Serien: "Entourage" - Staffel 2 [USA 2005]

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Staffel zwei kopiert eine Parallele zur vorangegangenen, aber kürzeren: Die aller heiter-aufgekratzten Gelassenheit ausweichende Frage, ob familiär unterfütterte Freundschaft früher oder später darunter leiden muss, wenn Vincent "Vince" Chase (Grinsemaul Adrian Grenier) von der Institution einer Industrie Zucker in den Arsch geblasen bekommt, befördert sich erst in den letzten, dezidiert tragikomischeren Episoden zum Knotenpunkt einer Serie, die Substanz aus Spott bezieht – zurückhaltend geradezu. Dafür hangelt sich "Entourage" diesmal am stringenten Konstruieren eines motivischen Erzählgedankens entlang. Während sich Vince mit seiner einstmals Angebeteten Mandy Moore (Mandy Moore) herumplagen muss, kommt erschwerend hinzu, dass ein Superheld, für den er sich nicht hält, in einem bombastisch Umsatz generierenden Superheldenfilm den Superhelden spielen muss. Für pralle Säcke Geld. Von James Cameron! Im Schatten Camerons verwurzelt, zieht "Entourage" nun auch um – in ein nebenlinienhaftes Panoptikum komplizierterer Wechselbeziehungen, die diktatorisch ihren Blickwinkel verschieben, falls die Technik (des menschlichen Miteinanders) aussetzt. Kotztütengroßartig: Malcolm McDowell. Dass unsere Dorftrampel und Möchtegern-Frauenversteher trotzdem noch Zeit erübrigen können, Hugh Heffner zu besänftigen, für chinesische Red-Bull-Werbespots Kloppe zu lernen, auf dem Sundance Film Festival vier Stunden Egozentrikerkunst durchzustehen und auf der Comic-Con ihrer verflossenen Vergangenheit nachzujammern, unterstreicht: Erneut ist "Entourage" (im episodischen Fragment) quietschend komisch und erfolggekrönt (am prophetischen Plakat). Cameron halt.
Originaltext