Situation der Zöliakiebetroffenen in Baden-Württemberg – Antrag an die Landesregierung

Hallo liebe Blogleser, wie wichtig es ist, das jeder einzelne versucht das Thema Zöliakie und die Situation von Betroffenen bekannter zu machen, möchten wir euch anhand der Aktivitäten von Nina zeigen. Nina hat selbst Zöliakie und bloggt unter ihrem Synonym  “Stuttgarts Kesselkind”. Und nun hat sie ihre Stelle als persönliche Referentin des gesundheitspolitischen Sprechers der FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg genutzt, um gemeinsam mit ihrem Chef Jochen Haußmann einen Antrag zur Diskussion zur Situation der Zöliakiebetroffenen in Baden-Württemberg einzubringen und es kam auch schon eine Antwort der Landesregierung. Auch die Deutsche Zöliakie Gesellschaft ist informiert und es ist wichtig die Meinungen von Betroffenen zu dieser Stellungnahme mit einzubeziehen. Was sagt ihr zu den Kommentaren des Minister für Soziales und Integration?

Nina – Stuttgarts Kesselkind

Nina SommerNina Sommer

Wir folgen schon seit 2014 dem Blog “Stuttgarts Kesselkind” http://kesselkindheit.blogspot.com/. Nina stellt dort ihre Stadt Stuttgart vor und zeigt wo die glutenfreien HotSpots sind und was man dort sonst so alles machen kann. 

Ihre Aktion – Antrag 4093 – Zöliakie

Nina hat 2018 die Stelle als persönliche Referentin des gesundheitspolitischen Sprechers der FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg angetreten. Gemeinsam mit ihrem Chef Jochen Haußmann hat sie einen Antrag zur Situation der Zöliakiebetroffenen eingebracht. 

Sie hat dazu Punkte formuliert die zur Situation der Zöliakiebetroffenen in Baden-Württemberg betrachtet werden sollen und am 17.05.2018 an die Landesregierung weitergegeben.

Begründung zum Antrag

In den letzten Jahren stiegen das Erscheinen und die Häufigkeit der Krankheit Zöliakie von Jahr zu Jahr an. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, welche durch eine Gluten-Intoleranz verursacht wird. Es handelt sich hierbei um eine chronische Erkrankung, mit großer Präsenz in ganz Europa. Von Zöliakie betroffene Personen müssen eine strenge glutenfreie Diät einhalten. Aus Sicht der FDP/DVP-Landtagsfraktion sind damit Patienten zwingend auf eine ausreichende Versorgung mit glutenfreien Lebensmitteln gerade in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen angewiesen. Aus Anlass des Welt-Zöliakie-Tags 2018 in Ludwigshafen am Rhein soll der vorliegende Antrag die gegenwärtige Situation der Zöliakiebetroffenen in Baden-Württemberg aufarbeiten und überprüfen, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Verbesserungen notwendig sind.

Mittlerweile hat die Landesregierung Baden-Württemberg auch geantwortet und im September 2018 soll das Thema im Sozialausschuss besprochen werden.

Wir haben die Antworten von Manfred Lucha MdL, Minister für Soziales und Integration als eingerückten Kommentar darunter geschrieben.

Was sagt ihr zu den Antworten?

Nina sammelt die Antworten und Anregungen sowohl hier am Blog als auch unter den Artikeln auf unserer Zöliakie Austausch Fanpage und in unserer Facebook Gruppe.


Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen
zu berichten,

1. wie viele Personen derzeit in Baden-Württemberg von Zöliakie betroffen sind bzw. wie oft eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert wurde;

Die Prävalenz der Zöliakie beträgt nach den Angaben der Deutschen Zöliakie Gesellschafte.V. (DZG) in Deutschland 0,5 — 1 % der Bevölkerung. Gesonderte Daten für Baden-Württemberg liegen dem Ministerium für Soziales und Integration nicht vor.

2. welche Kenntnisse sie über Mehrkosten hat, die sich für einen Haushalt in Baden-Württemberg ergeben, der aufgrund von Zöliakie auf eine glutenfreie Ernährung umgestiegen ist;

Der f‌inanzielle Mehraufwand, der durch eine glutenfreie Ernährung für einen Haushalt entsteht, beläuft sich pro Person nach Angaben der DZG auf ca. 100 € im Monat.

3. wie die Umsetzung und Einhaltung der Allergenkennzeichnungspflicht von unverpackter Ware (beispielsweise in der Gastronomie) in Baden-Württemberg sichergestellt wird;

Ob und wie die Pf‌licht zur Allergenkennzeichnung durch die verantwortlichen Lebensmittelunternehmen umgesetzt bzw. eingehalten wird, überprüft die amtliche Lebensmittelüberwachung im Rahmen ihrer Kontrollaufgaben. Bei Fehlen der Allergenkennzeichnung stehen Sanktionsmöglichkeiten nach der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung zur Verfügung.

Für die Art und Weise der Allergenkennzeichnung wurden als Handreichung für die Behörden und Hilfe für die Unternehmen Hinweise für die Kennzeichnung unverpackter Lebensmittel als Ergänzung zu den geltenden Rechtsvorschriften erarbeitet und veröffentlicht.

Für Verbraucher sind viele glutenfreie Lebensmittel an dem DZG-Prüfsiegel, die durchgestrichene Ähre, erkennbar. Die DZG bietet darüber hinaus eine App an, die Menschen mit Zöliakie den Alltag erleichtert. Betroffene haben somit die Möglichkeit, ihre Lebensmittelselbständig auf Inhaltsstoffe wie Gluten zu prüfen. Die App kann bspw. bei Restaurantbesuchen oder auf Reisen Zöliakiebetroffenen Auskünfte über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln geben. Die DZG prüft und aktualisiert täglich die Datenbank ihrer App, um Nutzerinnen und Nutzern eine hohe Sicherheit zu gewährleisten.

