu einem Drittel zusammen schrumpfen, wenn man sie kocht. Ich habe also früh gelernt, wie wichtig die Qualität der Zutaten ist. Außerdem muss man wissen, woher der Fisch und die Meeresfrüchte kommen. Bei Krabben kommt es darauf an, wie sie gefangen werden. Also Bio-Krabben oder nicht. Fischfarmen kann man akzeptieren, wenn sie hohe Umweltstandards einhalten. Wilde Krabben sind sehr teuer und da ist es wichtig darauf zu achten, dass sie nicht aus überfischten Regionen kommen. Das gilt für jeden Fisch.

Bei diesem sizilianischen Fischeintopf mit Krabben, Jakobsmuscheln und Schwertfisch passt noch ein knuspriges Brot und ein Glas kalter Weißwein dazu. Und schon hat man ein phantastisches, leichtes Dinner. Ganz so wie bei meinem Italiener in Vancouver.

Zutaten für 4 Personen:

  • 1-2 EL Natives Olivenöl, extra virgin
  • 1 Selleriestange, klein geschnitten
  • 1 Kleine, gelbe Zwiebel, klein geschnitten
  • 1 Karotte
  • 3-4 Knoblauchzehen, als ganze Stücke (nicht geschnitten)
  • 800 g Schwertfisch (Bio), in Würfel geschnitten
  • 12 Große, rohe Krabben (Bio), geschält und den Darm entfernt (gibt’s beim Fischhändler)
  • 8 Große, frische Jakobsmuscheln (Bio)
  • 20 Cherry-Strauchtomaten (200 g)
  • 6-8 Grüne Oliven (entkernt)
  • 2 EL Kapern
  • 240 ml Trockener Weißwein
  • 60 ml Wasser
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

1. In einem Eisentopf mit Deckel das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Dann die Zwiebeln, die Sellerie, die Karotten und die Knoblauchzehen dazu geben und sautieren, bis sie weich sind (3-4 Minuten).
2. Dann den Schwertfisch dazu geben bis er leicht bräunlich ist und dann kommen die Oliven, die Kapern und die Cherry-Tomaten dazu.

3. Dann den Wein, die Krabben und die Jakobsmuscheln dazu geben und auf mittlerer Stufe köcheln lassen, bis die Flüssigkeit weniger wird (ca. 3-5 Minuten). Dann das Wasser dazu geben und den Topf abdecken. Auf niedriger Stufe das Ganze 45 Minuten köcheln lassen. Zwischenduruch umrühren und prüfen, ob genügend Flüssigkeit da ist. Gegebenenfalls etwas Wasser nachfüllen (es darf nie trocken sein im Topf).

4. Enjoy !