Siehst Du Adolf, so wird das gemacht

Siehst Du Adolf, so wird das gemacht"Siehst Du, Adolf, so wird das gemacht." Albert Speer nahm sich einen Kaffee vom Büfett und lächelte. Hitler, der an einem kleinen Tisch am Fenster Platz genommen hatte, um sein übliches Morgenmüsli in den Mund zu schaufeln, schüttelte unmerklich den Kopf. Seine Backenzähne schmerzten wieder, obwohl Dr. Morell ihm versprochen hatte, dass jetzt alles in Ordnung sei. Angeblich könne der Zahn eines Verstorbenen, der im Zwischenreich zwischen Himmel und Hölle auf seinen Prozess warte, überhaupt nicht weh tun. Hitler zog die Luft scharf durch die Nase ein. Könne. Nicht. Wehtun. Er spürte, was er spürte, und das seit 65 Jahren. Die Hölle, dachte er manchmal bei sich, wenn die anderen Karten spielten oder über falsche Weichenstellungen damals unten auf der Erde philosophierten, die Hölle, dachte er dann, kann gar nicht schlimmer sein.

Zumindest aber wäre dann vielleicht dieser Speer weg. Albert Speer, sein Ziehsohn, sein Werkzeug in guten Tagen. "Hast Du das mitbekommen", rief er jetzt vom Marmeladentischchen, "die Merkel kriegt hin, was Du nicht geschafft hast!" Adolf Hitler schniefte wieder scharf. Merkel. Eine ehemalige Kommunistin. Hatte ihre Lektion marxistische Ökonomie aber offenkundig wirklich gelernt. Hielt es wie die Sowjetunion mit ihren Vasallen. Oder wie China. Lass sie sich bei Dir verschulden, dann müssen sie tun, was Du willst.

"Speer, die Zeiten waren damals andere", brummte er mit einem Ton gewisser Schärfe zu seinem früheren Industrieminister und Lieblingsarchitekt. Hitler war bereit, Nachsicht zu zeigen, auch wenn Speer, Goebbels, Göring und sogar Himmler es schon seit Jahren an Respekt ihm gegenüber fehlen ließen. Kein Mensch sprach ihn mehr mit Führer an, wie es Vorschrift war. Goebbels, dieser hinkende Unsympath, hatte vor Jahren sogar versucht, eine Rebellion gegen ihn anzuführen. Angeblich sei seine schlechte militärische Führung schuld darn gewesen, dass der Krieg verloren ging. "Ich habe sechs Kinder und meine Frau verloren", hatte das Hinkenbein gejammert. Allerdings war der treue Hess ihm sofort in die Parade gefahren. "Schnauze, Goebbels", hatte er gesagt.

Beim empfindlichen Gemüt des früheren Propagandaministers reichte das schon. Zumal Himmler keine Anstalten gemacht hatte, den ehemals ungeliebten Konkurrenten um die Gunst des ehemaligen Führers zu unterstützen. Ein Sturm im Wasserglas, der vergangen war, ehe Hitler seinen Tee ausgetrunken hatte.

Die Diskussion, die der schlaue Speer jetzt losbrechen wollte, war schon gefährlicher. Hitler staunte ja selbst, wie einfach es zu sein schien, ganz Europa unter deutsche Herrschaft zu zwingen. Und das, ohne einen einzigen Panzer, einen einzigen Soldaten zu verlieren. "Geld, Geld, Geld", knurrte er mit seiner Reichsparteitagsstimme. Er hatte sich nie für einen glänzenden Finanzpolitiker gehalten, aber die Grundzusammenhänge, die verstand er natürlich. Die Politik dieser Angela Merkel lag denn auch wie ein offenes Buch vor ihm: "Einiges Europa", was für eine Parole! Hitler schmunzelte und für einen Moment hörte sogar der Backenzahn auf zu puckern. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, so hatte er es damals gewollt. Ein Traum.

Und jetzt kam dieses Mädchen, diese dickliche, uncharismatische Ostdeutsche und schaffte, was er mit all seinen Soldaten nicht fertiggebracht hatte. "Ich habe es Dir immer gesagt", blökte der lästige Speer jetzt von seinem Tisch gegenüber, "Geld schießt keine Tore, aber erobern kann es besser als deine ganze Wehrmacht." Hitler schaute aus dem Fenster, vor dem wie immer ein undurchsichtiger Nebel wallte. Seit 65 Jahren wussten sie nicht genau, wo sie hier eigentlich waren und niemand hatte ihnen gesagt, wie es weitergehen würde. Inzwischen war es ihm auch egal, denn die Langeweile, die er fühlte, war ihm die schlimmste Strafe. Abgesehen davon natürlich, zusehen zu müssen, wie seine Nachfolger in dieser "Bundesregierung" sich mit viel Stillhalten, Herumjammern und gelegentlicher hektischer Krisendiplomatie das ganze Europa untertan machten.

