Sicher und hormonfrei verhüten mit dem Persona Verhütungsmonitor?

Von Nele Hillebrandt

Der Persona Verhütungsmonitor ist ein kleiner Computer vom Hersteller Clearblue, der Frauen anhand von Hormonmessungen fruchtbare und unfruchtbare Tage anzeigt. Der Hersteller bewirbt das Produkt als hormonfreie Alternative zur Pille. Doch was kann das Gerät wirklich und wo liegen seine Grenzen?

1. Allgemeines zum Persona Verhütungsmonitor

Beworben wird der Persona mit dem Zusatz „Verhütungsmonitor", der Hersteller siedelt sein Produkt somit im Bereich der Verhütungscomputer an.


Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dies nicht wirklich nachvollziehen kann. Clearblue selber gibt an, dass Persona einen Pearl-Index von 6 hat. Wenn 100 Frauen 1 Jahr lang den Persona benutzen, werden somit 6 ungewollt schwanger. Diese Zahl spiegelt dabei noch keine Anwendungsfehler wider.

Wenn ich bedenke, dass ich verhüte, weil ich mich vor einer Schwangerschaft schützen möchte, dann finde ich diese Zahl recht hoch. Zum Vergleich: Die Pille hat einen Pearl-Index von 0,1 - 1, der Cyclotest myWay einen Pearl-Index von 0,3 - 3.

Wer unter keinen Umständen schwanger werden möchte, der sollte also lieber auf andere Methoden zurück greifen. Clearblue selber gibt an, dass das Gerät für Paare gedacht ist, die zwar nicht unbedingt schwanger werden wollen aber auch nicht absolut dagegen wären.

Der Persona Verhütungsmonitor eignet sich nicht für Paare, die eine Schwangerschaft absolut nicht akzeptieren könnten.

2. Funktionsweise des Persona Verhütungsmonitors

Bei Persona handelt es sich um einen Hormoncomputer. Das heißt, dass die Konzentration bestimmter Hormone im Urin gemessen wird und anhand der Konzentration der Hormone werden die Tage in fruchtbare und unfruchtbare Tage unterteilt. Diese werden dann im Computer grün (unfruchtbar) und rot (fruchtbar) markiert. Wenn man verhüten möchte, sollte man an den roten Tagen auf Geschlechtsverkehr verzichten. Zur sicheren Anwendung zeigt der Computer stets an, wann man einen Test durchführen muss.

Wie bei einem dualen Ovulationstest werden für die Auswertung zwei Hormone gemessen: LH (luteinisierendes Hormon) und das Östrogen Östradiol. LH steigt kurz vor dem Eisprung sehr stark an und sinkt danach wieder auf das Ursprungsniveau, Östrogen steigt etwas eher an, dafür aber nicht ganz so stark. Die Abbildung zeigt die Hormonkonzentration im Verlauf des Zyklus.

2.1 Voraussetzungen für die Verwendung

Um Persona verwenden zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, da das Gerät den Eisprung sonst nicht sicher bestimmen kann. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist der Pearl-Index von 6 nicht gegeben, sondern wird deutlich darüber liegen.

Generell empfiehlt Clearblue die Verwendung des Persona Frauen, die sich in einer festen Partnerschaft befinden. Wechselnde Partner beeinflussen die Sicherheit zwar nicht, bergen aber das Risiko von sexuell übertragbaren Krankheiten, vor denen Persona nicht schützt.

Persona sollte nicht angewendet werden, wenn:
  • man einen unregelmäßigen Zyklus hat (Zyklusdauer variiert stark) oder einen Zyklus der weniger als 23 oder länger als 35 Tage dauert
  • man stillt
  • man Wechseljahrsymptome hat (Schweißausbrüche, etc.)
  • man die Pille nimmt
  • man sich einer Hormonbehandlung unterzieht (egal ob fruchtbarkeitsfördernd oder -hemmend)
  • man bestimmte Krankheiten hat (beeinträchtigte Leber- oder Nierenfunktion oder polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO))
  • man bestimmte Antibiotika nimmt (Tetrazykline als wirksame Bestandteile, Informationen dazu erhält man in der Packungsbeilage oder beim Arzt oder Apotheker)

Zudem sollte mit der Anwendung von Persona gewartet werden, wenn man gerade erst die Pille abgesetzt oder abgestillt hat oder erst vor kurzem schwanger war (auch nach einer Fehlgeburt oder Ausschabung). In diesen Fällen sollte gewartet werden, bis der Zyklus wieder regelmäßig ist, mindestens aber 2 bis 3 Monate.

