Sightseeing in Braunschweig – Verführung der Sehenswürdigkeiten

Ein Kurztrip, das bedeutet die perfekte Erholung. Meistens reicht mir schon ein Wochenende, um abzuschalten. Folglich wird durch die Kurztrips die Zeit zwischen den langen Reisen erträglicher. Welche Städte in Deutschland eignen sich für einen Kurztrip? Bei meiner Aufzählung wäre ich nicht spontan auf Braunschweig gekommen. Doch schon bei der Vorab-Recherche war ich begeistert von der Vielfalt der Stadt. Die Stadt ist alt, sie ist Jahrhunderte gewachsen. Die Stadt ist jung, sie beherbergt drei Hochschulen und eine Vielzahl an Forschungseinrichtungen. Sie ist trendy, es gibt viele individuelle Geschäfte und Restaurants, jenseits der großen Ketten. Uns sie ist Kultur, die Stadt hat eine ungewöhnlich hohe Museumsdichte.

Bei meinem Spaziergang und beim späteren Rundgang mit der Gruppe habe ich Schönes gesehen, Interessantes erfahren und viel Neues gelernt. Hier kommt ein Überblick über Braunschweig.

Von dieser Stadt lasse ich mich gern verführen!

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KURZE GESCHICHTE VON BRAUNSCHWEIG

Erste Siedlungen in der Gegend um Braunschweig gab es schon sehr früh, angeblich vor 270.000 Jahren. Nach einer mündlichen Überlieferung wurde die Stadt 861 gegründet, erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1031. Die Urkunde von damals ist die Weihurkunde der Magnikirche, die bis heute existiert. Das Magniviertel ist das älteste Viertel von Braunschweig, dort kann man besonders schön bummeln.

Besondere Bedeutung bekam Braunschweig erst durch Heinrich den Löwen (1129-1195), dieser baute sie zu seiner Residenzstadt aus. Im Mittelalter war die Stadt über 300 Jahre Mitglied der Hanse. Die Lage von Braunschweig war günstig, durch den Fluss Oker war die Stadt schiffbar, auch lag sie an mehreren bedeutenden Handelsstraßen. Demzufolge konnte der Handel in der Gegend florieren.

Im II. Weltkrieg wurde Braunschweig stark zerstört, denn wichtige Zweige der Rüstungsindustrie und bedeutende Kriegsbetriebe hatten dort ihre Niederlassungen. Heute ist fast alles wieder aufgebaut und restauriert.

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St. Magni

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Altes Rathaus mit Marktplatz und Marienbrunnen

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Gewandhaus und Martinikirche bilden den bürgerlichen Kern der Stadt.

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Veltheimsches Haus und Huneborstelsches Haus – zwei adelige Stadthäuser mit reich verzierten Fachwerkfassaden

BRAUNSCHWEIG UND DIE WELFEN

Das Adelsgeschlecht der Welfen kennt vermutlich dank Gala und Co. jeder. Das verdanken wir vor allem dem Prinzen Ernst August von Hannover, der von der Presse auch „Prügelprinz“ betitelt wird, da er nicht nur ein Mal handgreiflich gegenüber Reportern wurde. Zum Ruhm hat auch seine Hochzeit mit der Prinzessin Caroline von Monaco beigetragen, denn Caroline hat ein wenig Glamour nach Niedersachsen gebracht.

Dass die Welfen das älteste Adelsgeschlecht Europas sind, wissen vermutlich nicht alle – ich wusste es nicht. Das ursprünglich aus Franken stammende Adelsgeschlecht lässt sich auf das 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Graf Welf I wurde 819 urkundlich zum ersten Mal erwähnt.

Braunschweig verdankt seine Bedeutung einem anderen Welfen, Heinrich dem Löwen. Er war neben seinem Cousin Friedrich Barbarossa,  der bedeutendste Mann seiner Epoche. Die Welfen regierten Braunschweig bis zur Abdankung des letzten Herzogs 1918. Lange Zeit war es die Residenzstadt der Welfen. Lediglich in den Jahren 1432 bis 1753 zog das Adelsgeschlecht in deren neue Residenzstadt Wolfenbüttel. 1753 kamen die Welfen zurück nach Braunschweig, da ihr neue Schloss fertiggestellt wurde.

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Burgplatz mit Dom und Löwen

BURG DANKWARDERODE

Hier startet unser Rundgang, die wichtigsten Gebäude des Mittelalters umringen den Burgplatz. Die Burg Dankwarderode gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen von Braunschweig. Erbaut wurde sie ca. 1160-1175 von Heinrich dem Löwen. Wie schon oben erwähnt, fühlte dieser sich in Braunschweig sehr wohl, baute daher hier seine Residenz, die Burg Dankwarderode. Als Vorbild diente die Kaiserpfalz in Goslar, die Ähnlichkeit zwischen den Gebäuden ist unverkennbar. Ein Löwe war Heinrichs Herrschaftssymbol. Die Löwen-Statue, welche ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Braunschweig ist, kann man heute auf dem Burgplatz bewundern. Es ist ein Nachbau des original Bronzegusses von Heinrich dem Löwen. Das Original kann man hingegen in der Burg Dankwarderode sehen, wo sich heute die Mittelalter-Abteilung des Herzog-Anton-Ulrich-Museums befindet.

Braunschweig ist deutlich älter als die Burg, daher stand an der Stelle der Burg Dankwarderode schon früher eine Brunonische Burg. Die Brunonen waren ein sächsisches Adelsgeschlecht, nach denen die Stadt Braunschweig benannt wurde.