4. inwieweit für Zöliakiebetroffene in Baden-Württemberg eine Versorgung mit glutenfreien Nahrungsmitteln in Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern garantiert ist;

Sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeheimen ist die Versorgung mit glutenfreien Nahrungsmitteln für Patientinnen und Patienten in der Regel sichergestellt. Gemäß 5 10 Abs. 1 Nr. 5 des Wohn, Teilhabe- und Pf‌legegesetzes darf eine stationäre Einrichtung für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf oder mit Behinderung unter anderem nur dann betrieben werden, wenn eine angemessene Qualität der Verpf‌legung in der stationären Einrichtung sichergestellt ist. Wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner von Zöliakie betroffen ist, so ist das bei Aufnahme in die stationäre Einrichtung zu dokumentieren und entsprechend bei der Ernährung zu berücksichtigen.

Es prüfen sowohl die unteren Heimaufsichtsbehörden bei ihren Heimbegehungen als auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei seinen Qualitätsprüfungen, ob die Betroffenen bedürfnisorientiert und bedarfsgerecht verpflegt werden.

Grundsätzlich haben Patientinnen und Patienten im Krankenhaus Anspruch auf die Versorgung, derer sie nach Art und Schwere ihrer Erkrankung bedürfen (vgl. 5 30 LKHG). Sofern eine Zöliakie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Krankenhauses bekannt ist, sollten Zöliakiebetroffene dementsprechend eine glutenfreie Diät erhalten. Derzeit liegen der BWKG—Geschäftsstelle keine systematisch erfassten Daten zur Versorgung von Zöliakiebetroffenen mit glutenfreien Nahrungsmitteln in Pflegeheimen und Krankenhäusern vor.

In den sog. Strukturierten Qualitätsberichten benennen zwar fast alle Krankenhäuser allgemein die Vorhaltung „diätetischer Angebote“ — eine spezif‌ische Darstellung zur Versorgung mit glutenfreien Nahrungsmitteln erfolgt gegenwärtig aber nicht.

5. wie die Versorgung von Zöliakiebetroffenen im Alltag durch die Essenausgabe in Schulen- und Universitätsmensen sowie Kantinen am Arbeitsplatz sichergestellt wird;

Auch in Schulen- und Universitätsmensen sowie Kantinen am Arbeitsplatz besteht die Pf‌licht zur Kennzeichnung der 14 häufigsten Allergene. Die Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpf‌legung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. empfehlen glutenfreie Produkte aus Amaranth, Buchweizen, Hirse oder Mais oder zum Andicken von Soßen z. B. Guarkernmehl, Johannisbrotkemmehl, Kartoffel- oder Maisstärke zu verwenden. Eine Pf‌licht zum Angebot dieser Produkte besteht nicht. Oft spielt die Größe der Einrichtung eine entscheidende Rolle, ob zusätzliche Angebote für Zöliakiepatienten möglich sind. Die Essensausgabe an Schulmensen liegt im Verantwortungsbereich der Schulträger.

6. wie weit der aktuelle Stand der Forschung zur Behandlung und Heilung von Zöliakie ist;

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Die Therapie für die Betroffenen besteht in einer strikten lebenslangen glutenfreien Diät. Eine Heilung z. B. durch ein Medikament ist nach aktuellem Forschungsstand noch nicht möglich.

Es gibt aktuell Forschungsansätze zu:

  • therapeutischen Impfstoffen zur Induktion von lmmuntoleranz bei Zöliakie als Additivum zur glutenfreien Diät,
  • Substanzen, die die toxischen Peptide im Darmlumen inaktivieren,
  • Substanzen, die die Passage von Gliadin in die Darmschleimhaut verhindern sollen,
  • Substanzen, die lmmunprozesse in der Lamina propria inaktivieren — 2.8. hat ein Impfstoff, der Epitope der Gluten-spezif‌ischen CD4 —positiven T—Zellen enthält, geradePhase I Studien durchlaufen.
  • Verschiedene neu entwickelte Medikamente bef‌inden sich in der Prüfung (Phase I oder II).

7. wie von der Landesregierung die Tatsache beurteilt wird, dass Zöliakiepatienten, die sich nachweislich an eine glutenfreie Diät halten und damit frei von Symptomen sind, beim Abschluss von Versicherungen benachteiligt bzw. nicht aufgenommen werden;

Wenn Versicherungen eine Gesundheitsprüfung vor Abschluss des Vertrages durchführen, wird bei Zöliakiepatienten wie bei anderen chronisch Erkrankten das Kostenrisiko ermittelt und auf dieser Grundlage über die Aufnahme und Einstufung entschieden.

8. inwieweit Maßnahmen geplant sind, um die Situation von Zöliakiebetroffenen in BadenWürttemberg in Hinblick auf ihre Versorgung, Finanzierung und Heilbarkeit zu verbessern.

Spezielle Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Zöliakiebetroffenen in Baden-Württemberg in Hinblick auf ihre Versorgung, Finanzierung und Heilbarkeit sind derzeit nicht in der Planung.

Antrag von Haußmann, Dr. Rülke, Dr. Aden, Dr. Kern, Hoher, Reich-Gutjahr FDP/DVP , 17.05.2018

Antworten von Manfred Lucha MdL, Minister für Soziales und Integration


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