Serienstapel: Gotham, Shameless, Doctor Who

Erstellt am 7. März 2020 von Marcel Michaelsen @filmschrott

GOTHAM – SEASON 2

Joa, es geht recht interessant weiter und der ein oder andere Haken wird geschlagen. Manche Vorgehensweise ist leider reichlich lahm und wenig innovativ. Vor allem die Entstehung des Riddlers passt meiner Meinung nach so gar nicht zu dem, was man in Staffel 1 langsam etabliert und dann am Ende leider komplett übers Knie gebrochen hat. Vor allem ist die Schizophrenie-Kiste beim Riddler eher unpassend. Mir fallen ungefähr ein halbes Dutzend Villains ein, bei denen diese Vorgehensweise besser gepasst hätte als ausgerechnet bei Edward Nygma, dessen Weg zum Rätselkönig man viel interessanter und spannender hätte gestalten können. Aber nun, sei es drum. Highlight bleibt der Pinguin, der – einfach fantastisch gespielt – immer wieder in die kleinen Grabenkämpfe der einzelnen Charaktere hineingerät und so der heimliche Star der Serie ist. Ansonsten etabliert man hier auch langsam das ein oder andere Science-Fiction-Element, das man noch brauchen wird, um den ein oder anderen Super-Villain in die richtige Richtung zu bringen. Es unterhält also und in der zweiten Hälfte nimmt die Nummer auch etwas Fahrt auf. Wirkt aber oft wie mit angezogener Handbremse oder überhastet. Den Mittelweg haben die Autoren offenbar nicht so recht raus. Das Finale ist dann unterwältigender Quark vom Reißbrett. Selten sowas vorhersehbares erlebt. Werde aber wohl trotzdem demnächst mal weitergucken und sei es nur, um herauszufinden, ob Ben McKenzie irgendwann lernt zu schauspielen.

SHAMELESS – SEASON 10

Hm … ich mag es noch, aber man merkt doch, dass die Serie strauchelt. Die Geschichten wirken teils doch sehr gewollt und leider leben die Charaktere auch vermehrt aneinander vorbei. Klar, sie interagieren noch miteinander, aber jeder folgt eben seinem eigenen Storyarc und es gibt quasi keine Überschneidungen mehr. Vor allem V und Kev wirken völlig abgekapselt vom Rest, was vermutlich auch am fehlenden Bindeglied Fiona liegt, aber ist ja nun nicht so, dass die nicht auch mit dem Rest der Familie befreundet wären. Dazu kommen dann einige Storys, die gerusht bzw. wie Beschäftigungstherapie wirken. Einiges ist sehr ziellos oder einfach nur langweilig. Viele Charaktere treten auf der Stelle, was schade ist, denn eigentlich wäre da noch viel möglich. Allerdings gibt es natürlich auch wieder richtige Shameless-Momente, die wie immer nichts für zarte Gemüter sind. Wer Probleme damit hat, wenn Babys auf dem Schwarzmarkt verkauft werden, könnte hier an seine Grenzen stoßen. Aber die Serie bringt selbst sowas auf einzigartige Weise rüber und man kann ihr einfach nicht böse sein. Mit dem Staffelfinale kehrt man dann zu alter Stärke zurück und bringt die volle Shameless-Kelle mit allen Facetten. Season 11 soll angeblich die letzte sein. Wenn dem so ist, hat man hier die Kurve noch gekriegt und könnte einen würdigen Abschluss bringen.

DOCTOR WHO – SEASON 12

Die Serie verliert mich bereits seit geraumer Zeit. Nach einigen Jahren ist einfach die Luft raus und selbst bei einer Serie, die sich zu einem gewissen Grad immer wieder neu erfindet, wird es irgendwann repititiv. Ich hatte schon bei Capaldi überlegt, ob ich aussteigen soll, aber die Nachricht, dass es einen neuen Doctor und neue Showrunner/Writer geben würden, verleitete mich dann dazu, der Nummer noch eine Chance zu geben. Season 11 war dann recht große Grütze, aber der Fairness halber gestehe ich dem neuen Team Zeit zu, sich einzugrooven und sich der berechtigten Kritik anzunehmen. Und jetzt sind wir in Season 12 und es ist alles immer noch einfach nur grauenhaft. Jodie Whitaker kriegt leider von den Autoren überhaupt keine Gelegenheit, ihren Doctor zu einer eigenständigen Person zu machen und wirkt durchgehend wie ein Abziehbild ihrer Vorgänger. Die Companions sind erstens zu viele und zweitens sterbenslangweilig. Diese Holzhammerdiversität ist einfach Käse. Hauptsache alles vertreten, aber hier nur in Form von seelenlosen Hüllen. Dazu kommt dann Moralapostelbullshit, der selbst dem dümmsten Zuschauer irgendwelche Botschaften einhämmern soll. Stupider geht es nicht mehr. Gegen Ende gibts ein kleines Aufbäumen, aber dann kommt das Finale und zerfickt mal eben die komplette Historie der Serie, was gar nicht so schlimm wäre, wenn es gewisse Konsequenzen für das gesamte Universum hätte. Hats natürlich nicht. Selbst den Charakteren scheint es mehr oder weniger scheißegal zu sein. Ein typischer Twist, nur um nen Twist zu haben. Oder kurz gesagt: Müll.

Schmeißt die Writer raus, stellt jemanden ein, der schon mal gehört hat, wie sich Leute miteinander unterhalten, denn diese cheesigen Dialoge kann keine Sau ertragen. Dann dünnt den Cast ein wenig aus und gebt Jodies Doctor eine eigene Persönlichkeit. Gewollt und nicht gekonnt ist auf Dauer nix.