Si tacuisses, Blogpapa – eine Provinzposse aus Bonn

Die Römer sind bei uns gerade hoch im Kurs. Seit unserer Reise nach Rom im vergangenen Herbst, sprechen wir am Familientisch de facto (sic!) nur noch Latein. Ich gestehe, nach einem solchen furiosen Auftakt dieses Blogeintrags glaubt man mir den Rest sowieso nicht mehr. Ich schwöre aber, es folgt nichts als die Wahrheit, die reine Wahrheit:

Unser Jüngster hat sich aufgrund dieser römischen Erfahrungen (dazu gehört auch ein gutes Nintendo Switch – Spiel, bei dem die Römer allerdings nicht so gut weggkommen) in den Kopf gesetzt, einen Römergeburtstag zu veranstalten. Mitten im Januar.

Kleiner Einschub: Planen Sie, sofern es noch in Ihrer Hand ist, keine Geburtstermine im Januar, wenigstens nicht auf der Nordhalbkugel. Das wird Ihre Nerven für die nächsten 10 – 15 Jahre Kindergeburtstagsfeiern schonen.

Weil’s im Januar indoor sein muss, warum in die Ferne schweifen. Bei uns um die Ecke haben wir das Rheinische Landesmuseum. Die bieten super römische Kindergeburstagsworkshops an. Nun wuseln bei uns drei Jungs herum, ergo, Mosaiken frickeln, Verkleiden und so ist bei uns jetzt nicht sooo hoch im Kurs. Hurra, es gibt aber den Workshop „Adler der Römischen Legion“. Weil ich ja ein gebildeter germanischer Bundesgenosse der Römer bin, kann ich

a) lesen und

b) mich regelkonform verhalten.

Steht bei dem Legionärsworkshop also einschränkend von 8 – 99 Jahren, würde ich meine 100jährige Großtante nicht mitbringen wollen. Wir wollen aber dort einen 6. Geburtstag feiern. Somit habe ich ein Problem, welches größer als das von Vercingetorix bei Alesia war.

Gut, denke ich mir, das Museum ist um die Ecke, ich schau mal vorbei, frage nach. Ich bekomme also die Dame zu sprechen, die die Workshops macht. Ja, das gehe mit Sechsjährigen auch, halt nicht so lange die Führung durch das Museum, aber sonst könne man das schon anpassen. Hurra, alea iacta sunt, die Sache ist geritzt.

Denkste, man befindet sich in Bonn, im Jahre 2018 nach Christus. Das ganze Rheinland ist von klugen Leuten besetzt. Das ganze Reinland? Nein. Im Landesmuseum leistet man nach Kräften dem gesunden Menschenverstand Widerstand.

Stimmt so nicht, denn es sind ja nicht die verständigen Leute im Rheinischen Landesmuseum, sondern eine Organisation, die nicht in Bonn sitzt, bei der allerdings sämtliche Workshops der Rheinischen Landesmuseum zu buchen sind. Also melde ich dort per Mail meinen Workshop-Wunsch an. Bekomme eine Mail zurück: Houston, wir haben ein Problem.

Ich rufe durch und habe eine denkwürdige Unterhaltung: Ja, so gehe das nicht, die Kinder seien ja sechs Jahre alt, der Workshop erst ab 8 Jahren. Hach, denke ich mir, habe doch mit den Verantwortlichen gesprochen, es würde gehen. Nein, bekome ich am Telefon zu hören, es geht nicht, das seien die strengen Regeln der Museumspädagogik. Achja, frage ich, und was stecke denn dahinter. Tja, so die gestrenge Antwort, man wolle die Erwartungen der Eltern nicht enttäuschen. Mein letzter Versuch am Telefon darauf hinzuweisen, ich sei ja der potenziell enttäuschte Vater, und ich sei ja nicht enttäuscht, denn ich hätte ja mit der Person, die die Workshop und Führung macht, gesprochen….. Ein resolutes „NEIN“ in der Leitung. Veni, vidi und … ich legte auf.

Si tacuisses, Blogpapa.

PS: Ich gehe jetzt nochmal zum Museum hin und frage, ob wir ruchlos einen illegalen Workshop buchen können. Ich würde unter anderem Namen Kinder mit 10 Jahren anmelden.

Fortsetzung folgt (hoffentlich nicht).

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