Mittlerweile hatten sie den Chef der SPD, die er einst verboten hatte, soweit, dass er freiwillig mitmachte. „Wir brauchen dringend eine gemeinschaftliche Verbürgung der Anleihen zumindest für den Teil an Schulden, der nach den Maastricht-Verträgen für jedes europäische Mitgliedsland möglich ist. Also für 50 bis 60 Prozent", hatte dieser Sigmar Gabriel gesagt, dem es auf Kleingeld nie ankam. Und der "Spiegel", ein Magazin, das zuverlässig wie kein anderes immer wieder Bilder von ihm auf seine Titelseite hob, schwärmte sogar von der "Brutalo-Therapie mit den Euro-Bonds". Minister wurden zitiert, denen zufolge immer mehr Menschen danach lechzten, der formalen Einheit Europas nun auch eine innere folgen zu lassen. Nicht mehr nur gemeinsame EU-Kommissare, sondern auch eine gemeinsame Haushaltskasse, hieß es, hätten es die Menschen am liebsten. Gemeinsame Schulden, so viel hatte Hitler von der Sache verstanden, sind immer der erste Schritt zu gemeinsamer Verantwortung. Und, er musste wieder schmunzeln, damit natürlich zum Verlust der eigenen Souveränität.

Dass denen nicht die Ohren klingen, dachte er. "Speer, wenn ich damals gefordert hätte, die Polen, die Norweger, die Dänen und die Franzosen könnten bleiben, was sie sind, sie müssten nur im Zuge einer weitgehenden politischen Union auf Souveränität in ihrer Budgetplanung verzichten, da hätten die ihre Panzer losgeschickt." Hitler wusste, dass Speer das wusste. Und ihm war klar, dass er damals einfach der falsche Mann am falschen Platz gewesen war. Zu selbstbewusst. Zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Wie machte denn diese Merkel das? Steht für ein Deutschland, dass nicht nur unbewaffnet ist, sondern hilflos wirkt. Erregt Mitleid. Beruhigt durch Unbeholfenheit. Und schafft so innerhalb von wenigen Jahren die komplette Übernahme von Griechenland, Spanien, Portugal und Italien.

Als gewiefter Taktiker bewunderte Adolf Hitler vor allem den Stil der Aktion. Sie wirkte unglaublich teuer. Doch verglichen mit den Kosten, die ihm zwischen 1933 und 1945 entstanden waren, handelte es sich bei allen Aufwendungen für Rettungspakete, Rettungsfonds und gemeinsame Bonds um die berühmten Peanuts. "Günstiger ist seit vielen Jahren niemand mehr an einen ganzen Kontinent herangekommen", hatte auch sein alter Finanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk gesagt, mit dem er neulich beim abendlichen Tee über die Sache gesprochen hatte.

"Rechnet man die Gesamtkosten hoch, kommt man auf eine Summe von nicht mehr als einem Drittel der Kosten, die wir aufgewendet haben", hatte Krosigk vorgerechnet. Hitler hatte die Zähne zusammengebissen. Nicht, weil ein deutsches Europa offensichtlich so billig zu bekommen war. Sondern weil es dieser Merkel auch noch gelang, im triumphalsten Moment der jüngeren deutschen Geschichte so mitleiderregend zu wirken wie ein hoffnungslos geschlagener Boxer.

Der ehemalige Führer war sich sicher, das er das nie gekonnt hätte. Dieses Zögern bei der Übernahme von Schulden angeschlagener Euroländer. Der Hai weiß, dass er zubeißen muss. Tut er es nicht, wird ihm das Essen nun aber hinterhergetragen. Inzwischen könne Deutschland seinen Partnern die Übernahmebedingungen auf ähnliche Weise diktieren wie seinerzeit der DDR-Führung, hatte auch der gefürchtete Großinvestor George Soros dem "Spiegel" bestätigt. Adolf Hitler verstand es immer noch nicht. Dass sich mit Frieden mehr erobern lässt als mit Krieg? Dass Geld doch Tore schießt? "Speer", rief er, "hätten Sie mir das doch früher gesagt."

PPQ-Archiv: Nicht ohne meine Hitlerbilder


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