Zwischen der Burg und dem Dom befindet sich ein direkter Zugang, dadurch konnte der Herzog sich jederzeit eine Aus- oder Betzeit gönnen. Der zweite Übergang zwischen der Burg und dem Kaufmannshaus stammt aus dem 20. Jahrhundert, er wurde vom Hermann Göring erbaut.

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Burg mit Übergang zum Dom

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Burg Dankwarderode

BRAUNSCHWEIGER DOM

Da Heinrich der Löwe einen direkten Zugang von der Burg zum Dom gehabt hat, kann man erahnen, dass auch er den Bau des Braunschweiger Doms in Auftrag gegeben hat. Der Bau begann nach seiner Rückkehr aus Jerusalem, von einer Pilgerfahrt.

Der Dom ist im romanischen Stil erbaut. Die ersten Seitenschiffe wurden jedoch abgerissen und im gotischen Stil wieder errichtet. Das eine Seitenschiff stammt aus der Zeit der Frühgotik, das andere dagegen ist im Tudor-Stil erbaut und stammt aus der Spätgotik. Es wird vermutet, dass die Inspiration dafür von Heinrichs zweiter Ehefrau, Mathilde von England, mitgebracht wurde.

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Dom mit frühgotischem Seitenflügel

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Secco-Malereien aus dem 13. Jahrhundert

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Grabstätte vom Heinrich dem Löwen und Mathilde von England

Heinrich und seine Ehefrau Mathilde wurden im Braunschweiger Dom beigesetzt. Der Blick der Figuren auf der Grablege richtet sich auf den Altar, in Richtung Jerusalem. Vor dem Altar steht ein 5 Meter hoher siebenarmiger Kerzenleuchter, der stark an die jüdische Menora erinnert. Gestiftet wurde dieser vom Heinrich für seine Grablege. Die Inspiration für den Leuchter holte sich der Löwe vermutlich während eines Kreuzzuges nach Israel. Durch die Verzierungen mit Blättern, Blüten und Ästen bekommt der Leuchter gleichzeitig die Bedeutung vom Lebensbaum, der das Leben und Sterben symbolisiert.

Die Sarkophage von Heinrich und Mathilde befinden sich in der Krypta des Doms. Außerdem kann man in der Krypta die Särge der Welfenfamilie bis zum 19. Jahrhundert bewundern.

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Der Lebensbaum – siebenarmiger Leuchter

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Grabmahl von Herzog Ludwig Rudolf und Christine Luise, Großeltern von Maria-Theresia von Österreich

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Domkrypta und Fürstengrablege der Welfen

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In der Unterkrypta befindet sich der Sarkophag von Heinrich und Mathilde

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Faksimile vom Evangeliar Heinrich des Löwen

Eine weitere Besonderheit des Doms ist das Evangeliar Heinrich des Löwen. In Braunschweig befindet sich das Faksimile, denn das Evangeliar gehört zu den teuersten Büchern der Welt. Das Original wird in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt, wie ich schon 2015 berichtet habe. Aus konservatorischen Gründen wird das Original nur alle zwei Jahre ausgestellt. Es ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Buchmalkunst und eins der wichtigsten und schönsten Werke von Buchmalerei in Deutschland.

RESIDENZSCHLOSS

Die Geschichte des Schlosses ist was Besonderes. Erbaut 1831, 1960 abgerissen und 2006 wieder errichtet wurde es. Das Schloss im klassizistischem Stil wurde von Carl Theodor Ottmer, einem Schüler von Karl Friedrich Schinkel. Bis 1918 war das Schloss der Hauptsitz der Welfenherzöge. Während des II. Weltkrieges wurde es stark beschädigt, daraufhin 1960 vollständig abgerissen. 2006 fand sich ein Investor, der das Schloss in seiner ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut hat, hauptsächlich anhand von Fotografien. Heute befindet sich dort das Stadtarchiv, das Schlossmuseum und die Stadtbibliothek.

Auf dem Schloss kann man die größte Quadriga Europas bewundern (nicht in Berlin, wie ich bisher geglaubt habe). Die Göttin Brunonia lenkt den Pferdewagen, auf ihrem Kopf befindet sich die Stadtmauer von Braunschweig.

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Residenzschloss der Welfen

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Quadriga mit Brunonia

HAPPY RIZZI HAUS

Von Geschichte erschlagen, gibt es noch eine letzte, moderne Station, die sehr sehenswert ist – das Rizzi Haus. Gestaltet wurde das Haus von dem New Yorker Pop-Art Künstler James Rizzi. Es ist das einzige Haus weltweit, welches von Rizzi entworfen wurde. Seinen Namen verdankt das Happy Rizzi House den vielen lachenden Gesichtern, die die Fassade verzieren.

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Happy Rizzi Haus

UND ZUM SCHLUSS DER GENUSS

Nur eine Nacht war ich in Braunschweig, gesehen habe ich aber viele verlockende Lokale, die ich am liebsten alle ausprobiert hätte. Empfehlen möchte ich heute „Die Apotheke“, eine Bar in der Altstadt, in der Nähe der Tourist-Info. Die Auswahl ist klein, die Gerichte sind sehr individuell. Nach dem Essen sollte man die Braunschweiger Spezialität „Den Borgmann“ probieren, ein Kräuterlikör.

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FAZIT

Nein, das war natürlich noch nicht alles über Braunschweig. Die Stadt hat so viel zu bieten, dementsprechend reicht mir nicht ein Artikel.  Das neu eröffnete Herzog-Anton-Ulrich-Museum bekommt einen Extra-Post. Und auch das St. Ägidien-Kloster hat so viel zu bieten, dass ich es nicht in einen Post unterbringen kann. In den nächsten Tagen gibt’s mehr.

Auf diese Reise wurde ich vom Stadtmarketing Braunschweig eingeladen, vielen Dank für dieses wunderbare Wochenende!

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