2.2 Persona zur Verhütung

Problematisch bei dieser Verhütungsmethode ist, dass die Hormone zwar kurz vor dem Eisprung ansteigen, Spermien aber bis zu 5 Tage im Körper der Frau überleben können. Das bedeutet, das man schon vor dem eigentlichen Anstieg der Hormone auf Geschlechtsverkehr verzichten sollte. Somit muss Persona den Zyklus einer Person zunächst kennen lernen und zu Anfang werden sehr viele Tage rot markiert.

Zudem ist der Anstieg der Hormone nicht immer ein sicherer Indikator für den Eisprung. So kann es vorkommen, dass die Hormone zunächst ansteigen, dann jedoch kein Eisprung stattfindet und im Verlauf die Hormone noch einmal Ansteigen und erst dann der Eisprung folgt. Auch ist es möglich, dass die Hormone zwar ansteigen aber der Eisprung komplett ausbleibt (anovulatorische Zyklen).

Als sicheres Zeichen für einen Eisprung gilt hingegen der Temperaturanstieg der Basaltemperatur, der auf diesen folgt. Die Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur, die in der Regel nur leichten Schwankungen unterlegen ist, bei Frauen nach dem Eisprung jedoch signifikant ansteigt. Die Basaltemperaturmethode kann auch händisch angewendet werden, die Auswertung erfordert aber etwas mehr Wissen als die Auswertung von Ovulationstests. Dieser Anstieg wird von Persona jedoch nicht erfasst, da der Computer kein Thermometer besitzt. Somit eignet sich das Gerät nicht um in Erfahrung zu bringen, ob man überhaupt regelmäßig einen Eisprung hat.

2.3 Persona bei Kinderwunsch

Wenn man sich hingegen ein Baby wünscht, ist der Persona durchaus ein Gerät, dessen Anschaffung sich lohnen kann. Während der Cyclotest myWay für dieses Anliegen zwar ein extra Programm hat, ist der Anschaffungspreis hier doch deutlich höher. Wenn man nicht vor hat das Gerät später zur Verhütung zu nutzen, kann man überlegen stattdessen auf Persona zurück greifen. In diesem Fall sollte man vor allem an den rot markierten Tagen Geschlechtsverkehr haben um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Im Grund funktioniert Persona genau wie die dualen Ovulationstests, der einzige Unterschied besteht darin, dass der Computer die Ergebnisse speichert und anhand abgeschlossener Zyklen Vorhersagen für die kommenden trifft. Ob dieses Funktion den Preis rechtfertigt und sich die Anschaffung des Computers lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

3. Alternative Verhütungsmonitore

Wer einen Computer zum Verhüten sucht, dem empfehle ich einen Computer, der sowohl die Basaltemperatur misst und auswertet, als auch weitere Merkmale, die auf einen Eisprung hinweisen können. Ich empfehle zur Verhütung den Cyclotest myWay, da dies bei diesem möglich ist. So kann man das Ergebnis von Eisprungtests eingeben oder auch seinen Zervixschleim untersuchen und das Ergebnis eintragen.

Letztendlich benötigt man dafür nicht zwangsweise einen Zykluscomputer, all dies kann man auch einfach auf einem Zyklusblatt notieren und selber auswerten. Der Computer hat jedoch den Vorteil, dass er alle Daten speichert und automatisch auswertet. Auf der sicheren Seite ist man jedoch auch hier, wenn man ein bisschen Hintergrundwissen hat und die Ergebnisse des Computers ein wenig kritisch im Blick behält. Der großer Vorteil solcher Methoden ist, dass sie komplett hormonfrei sind und bei richtiger Anwendung einen niedrigen Pearl-Index haben. Vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten können Zykluscomputer hingegen nicht schützen.

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