Siebzig Jahre Kriegsende - Eine Antwort auf Winklers dämliche Rede im Bundestag

Siebzig Jahre Kriegsende - Eine Antwort auf Winklers dämliche Rede im Bundestag
Am 8. Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum siebzigsten Mal. Aus diesem Anlass hielt der Historiker Heinrich August Winkler eine Rede vor dem deutschen Bundestag (hier nachzulesen auf Spiegel online), die symptomatisch ist für den derzeitigen Stand der Geschichtsforschung und auch für den Bewusstseinszustand weiter Teile unserer Gesellschaft. Die Rede war einseitig, unvollständig und einfach nur dumm - dennoch wurde sie von den Abgeordneten beklatscht. Dadurch erklärt sich, dass wir heute immer noch Krieg, Unterdrückung und Vertreibung auf der Welt erleben. Wer aus der Geschichte nicht lernt, wiederholt die Fehler der Vergangenheit.
Die Geschichte ist kein Baumarkt
Winkler stützt sich –  wie nahezu jeder seiner Berufskollegen – auf das Prinzip der Teilung. Er sucht sich die Informationen aus, die seine Überzeugungen bestätigen. Was nicht passt, wird einfach weggelassen. Dazu nur ein Beispiel: Winkler erinnert an die Leiden der russischen Bevölkerung und der russischen Soldaten, so wie es auch Bundespräsident Gauck wiederholt getan hat. Er spricht von der 900 Tage dauernden Belagerung von Leningrad, die zwischen 600.000 und 800.000 Tote gekostet hat, und vom Tod der 2,7 Millionen russischen Kriegsgefangenen und leitet davon eine deutsche „Schuld“ ab. Die grundlegenden Informationen sind richtig und können nicht abgestritten werden, aber die Schlussfolgerung ist falsch. Einzelne Ereignisse sind keine Inseln in der Geschichte, sondern sie sind eingebettet in ein Netzwerk aus zahllosen anderen Ereignissen. Wer vom Zweiten Weltkrieg spricht, darf über die Vorgeschichte nicht schweigen. Heute ist weitgehend vergessen, dass die Sowjetunion maßgeblich zum Ende der Weimarer Republik beigetragen hat. So wurde u.a. auf dem Weltkongress der Komintern 1928 die These des Sozialfaschismus ausgerufen, welche die Sozialdemokraten zum Hauptfeind der kommunistischen Weltbewegung erklärte. Bereits seit 1918 verübte die Deutsche Kommunistische Partei, unterstützt von den Genossen in Moskau, zahllose Anschläge und politische Morde, zettelte Streiks und Aufstände an usw. Die Kommunisten wollten eine rote Diktatur in Deutschland errichten und halfen ungewollt mit, Hitler an die Macht zu bringen. Deshalb sind die Russen selbstverständlich nicht „schuld“ am Zweiten Weltkrieg, aber sie sind auch nicht die unschuldigen Opfer, als die sie sich heute so gerne darstellen.
Dieses Handlungsmuster hat sich in jüngster Zeit mehrfach wiederholt. Die Diktatoren Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi wurden über Jahre hinweg vom Westen unterstützt, weil sie halfen kurzfristige politische Ziele zu erreichen. Dann änderte sich die Zielsetzung, die Diktatoren wurden zu Feinden erklärt und durch Kriege beseitigt. Dadurch explodierte die Gewalt im Irak und in Libyen und kehrt jetzt in Form von Terrorismus und steigenden Flüchtlingszahlen in den Westen zurück. Die Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins – aber die Grundmuster ähneln einander.  
Mahnen und warnen und dumm schwätzen
Besonders grotesk erscheinen in diesem Zusammenhang zwei Warnungen, die Winkler ausspricht. Erstens: Die Warnung vor dem Vergessen. Wörtlich sagt er: „ Es gibt keine moralische Rechtfertigung dafür, die Erinnerung an solche Untaten (gemeint ist u.a. die Tötung der Russen) in Deutschland nicht wachzuhalten.“ Wohlgemerkt, er meint damit nicht die Einheit aller geschichtlichen Ereignisse, sondern nur die AUSWAHL von Ereignissen, die er selbst und andere so genannte Historiker getroffen haben. Tatsache ist aber, dass wir den größten Teil der Geschichte vergessen haben, Taten und Untaten, und deshalb immer wieder dieselben Fehler machen.
Die zweite Warnung ist die vor der Instrumentalisierung der Geschichte. Zitat: „Ein verantwortlicher Umgang mit der Geschichte zielt darauf ab, verantwortliches Handeln in der Gegenwart möglich zu machen.“ Leider hält er sich nicht an seine eigene Empfehlung. Mit dieser Rede positioniert sich Winkler wieder einmal als politisch korrekter „Historiker“, der dem allgemeinen Konsens folgt, und profitiert selbst davon. Jemand wie er bekommt eine Professur an einer bedeutenden Universität, kann Bücher bei namhaften Verlagen veröffentlichen, die von Kritikern positiv besprochen werden, und darf nicht zuletzt auch vor dem Bundestag sprechen. Ein echter Historiker, der das Netzwerk geschichtlicher Ereignisse aufzeigt, hätte all das nicht bekommen.
Daraus erwächst aber auch eine große Gefahr: die geistige Inzucht. Es sprechen nur noch Leute miteinander, die derselben Meinung sind. Kritische Anmerkungen, Widerspruch, Reflexionen und tiefgründiges Nachdenken sind von vorneherein ausgeschlossen. Als mittelbare Folge kommt es zu immer neuen Kriegen, wie z.B. in der Ukraine und im Irak und Syrien.
Einfacher Ausweg
Wie kann man es besser machen? Der Königsweg ist altbekannt, er führt über die Stationen Ehrlichkeit und Gerechtigkeit. Wir müssen ehrlich sein gegenüber allen geschichtlichen Ereignissen – ob sie in unser Konzept passen oder nicht. Und wir müssen gerecht sein gegenüber allen Menschen – ob wir sie mögen oder nicht. Nur so werden wir dauerhaften - weltweiten - Frieden erleben.

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